Zum Erfolg von Horst Kozel
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg macht mich zufrieden, verleitet mich aber nicht zum Stillstand. Im Gegenteil, ich habe viele Ideen, die ich noch verwirklichen möchte.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, denn ich habe bereits in vielen unterschiedlichen Bereichen gearbeitet und auch immer berufliche Wechsel auf mich genommen, wenn ich merkte, lieber etwas anders machen zu wollen. Nun habe ich die richtige Aufgabe gefunden, die mir Spaß macht und mit der ich erfolgreich bin.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Mein persönliches Engagement, meine Familie, die immer zu mir gestanden ist und auch mithilft, sowie die Firma Agip, die die Grundlagen für meinen Erfolg bereitgestellt hat.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Als es mir gelungen war, den Umsatz zu erhöhen und die Investitionsbereitschaft für die Erneuerung durch die Firma Agip zu erreichen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Meine Entscheidung zur Selbständigkeit war wesentlich. Ich traf sie nicht spontan, sondern informierte mich intensiv bei der Handelskammer. Erst als ich alles über Firmengründung wußte und auch die Risiken abwägen konnte, wagte ich den Schritt.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ein Problem ist, daß nicht alle Kollegen begriffen haben, daß nicht der Kunde von uns abhängig ist, sondern wir vom Kunden. Entsprechend unfreundlich und gleichgültig ist auch deren Verhalten diesen gegenüber. Ein großes Problem ist auch der hohe Steueranteil von 67 Prozent pro Liter. Wir müssen von einem Bruchteil davon leben und von unseren Einnahmen auch noch Steuern abführen. Wenn ich meinen Verdienst auf den dafür notwendigen Zeitaufwand umrechne, müßte ich mir eigentlich sofort eine andere Beschäftigung suchen. Der Vorteil eines zwölf- bis 15-stündigen Arbeitstages liegt darin, daß ich keine Zeit zum Geldausgeben habe.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Sie spielen eine große Rolle, denn ohne gute Mitarbeiter könnte ich nicht erfolgreich sein. Als Tankstellenbetreiber ist man heute ein Manager, der allerdings auch jede Tätigkeit selbst ausführen muß.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Das persönliche Gespräch ist mir wichtiger als Arbeitszeugnisse, die ich mir allerdings anschaue. Wenn aus diesen hervorgeht, daß der Betreffende sehr häufig und nach kurzer Zeit die Arbeitgeber gewechselt hat, ist er für mich nicht geeignet. Mit Frauen habe ich bessere Erfahrungen gemacht. Sie sind flexibler, zielstrebiger und können besser mit Kunden umgehen, und das kommt natürlich auch dem Umsatz im Shop zugute.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere Kundenorientiertheit und das breit angelegte Service zeichnen uns aus.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich habe eine sehr liebe Familie, die auch mit dem Unternehmen mitlebt. Die Kinder verrichteten schon früh in den Ferien immer kleinere Arbeiten und lernten so, daß man sich das Geld im Leben selbst verdienen muß.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man sollte bei allem Streben nach Erfolg seinen Mitmenschen gegenüber offen sein und sie so akzeptieren, wie sie sind.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich bemühe mich gerade um einen weiteren Betrieb. Ob dies klappt, wird sich Ende 2003 herausstellen. Es soll eine Absicherung für den Fall sein, daß ein Betrieb nicht mehr funktioniert. Ich möchte noch 15 bis 20 Jahre arbeiten, mich dann etwas zurückziehen und dann endlich die Freizeit genießen. Es ist durchaus möglich, daß einer meiner Söhne die Betriebe einmal weiterführen wird.
Ihr Lebensmotto?
Immer voraus und nie zurück!