Zum Erfolg von Wolfgang Färber
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet, eine Idee zu verfolgen, die sich durchsetzt.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Wenn ich sehe, daß die Sicherheitsausstattung unserer Schilling-Banknoten weltweit nachgeahmt wird, erkenne ich den Erfolg. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Einerseits waren die Rahmenbedingungen in der Nationalbank besonders gut, ein wenig Glück war sicherlich ebenso dabei wie das Gefühl, hier all meine Erfahrungen nutzen zu können. Die Österreichische Nationalbank war immer daran interessiert, gut geschützte Banknoten zu produzieren, deshalb ist es mir gelungen, in diesem Unternehmen erfolgreich zu sein.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich werde oft konfrontiert mit Dingen, die mir unüberwindlich erscheinen. Dann versuche ich vorerst, Distanz zu dem Problem zu gewinnen und es von außen zu betrachten. Dabei stellt sich meist heraus, daß es gar nicht so unüberwindlich ist, wie es erscheint. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mit dem ehemaligen Direktor der Druckerei arbeitete ich 18 Jahre lang gut zusammen, wir ergänzten uns optimal. In dieser Zusammenarbeit sind damals viele erfolgreiche Projekte entstanden.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Vor dem EU-Beitritt war die Zusammenarbeit international offen und vorbehaltlos, und man war untereinander befreundet. Heute stehen wir untereinander im Wettbewerb und der Informationsaustausch ist vorbei. Das große Problem ist aber, daß es nun zu viele Banknotendruckereien gibt, früher hatte jedes Land seine eigene Druckerei, das ist seit der Union nicht mehr nötig, und es muß eine Lösung herbeigeführt werden.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Eine ganz wichtige. Ich allein kann keine Druckerei führen und habe auch nicht allein die zahlreichen innovativen Ideen kreiert. Mein Beitrag dazu war, daß ich mich umschaute, was für uns interessant sein könnte, aber umgesetzt wurde es vom gesamten Team. Vor der Ausgliederung aus der Nationalbank mußten wir das Personal verringern, einige Mitarbeiter konnten wir von der Nationalbank leasen, andere mußten wir neu aufnehmen, so entstand eine Zweiklassengesellschaft. Trotzdem schafften wir die große Herausforderung der Euro-Erstausgabe, und zwar so gut, daß wir auch einen beträchtlichen Anteil für andere Länder druckten. Das war ein Erfolg des ganzen Teams. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Mit der Ausgliederung aus der Nationalbank mußten wir beweisen, daß wir auch wirtschaftlich arbeiten können. Vom Mitbewerb unterscheiden wir uns, indem wir nicht nur drucken, sondern darüber hinaus technisches Know-how und Neuentwicklungen auf allen Gebieten anbieten können.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das ist schwierig, denn ich verbringe jeden Tag zwölf Stunden im Büro, da kommt das Privatleben natürlich zu kurz. Trotzdem glaube ich, genug Kontakt zu meinen Töchtern gehabt und intensiv am Familienleben teilgenommen zu haben. Es ist aber eine permanente Zerreißprobe, zum Glück hat meine Frau die Aufgabe übernommen, die Geschicke der Familie zu managen, das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und vergleichbar mit einer Managementposition.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Erstens die Dinge immer positiv und neugierig angehen und möglichst danach trachten, etwas zu machen, das einen interessiert.
Ihr Lebensmotto?
Ich versuche immer wieder, mich selbst nicht zu ernst zu nehmen, und hinterfrage laufend die eigenen Aktionen.