Zum Erfolg von Janneke Hovis
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Materieller Erfolg bedeutet für mich eigentlich relativ wenig. Durch die Außenwelt ist man genötigt, erfolgreich sein zu müssen, daher muß ich diesem Zeitgeist folgen, ich sehe Erfolg jedoch nicht als oberste Priorität in meinem Leben. Erfolg liegt für mich grundsätzlich in der Freude, die ich verspüre, wenn ich einen guten Tag gehabt habe.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Wenn ich einem Kunden eine Freude machen konnte, wenn ich glücklich bin und wenn es meiner Familie gut geht, wenn meine Kinder und meine Eltern stolz auf mich sind, sehe ich mich als erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich führe sehr schöne, dekorative Schmuckstücke, die größtenteils Einzelstücke sind, und die ich äußerst preisgünstig einkaufe und designe. Ich liebe meinen Beruf, daher kann ich auch gut verkaufen, wobei ich ein sehr ehrlicher Mensch bin. Sehr wichtig war für mich die Unterstützung durch meine Familie.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Indem ich mich für die Herausforderungen interessiere, sie ständig hinterfrage und allen Tätigkeiten des Lebens mit Humor begegne, gelingt es mir, jede Herausforderung zu meistern.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Ich glaube nicht, daß man es als Frau schwieriger hat. Wenn man das Leben liebt und etwas Charme hat, kann man Gespräche bei Verhandlungen führen, ohne daß sich jemand benachteiligt fühlt.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Da ich zwei Kinder habe, einen Haushalt führe, mit meinem Partner eine gute Beziehung führe, das Leben genießen kann, mir mein ganzes Fachwissen selbst bei gebracht habe, mein Unternehmen von Null Kunden innerhalb eines Jahres auf 1300 Kunden aufbauen konnte, und immer schon gerne gearbeitet habe, glaube ich sagen zu können, daß ich mich eigentlich immer schon als erfolgreich betrachtet habe.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Obwohl ich selbst kaum Schmuck trug, landete ich aus mehreren Gründen in meiner jetzigen Branche. Meine Mutter und meine beiden Brüder sind seit Jahren in der Schmuckbranche tätig, wobei mich dieses Thema jedoch nie interessierte. Wenn man jedoch Jahrzehnte mit schönen Dingen zu tun hat, entwickelt man auch naturbedingt eine gewisse Affinität zu ihnen. Als mir eines Tages meine kleine Tochter eine selbst gebastelte Kette schenkte, die ich auch trug, und mir am Spielplatz immer wieder Angebote für dieses Schmuckstück gemacht wurden, begann ich über dieses Thema nachzudenken. Ich begann mich, ohne fachliches Vorwissen zu haben, in diesem Bereich fortzubilden und erkannte schließlich, daß schöne Schmuckstücke auch gut zu vermarkten sind. Aus diesem Grund machte ich mich selbständig. Selbständig und kreativ zu arbeiten, mich mit schönen Dingen zu umgeben und mich um meine Familie zu kümmern, ist die schönste Kombination, die ich mir für mein Leben vorstellen kann.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Ich schätze die Originalität.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche ungelöst? Es gibt kein Problem, das nicht gelöst werden könnte. Wenn man sich die Preiskämpfe ansieht, erkennt man, daß sich viele Unternehmer auf ein Spiel einlassen, das völlig sinnlos ist.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die Stärken meines Unternehmens liegen sicher in meiner Kreativität, in meinem Fachwissen, mein Konzept, das Unternhmen sehr persönlich zu fürhen und kein Schmuckgeschäft im herkömmlichen Sinne zu führen. Das fängt bei der Präsentation an bis hin zur Verpackung die anders ist als gewohnt. Wichtig ist auch der ständige Kundenkontakt. Ich rufe oder schreibe nach, bedanke mich für jeden Besuch und frage auch manchmal wie es dem erworbenen Stück geht und weiters in meinem Umgang mit meinen Kunden, die ich als Gäste bezeichne. Ich befasse mich mit sehr großer Intensität mit ihnen, wobei ich auf ca. 60 Prozent weibliche und auf ca. 40 Prozent männliche Kundschaft verweisen kann. Eine weitere Stärke ist, daß ich mit internationalen Künstlern zusammenarbeite, deren Kreationen ich vermarkte. Jeder Kunde ist für mich ein Mensch, mit dem ich mich sehr intensiv auseinandersetze, daher arbeite ich nur an fixen Terminen. Ich nehme mir für jeden Kunden sehr viel Zeit, und kein Kunde schaut einem anderem über die Schulter. Da ich im Einkauf der Ware sehr penibel vorgehe, schaffe ich es, das Leistungs- und Finanzgebaren für meine Kunden äußerst attraktiv zu gestalten. Ich führe zum Großteil Einzelstücke und Schmuck, den Juweliere nicht verkaufen.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich habe mich auf Schmuckstücke aus Steinen und Glas spezialisiert und somit eine Nische in der Branche gefunden. Daher brauche ich mich nicht um das Gebaren meiner Konkurrenten zu kümmern. Ich betrachte außerdem eine gesunde Konkurrenz als fördernd und bin der Meinung, daß man es weiter bringt, wenn man Hand in Hand arbeitet. So kann man viel dazu lernen und sein Wissen weiter geben. Was gibt es Schöneres?
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich mache pro Jahr sechs bis sieben Reisen, schaue mir die branchenspezifischen Märkte auf der ganzen Welt an und lese täglich Fachliteratur.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Es ist äußerst schwierig, Empfehlungen abzugeben. Wesentlich ist, sich ein Ziel zu stecken, es auf geradem und ehrlichem Weg anzustreben und sich selbst als seines eigenen Glückes Schmied zu betrachten. Man sollte die Tiefs, die jeder erlebt, ob geschäftlich oder privat, positiv betrachten und daraus lernen.