Zum Erfolg von Jana Revedin
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, meiner Idee treu zu bleiben.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich fühle mich dann erfolgreich, wenn ich durch die Umsetzung meiner Ideen und Prinzipien Menschen bereichere und glücklich mache.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Demut. Selbstkritik. Humor. Glauben. Nach Hilde Domin: „Sich nur dem Höchsten beugen.“ Jeder noch so kleine Erfolg gebiert Zuversicht, Selbstsicherheit, Gelassenheit und zieht neue Erfolge nach sich. Das Ergebnis: ein ganz eigener, vielleicht „magischer“ Schwung.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Als ich sechs Jahre alt war, stand ich vor meinem ersten Schirennen am Corvigliahang über Sankt Moritz und fragte meinen Vater, ob ich das Rennen wohl gewinnen sollte. Mein Vater antwortete: Wenn Du kannst, dann gewinn! Ich dachte mir, wenn ich schon da steh', geb' ich mir alle Mühe - und gewann.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
In der Geschichte: Bramante, Palladio, Mies van der Rohe. In der Gegenwart: Julia von der Schulenburg, Michael Graves, Aldo Rossi, Luca Scacchetti, Giorgio Grassi, Salvatore Bisogni, meine Verleger, sämtliche Bauherren, die in mich vertrauten.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Hoffentlich als liebevoll! Oft empfinden mich Menschen als überraschend offen und herzlich (trotz der Bekanntheit, der Titel etc.) und als ebenso überraschend unkonventionell und begeisterungsfähig (das macht der „magische“ Schwung, das sich niemals dem Neuen verschließen), jedenfalls schätzt man an mir meine Konsequenz und meine Verläßlichkeit.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Früher war es die Bauhütte, heute das Planungsteam - ohne sie, ohne gewagte Avant Garde in Design und Technologie, ohne fundiertes Handwerk, ohne die Menschen, die ihre Kenntnisse und ihre Liebe in jeden Entwurf einbringen, entsteht kein Projekt, baut sich kein Bauwerk.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
In erster Linie sind mir, neben dem Know How, persönliche Faktoren wichtig, Gelassenheit, Humor, Offenheit, Großzügigkeit. Für die technischen Konsulenten ist Fachwissen und Erfahrung, auch Risikobereitschaft Voraussetzung, für die Gestalter ein angeborener Sinn für Takt, Einfühlungsvermögen und eine große Portion kreativer Leichtsinn.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich habe in den letzten Jahren den Beruf für mein Familienleben maßgeschneidert. Viele meiner Kollegen und Freunde aus den Weltmetropolen fragen sich: was macht sie da in Venedig, „auf dem Dorf“ und erst in Kärnten, „bei den Schafen und Ziegen“! Wenn ich jedoch meine Kinder gesund und geborgen heranwachsen sehe, wenn ich in Einfachheit aber intellektuellem und spirituellem Niveau leben kann, erweist sich meine Wahl für diese Phase meines Lebens als die richtige.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich rate jungen Menschen, ihren Talenten zu folgen und sich für sie einzusetzen. Erfolg ist Risiko, ist kontinuierliche Arbeit an sich selbst und: die eigene Arbeit, der eigene Erfolg betrügen uns (im Gegensatz zu manchen Illusionen, Wünschen, Versprechungen, Gefühlen) nie!
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Gute Architektur machen. Gute Texte schreiben. Weiterhin die Talente junger Menschen fördern.
Ihr Lebensmotto?
Einfachheit altert gut.