Zum Erfolg von Dana Höer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, mir ein Ziel zu stecken und es zu erreichen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Beruflich sehe ich mich als erfolgreich.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Es war für mich anfangs unglaublich schwierig, mich durchzukämpfen. In der ersten Zeit in Dachau lebte ich ein Vierteljahr im Hotel, weil ich eine Wohnung suchen mußte. Ausschlaggebend für meinen Erfolg war meine Persönlichkeit. Ich trete meinen Chefs gegenüber sehr selbstsicher auf und denke, daß ich heute immer noch als „kleine Verkäuferin“ arbeiten würde, wenn ich mich nicht behauptet hätte. Ein wesentlicher Faktor war mein Ehrgeiz; ich wollte immer etwas werden und dachte mir im richtigen Moment: „Jetzt, oder nie!“. Da ich bereits sieben Jahre lang im Unternehmen tätig gewesen war, verfügte ich über ein sehr hohes Maß an Erfahrung und wußte in allen Belangen Bescheid, als ich die Filialleitung übernahm. Eine meiner Stärken ist meine Fähigkeit, mit Menschen umzugehen und zu kommunizieren. Ich komme gut mit meinem Team aus und kontrolliere meine Mitarbeiter nicht.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Herausforderungen begegne ich grundsätzlich mit Gelassenheit, obwohl es manchmal sehr schwierig ist und der Streß überhand nimmt.Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Ich persönlich kann keine besonderen Schwierigkeiten feststellen, als Frau erfolgreich zu sein. Allerdings gibt es genug Branchen, in denen es Frauen immer noch schwerer haben als Männer.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich empfand mich zum ersten Mal als erfolgreich, als mir 1998 die Stelle als stellvertretende Filialleiterin angeboten wurde, weil ich dadurch den Beweis erhielt, daß die Firma Vertrauen in mich setzt. Ein großer Erfolg war schließlich die Übernahme dieser Filiale.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ich denke, daß eine Mischung von Originalität und Imitation am besten ist. Ich verhalte mich beispielsweise in der Arbeit ganz anders als zuhause, weil ich mir im Beruf Respekt verschaffen und mich als Person darstellen muß, die mit beiden Beinen auf dem Boden steht und das Sagen hat.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein Exfreund hat meinen beruflichen Lebensweg besonders geprägt, weil er mich indirekt motivierte, Karriere zu machen. Ich war zuvor mit der Vorstellung zufrieden, Verkäuferin zu sein. Auch meine Ausbilderin, Frau Waleschkowski, war eine sehr prägende Persönlichkeit, weil sie Vertrauen in mich setzte und mich dazu motivierte, die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau zu absolvieren, obwohl ich damals alles andere als die Schule im Kopf hatte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Eine wichtige Form der Anerkennung war es für mich, die Filialleitung übertragen zu bekommen.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Die Wirtschaft ist am Boden und die Unternehmer ringen um jeden Kunden, egal mit welchen Mitteln. Jeder spart und daher ist es für uns absolut nicht einfach, die richtigen Ware zum richtigen Preis einzukaufen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Wer mich nicht gut kennt, schätzt mich oft als eingebildet ein, weil ich sehr selbstsicher auftrete. Wer mich gut kennt, weiß, daß ich ein sehr sensibler Mensch bin und mich nur dem engsten Kreis öffne.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter spielen eine sehr große Rolle bei meinem Erfolg, weil ich mich auf sie verlassen können muß. Ich muß im Endeffekt für ihre Fehler geradestehen. Grundsätzlich ist es mir wichtig, ein gutes Betriebsklima zu schaffen.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Wichtig sind Auftreten, Aussehen und Persönlichkeit – jeder Mitarbeiter muß das Image des Geschäftes repräsentieren, das jung und trendy ist. Ich schaue mir auch die Bewerbungsunterlagen sehr genau an, weil ich denke, daß man anhand derer ersehen kann, wie sich ein Mensch im Arbeitsleben verhalten wird.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere meine Mitarbeiter durch kleine Aufmerksamkeiten, weil mir bewußt ist, daß ich ihnen meinen Erfolg zu verdanken habe.