Zum Erfolg von Heinz Petters
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist, wenn ich eine schöne Rolle so zustande bringe, daß sie das Publikum voll annimmt. Das merkt man am Schlußapplaus nach der Premiere.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Überhaupt nicht, ich habe aber Mittel, mir zu sagen, daß ich erfolgreich bin. Mich bauen z.B. Briefe von Kapazitäten wie Weigel, Manker, Lindberg oder Nimmerrichter auf.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich denke, man sieht mich als erfolgreich. Wenn ich Rollen nach Hörbiger, Muliar oder Rühmann spiele, die von der Kritik gut aufgenommen werden, ist das sicher ein Erfolg.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Entscheidung, von Graz - so schön es dort ist - weg in eine Metropole zu wechseln, wo ich reüssieren konnte, war sicher wesentlich. Ebenso richtig war es, den Vertrag mit der Josefstadt nicht anzunehmen und erst Erfolge an kleineren Häusern zu sammeln. Erst nach Erfolgen an kleinen Bühnen kann man in großen Häusern etwas erreichen. Hat man einmal mit einer großen Rolle an einem großen Haus keinen Erfolg, stürzt man ab und bekommt so schnell keine Chance mehr.
Was ist für Ihren Erfolg ausschlaggebend?
Am Theater kann der Grund für Erfolg nur Begabung sein. Ganz wichtig ist es, den richtigen Weg zu erkennen. Mir gefiel (nachdem ich schon als Kind eine Liebe zu diesem Haus entwickelte und schon damals hier spielen wollte) das Volkstheater so gut, daß ich selbst Angebote des Burgtheaters ablehnte. Aber meine Devise lautet: Eine gute Ehe scheidet man nicht. Von Professor Epp und Manker, die ihre Schauspieler aufbauen und pflegen, wurde ich ebenfalls sehr gefördert.
Was ist für den Erfolg hinderlich? Der Mißerfolg, und der kann unterschiedliche Gründe haben. Bei einer falschen Inszenierung heißt es: mitgefangen, mitgehangen. Oder wenn man eine falsche Rolle spielt, die einem nicht steht. Gott sei Dank habe ich ein Gespür und erkenne sofort, wenn eine Rolle nicht mir gehört. In so einem Fall sage ich das auch sofort.
Welche Rolle spielt Ihr Umfeld? Die Partner, Bühnenbildner, Regisseure, etc. spielen eine wesentliche Rolle. Schlechte Partner sind ebenso schlechte Vorzeichen wie eine schlechte Regie oder ein falsches Bühnenbild.
Wie gehen Sie mit Niederlagen um?
Ich hatte kaum Niederlagen. Sobald man sich auf die Bühne oder vor die Kamera stellt, stellt man sich automatisch der Kritik und muß mit ihr leben. Gute Kritiken freuen mich, aber ich ärgere mich nicht über schlechte. Protestieren wäre sowieso Quatsch. Ob etwas ein Erfolg ist, sehe ich an den Gesichtern des Publikums.
Lesen Sie Kritiken? Ich sammle sie und lese sie meist erst ein Jahr später, dann aber alle und ganz genau. Das auch deshalb, weil ich keine schlechten Kritiken über andere Mitwirkende lesen will und so auch dazu keine Stellung nehmen muß.
Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft?
Aus der Liebe zum Beruf. Ich bin von Natur aus faul, da ich mir aber Faulheit nicht leisten kann, bin ich fleißig wie eine Biene. Ein lockerer Job ist die Schauspielerei nicht. Um mich fit zu halten, trainiere ich und mache Ballettübungen.
Welche sind
Ihre Ziele?
Schöne Rollen spielen und schöne Filme machen, aber das mache ich sowieso. Je älter ich werde, desto mehr Rollen kommen auch auf mich zu.
Haben Sie Vorbilder?
Als Kind hatte ich eine große Liebe zu Josef Meinrad und Paula Wessely. Sie ist für mich der Inbegriff einer Schauspielerin. Hans Moser war überhaupt der Größte. Er überreichte mir meinen ersten goldenen Rathausmann und sprach mich vorher hinter der Bühne an: So jung und so begabt will ich sein, sagte er und fügte an: aber wenn'S auf die Bühne gehen, machen'S Ihr Hosentürl zu!.
Ihr Lebensmotto?
Ich lebe mein ganzes Leben für Theater und Film.