Zum Erfolg von Christian Brachmann
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich persönlich glaube, daß man Erfolg retrospektiv feststellen kann; wenn man von sich sagen kann: Mein Weg war richtig, ich habe meine Arbeit gern gemacht, war mit meinem Leben zufrieden und würde es wieder so machen, dann war man erfolgreich. Erfolg bedeutet weiters, einen guten Freundeskreis und eine eigene intakte Familie zu haben und mit motivierten Mitarbeitern zusammenzuarbeiten, weil mich das bestätigt, ein gutes Umfeld geschaffen zu haben, in dem sich die Mitarbeiter wohl fühlen können. Zufriedene Mitarbeiter arbeiten so, daß der Kunde ebenfalls zufrieden ist und wieder kommt, und ein hoher Stammkundenanteil ist für mich ebenfalls ein Aspekt des persönlichen Erfolges.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Im Sinne meiner Definition sehe ich mich als erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend für meinen Erfolg war mein Glück, in einem Elternhaus aufgewachsen zu sein, wo ich Harmonie und eine wunderbare Atmosphäre erlebte, die mir erlaubte, mich ohne Einschränkungen frei zu entwickeln. Ich genoß eine sehr gute Erziehung und pflege bis dato sehr guten Kontakt zu meinen Eltern und Geschwistern. Ich stecke mir Ziele, die ich sehr konsequent verfolge, bin aber auf dem Weg dorthin auch bereit, mir Alternativen bzw. „Umwege“ zu suchen, wenn ich am direkten Weg das Ziel voraussichtlich nicht erreichen kann. Ich führe ein sehr konstantes Leben und bin kein Mensch, der permanent sein persönliches Verhalten ändert. Generell schätzt man an mir meine Verläßlichkeit, die ich zugleich als Erfolgsfaktor und Erfolg betrachte.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Ich möchte authentisch sein, und das gelingt mir nur, wenn ich niemanden kopiere oder imitiere. Würde ich mich verstellen oder anderen in irgend einer Form etwas vorspielen, wäre ich nicht in dem Maße erfolgreich, wie ich es bin. In geschäftlicher Hinsicht hat der japanische Weg zumindest eine Zeitlang gezeigt, daß es nicht nur erfolgversprechend sein kann, bestehende Produkte aufzugreifen und zu verbessern, sondern daß man mit einem „verbesserten Imitat“ durchaus noch erfolgreicher sein kann als mit dem Original.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Mitarbeiter stellen einen wesentlichen Faktor des Erfolges dar, weil von ihrer Leistung das Gelingen des gesamten Unternehmens abhängig ist. Ein Unternehmen kann ohne Mitarbeiter nicht funktionieren, deshalb spielen sie eine große Rolle, was ich ihnen auch vermittle, indem ich meinen Respekt und meine Wertschätzung ausdrücke.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich denke, daß es ungemein wichtig ist, dem Mitarbeiter zu zeigen, daß er Mensch ist und Mensch sein darf – mit all seinen Stärken und Schwächen.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich merke, daß meine Entscheidungen – auch wenn sie nicht immer begeistert aufgenommen werden, weil sie manchmal auch schmerzhaft sind – von den Mitarbeitern akzeptiert und mitgetragen werden, und das bestätigt mich in meiner Führungsarbeit.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Es gelingt mir, Beruf und Privatleben zu vereinbaren, weil ich mir meine Zeit sehr gut einteile und mir ganz bewußt Zeit für jene Dinge nehme, die mir wichtig sind: für mich selbst, meine Partnerin, meine Familie, meine Freunde und selbstverständlich für mein Geschäft bzw. für wichtige Thematiken. Den Satz „Dafür habe ich keine Zeit“ versuche ich ganz bewußt aus meinem Wortschatz herauszuhalten.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wer erfolgreich werden will, muß zum einen seine Stärken erkennen und sich zum anderen Ziele stecken, die er sehr konsequent verfolgt. Grundsätzlich glaube ich nicht, daß es ein Erfolgsrezept gibt, das als allgemeingültig zu werten ist. Vielmehr liegt es an jedem selbst, seinen Erfolg zu definieren.