Zum Erfolg von Gertraud Maurer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich arbeite für unseren gemeinsamen Erfolg, ich trage mit meiner Person dazu bei, das Unternehmen abzusichern und weiter zu entwickeln. Dieses gemeinsame Bemühen bringt uns den Erfolg und damit die Bestätigung, am richtigen Weg zu sein. Das stärkt alle Mitarbeiter und gibt uns Kraft, die Zukunft weiterhin zu bewältigen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich übe eine gewisse Vorbildwirkung aus, verstehe es, mich durchzusetzen und Vorhaben umzusetzen. Mittlerweile arbeiten meine zwei Söhne im Betrieb mit und es gelang, mit unseren Angestellten ein starkes Team zu formen. Mein Mann ist heute schon fast mehr im Unternehmen tätig, als in seinem eigentlichen Beruf.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Im eigenen Betrieb nicht, da gab es nie Probleme, jedoch in der Innung sehr wohl. Ich gab alle meine Funktionen auf, weil es anscheinend für Männer sehr schwierig ist, Frauen sachlich ernst zu nehmen. Ich wollte mich dort nicht darstellen, sondern Dinge verändern und dies war nicht möglich.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Man geht durchs Leben und nimmt dabei etwas an, und stößt anderes ab. Man wird bewußt oder unbewußt von vielen geprägt. Ich kann meine Prägung nicht auf eine Person beziehen. Dieser Entwicklungsprozeß begann bei mir bewußt schon in der Pflichtschule. Ich besuchte die Volks- und Hauptschule bei den Dominikanerinnen und dort gab es sehr starke Persönlichkeiten, die uns das Wesentliche vermittelten. Auch meinen Vater darf ich bei dieser Frage nicht vergessen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Auch bei dieser Frage spielen viele Kleinigkeiten eine Rolle, den Gesamterfolg des Unternehmens ausgenommen. Wenn ein Angestellter zu mir kommt und um Hilfe oder Rat bittet, weil es bei mir halt funktioniert, oder wenn man sieht, wie die Kinder im Betrieb mitarbeiten, ohne daß man sie bitten oder auffordern mußte, erfahre ich Anerkennung. Sogar meine dreijährige Enkeltochter hat mich als Fixpunkt gewählt und möchte alles so wie ich machen. Da denkt man sich schon, na ja, so falsch kann man nicht unterwegs sein. Von der Kundenseite betrachtet: Wir haben viele langjährige Kunden, die wirklich gerne bei uns einkaufen und nicht nur auf den Preis achten.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Die Leute kennen meine Linie, ich kann Grenzen ziehen und sehr streng sein. Man weiß aber auch, daß ich niemand hängen lasse und versuche, aus jeder Situation das Beste zu machen. Für das Unternehmen bin ich, falls notwendig, rund um die Uhr erreichbar. Ich denke, daß ich als kommunikativ und konkret gelte.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Je nach Position spielen Qualifikation, bisherige Tätigkeit und Gehaltsvorstellungen eine Rolle. In jedem Fall spielt die Persönlichkeit hinein; dabei entscheide ich nach meiner Menschenkenntnis.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir haben ein gutes Betriebsklima, daher gibt es selten ein Problem. Demotivation hängt meistens mit persönlichen Problemen zusammen und dann versuche ich, oft nicht nur mit Worten, soweit es möglich ist, zu helfen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind ein Familienbetrieb mit 100 Jahre alter Tradition und bieten verläßlich, zeitgerecht und kontinuierlich hohe Qualität.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wir haben uns in der Familie so organisiert, daß wir mit einer guten Zeiteinteilung gut zurechtkommen. Wir wohnen alle im selben Gebäude, in dem auch der Betrieb untergebracht ist, sodaß wir keine großen Anfahrtswege haben.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Mann wird demnächst in die Frühpension gehen, dann werden wir unser anstehendes Problem, den Betriebsstandort, klären. Die Räumlichkeiten werden zu klein. Wenn diese Frage gelöst ist, wollen wir unser Filialnetz erweitern.
Ihr Lebensmotto?
Ich lebe nach dem Motto: Positiv denken, leben und arbeiten.