Zum Erfolg von Rudolf Kunesch
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg heißt für mich, befriedigt zu sein eine Leistung erbracht zu haben. Das schließt ein, einem Kunden geholfen zu haben. Wenn die Kunden glücklich sind, bin ich es auch. Diese Zufriedenheit ist für mich Erfolg. Materieller Erfolg zählt nicht für mich, denn wenn man mehr Geld hat, gibt man auch mehr aus. Erfolg ist auch, wenn meine Mitarbeiter glücklich sind.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, links und rechts der österreichischen Autobahnen habe ich Projekte erfolgreich abgewickelt. Diese sehe ich als meine Kinder. Das befriedigt mich.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Einerseits war es enormes Glück. Der Wurf eines Schillings entschied über meine Karriere in der Heizungs- und Lüftungstechnik und andererseits war es Herr Professor Schwarz an der HTL in Wien, der mich als Mitarbeiter der Versuchsanstalt für Heizung und Lüftung engagierte. Ich glaube, daß ich mittlerweile eine weltweite Kapazität auf diesem Gebiet. Ich ging immer der Sache auf den Grund, ich glaubte nicht, sondern ich versuchte zu begreifen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich begegne ihnen cool. Bei neuen Geschäftsfällen schaue ich mir die Anlage persönlich an. Ich versuche alle meine Sinne zu benützen. Dabei helfen mir Intuition und Systematik, und oft auch Glück.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Bereits in der HTL hatte ich das Glück, sehr gute Lehrer zu haben. Ich hatte immer normale Noten, das heißt „Sehr Gut“. Auch als neunzehnjähriger Konstrukteur besuchte ich bereits die Baustellen um die Probleme vor Ort zu sehen, und zu verstehen. Dadurch gewann ich unzählige Eindrücke und konnte am Zeichentisch darauf reagieren.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Keine besondere. Das Begreifen von Situationen zog sich die letzten 40 Jahre wie ein roter Faden durch mein Leben.Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein? Ich denke, es ist die Originalität. Denn meine Aufgabe als Ingenieur ist es, alles was bisher unmöglich war, möglich zu machen. Vielen Firmen, die ich berate, teile ich nicht nur meine Überzeugungen, sondern auch meine Visionen mit.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? In der HTL hatte ich den Lehrer Prof. Schärf, der mir die Mathematik als Handwerkszeug mitgab.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Anerkennung erfahre ich einerseits durch die Motivation meiner Mitarbeiter und die durch Zufriedenheit meiner Kunden. Andererseits sehe ich, daß einstige Schüler mittlerweile Kollegen geworden sind.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Es gibt in unserer Branche eine große Herausforderung und zwar die momentanen Energieträger Öl, Gas und Kohle durch Alternativen zu ersetzen, wie zum Beispiel durch regenerierbare heimische Energiequellen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich denke, daß ich als Fachmann gesehen werde, der manchmal etwas zu genau ist.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Diese spielen eine wesentliche Rolle. Ich fühle mich nur als Kaptain des Teams, der die Entscheidungen trifft.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Einerseits fachliche Kriterien, ob sie mit ins Team passen und dann probiere ich es. Gewisse Dinge kann man nur durch Erleben feststellen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere, indem ich sie am Erfolg teilhaben lasse. Dieser Erfolg ist der Motor für weitere Aufgaben.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Diese halten es bei mir aus.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Da ich nicht Angestellter einer Firma bin, brauche ich auch keine Firmeninteressen zu vertreten. Ich bin in der glücklichen Lage die Interessen meiner Klienten vertreten zu dürfen. Deshalb kann ich auch die Wahrheit sagen. Wir machen das, was andere nicht können.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Gar nicht. Meine Leistung hat eben einen Preis. Da ich meine Qualifikation gezielt einsetze, gibt es auf meinem Gebiet kaum Konkurrenz. Denn für die gewöhnlichen Aufgaben bin ich zu teuer.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich hoffe, es gelingt mir. Ich versuche mir den Donnerstag frei zu nehmen.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich lese und informiere mich täglich, und besuche mehrere Kongresse jährlich. Auch das Unterrichten läßt mich wieder nachdenken und rekapitulieren. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Die Karriere planen, kann man nicht. Es gehört aber auch eine gehörige Portion Glück dazu. Dieses Glück muß man beim Schopf packen, und dann etwas daraus machen. Man muß auch die Bereitschaft haben etwas anzugreifen, denn nur dann lernt man zu begreifen. Wenn man aber ordentlich arbeitet, wird man überall geschätzt. Man soll viel arbeiten, und Dinge ordentlich oder gar nicht erledigen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich hoffe noch mehr reisen zu können, um zu sehen wie es wo anders aussieht und um auch die Heimat wieder schätzen zu können.
Ihr Lebensmotto?
Einem Ingenieur ist nichts zu schwer. Unmögliches möglich machen.