Zum Erfolg von Friederike Reismüller
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Es wäre für mich ein großer Erfolg, wenn unsere Gemeinde den Standard erreichen würde, den andere Gemeinden längst schon haben. Forchtenstein hat in vielen Bereichen einigen Aufholbedarf.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich bin stolz auf meine Mitarbeiter in der Partei und daß wir uns bei der letzten Wahl so gut geschlagen haben. Wir konnten zwei Mandate dazugewinnen und ich erhielt bei der Direktwahl 2002 62 Prozent der Stimmen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Es schien mir wichtig, mit den Leuten zu reden und ihnen zuzuhören. Bis dato ist es mir auch immer gelungen, jene Vorhaben umzusetzen, die ich als wesentlich empfand.Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Ich habe das Gefühl, die Männer unterschätzen uns Frauen, was auch manchmal ein Vorteil sein kann. Frauen sind einer Frau gegenüber grundsätzlich viel kritischer eingestellt.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Erfolg spürte ich erst mit den ersten positiven Rückmeldungen der Bevölkerung, die ich 1998 erhielt. Erneut bestätigt wurde ich durch die Wiederwahl.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Als Bürgermeisterin zu kandidieren war zwar eine äußerst langwierige Entscheidung, aber eine sehr gute. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ich erfahre von meiner Familie sehr große Unterstützung, ohne die es nicht klappen würde. Prägende Persönlichkeiten sind mein Vater und mein Mann.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
In der Partei sind alle von mir begeistert und auch meine Arbeitskollegen bringen mir aufgrund meines Amtes große Anerkennung entgegen. Mein Chef in Mattersburg ist mit der Einteilung der Arbeitszeit stets hilfreich.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Mich ärgert sehr, daß mit der neuen Verwaltungsreform die Zuständigkeiten auf die Gemeinde abgewälzt wurden, während die Ertragsteile gekürzt wurden.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter in der Gemeinde spielen ein große Rolle für mich und die Bürger. Sie geben ihr Bestes, stehen den Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung, behandeln sie freundlich und gehen auf ihre Wünsche ein.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Wichtig sind mir bei einem Mitarbeiter vor allem Loyalität, Kompetenz in seinem Bereich und Freundlichkeit zu den Bürgern.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich hoffe, daß man mich als arbeitsame, bürgernahe Vorgesetzte sieht.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Die Haupteinnahmen des Ortes kommen aus dem Fremdenverkehr. Für unsere Gäste bemühen wir uns, das Bild des Ortes schön zu gestalten, auch auf dem Gastronomiesektor haben wir einiges zu bieten. Zudem haben wir gut ausgebaute Tennisplätze, Radwege und einen Mountainbikeweg.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Mein Privatleben kommt manchmal etwas zu kurz. Ich bin eigentlich kaum privat, außer in den eigenen vier Wänden. Aber das wußte ich von Anfang an und als Bürgermeisterin bin ich gern für meine Leute da.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Für Fortbildung verwende ich ca. sieben Tage pro Jahr, außerdem schicke ich auch meine Mitarbeiter zu Schulungen.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Man sollte sich selbst nicht immer so wichtig nehmen. Ellenbogentechnik kann ich nicht empfehlen, es geht auch anders, mit Rücksicht auf andere Menschen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Für die nächsten fünf Jahre bin ich so ziemlich eingedeckt, ein neuer Kindergarten ist bereits geplant. Unser Kanal wird erweitert, das ist ein Großprojekt für mehrere Jahre. Ein Wunsch von mir wäre, das Gemeindehaus und den Platz davor schöner zu gestalten.
Ihr Lebensmotto?
Was man an Gutem weitergibt, kommt doppelt zurück, auch wenn es manchmal länger dauert.