Zum Erfolg von Ronald Seunig
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Trotz wirtschaftlichen Erfolgs auf dem Teppich bleiben und sich immer noch über ein Schnitzel freuen zu können, Mensch zu sein und zu bleiben. Mein größter Erfolg war es, die Schicki-Mickis zu meiden und der Ronnie zu bleiben.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, weil ich mir meinen Traum von einer eigenen Burg verwirklicht habe und mein Betrieb ohne fremdes Kapital zur Nummer Eins wurde.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich wußte schon mit 18 Jahren, daß irgendwo Geld auf mich wartet. Ich dachte mir: Mit 30 Jahren bin ich reich genug, um nicht mehr arbeiten zu müssen. Ich hielt immer mit absoluter Konsequenz die Augen nach Chancen offen, glaubte an Ideen und ließ mich nie entmutigen. Meinen Erfolg macht auch die Kreativität aus, durch die ich nicht in 08/15-Situationen gerate, und die sich auf den Betrieb auswirkt. Volle Identifikation mit dem Projekt, das Verwirklichen einer Legende voller Mystik und Magie, bei der ich als Perfektionist alles selbst entwerfe, vom Bau bis zum Logo. Ich spüre fremde Mentalität und gehe auf sie ein, lerne Sprachen und arbeite mit größtmöglicher Ehrlichkeit. Ich bin kein Verlierer und spiele nur Spiele, die ich gewinne. Ich kenne natürlich auch Niederlagen - Fehleinschätzungen, wenn ein erwarteter Erfolg ausbleibt. Niederlagen sind eine wichtige Erfahrung und ebenso wie Erfolge ein Lernprozeß. Sie sind ein Ansporn, es besser zu machen. Kraft schöpfe ich aus dem Erfolg und der Anerkennung. Ich brauche viel Selbstüberwindung, vor allem, wenn es keinen finanziellen Bedarf mehr gibt.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Alle Stehaufmännchen wie Thomas Alva Edison, weil er auch nach über 1.200 Rückschlägen nicht aufgab und damit bewies, daß einem, wenn man an eine Idee glaubt, einmal ein Licht aufgeht. Niki Lauda, weil er mit Konsequenz seinen Weg ging, sich nicht einmal durch seinen Unfall aus der Bahn werfen ließ und dabei ohne jede Arroganz geblieben ist.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Erfolg bringt zwangsläufig Anerkennung, wichtig ist sie mir von Familien und Freunden. Von den Medien fühle ich mich bestätigt und freue mich, daß selbst Politiker, die mich sonst gern verdammen, meinen Erfolg anerkennen müssen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Meine Familie ist stolz auf meine Leistungen und genießt den Erfolg mit mir. Ich werde von allen respektiert, auch wenn manche glauben, ich würde jetzt in höheren Sphären schweben, was aber überhaupt nicht der Fall ist. Ich habe weder meine Freunde noch mein Stammlokal gewechselt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich bin der Ideenlieferant und lasse mich nicht beeinflussen, aber ich lasse meine Mitarbeiter und Lieferanten gut verdienen und bleibe ihnen treu.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man muß seine Position im Orchester des Lebens bestimmen, festlegen, ob man dirigieren oder nur mitspielen will, erkennen, ob man ein Führertyp ist. Hat man das erkannt, so ist es nicht wichtig, welche Richtung man einschlägt, sondern nur, ob man die gewählte Idee konsequent umsetzt - und egal was man macht: immer versuchen, darin der Beste zu sein!
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich habe alles in rasanter Zeit erreicht und kämpfe gegen Motivationsprobleme. Jetzt suche ich gerade neue Ziele, denn immer die Nummer 1 zu sein ist langweilig.
Ihr Lebensmotto?
Leben und leben lassen, geliebt zu werden und auch selbst lieben zu können.