Zum Erfolg von Karl Herbert Schneider
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich baute dieses Unternehmen in Österreich von Null auf und wenn ich die Umsatzzahlen betrachte, kann ich mit vollem Recht behaupten, erfolgreiche Arbeit geleistet zu haben. Erfolg ist das Elixier des Lebens. Erfolg bedeutet, Glücksgefühle zu spüren, die man mit Worten nicht bewerten und darstellen kann. Ich glaube, daß jeder Mensch Vorstellungen, Wünsche und Ziele hat; Erfolg bedeutet, diese realisieren zu können.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, wenn ich meinen Werdegang betrachte, kann ich mich als absolut erfolgreich einstufen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Solange man Erfolg hat, macht auch die Arbeit Freude. Wenn ich zehn Stunden lang gern arbeite, werde ich hohe Leistungen vollbringen können. Daher würde ich meine Einstellung zur Arbeit und zum Unternehmen als ursächlichsten Faktor für meinen Erfolg ansehen. Es gab jedoch noch weitere Faktoren: Ich werde oft als Glückskind gesehen, ich selbst jedoch sehe es anders. Ich bin der Überzeugung, daß jeder Mensch Glück haben kann, nur kommt es eben nicht von selbst. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und nehme meine Chancen wahr. Ich bin ein schwieriger, spontaner, direkter und zielgerichteter Mensch, der sich jedoch nie übertriebene Ziele setzt. Desweiteren hatte ich nie Schulden und sagte immer frei, was ich empfand.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Erst nach der Schule wurde aus dem Schlitzohr, ein Mensch, der gern arbeitete und gern erfolgreich wurde. Ich fand die gute Mischung aus Lebensqualität und Karriere und fühle mich als zufriedenen und glücklichen Menschen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein ehemaliger Chef des Unternehmens Bayer pflegte immer zu mir zu sagen: „Herr Schneider, sie sind der unangenehmste aller Mitarbeiter, aber ich muß gestehen, der erfolgreichste. Bei meiner ersten Berufsstation beim Unternehmen Meinl arbeitete ein Verkaufsleiter, der von allen wegen seines Humors und seiner Fröhlichkeit sehr gemocht wurde, diese Eigenschaften eignete ich mir deshalb an, da ich sie als Schlüssel für alle Arten der Kommunikation erkannt hatte. Ich lernte natürlich noch einige andere Leute in meinem Seminar- und Berufsleben kennen, die mich auch auf irgendeine Weise inspirierten und anspornten.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich werde als Glücksmensch betrachtet. Alles was ich angreife, gelingt und wenn einer aus meinem Bekanntenkreis ein Problem hat, sage ich ihm meine Hilfe zu. Alle wissen, daß ich Probleme, die mich an meine Grenzen führen, fast zwanghaft einer Lösung zuführe.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Mitarbeiter müssen mir vor allem sympathisch sein und in mir das Gefühl erwecken, daß ich mit ihnen arbeiten kann.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Menschen können nur Leistungen erbringen, wenn sie motiviert sind, daher habe ich auch kein Problem, selbst mitzuarbeiten, wenn Not am Mann ist. Ich kann von Mitarbeitern nur das verlangen, was ich bereit bin, selbst zu leisten. Motivieren kann ich die Mitarbeiter, indem ich ihnen zu erkennen gebe, daß wir nur als Team erfolgreich sein können. Jeder kann frei arbeiten und Verantwortung übernehmen. Sehr wichtig ist die Gruppendynamik, daher kontrolliere ich meine Außendienstmitarbeiter nur in den seltensten Fällen. Ich messe die Leistung am Erfolg, und solange der Erfolg stimmt, stimmt auch unsere Richtung.Welche Leistungsmotivation empfinden Sie effizienter - Begeisterung, oder die Festsetzung von Vorgaben? Wir haben ein Maß an Arbeitsvolumen, und solange dies erfüllt wird, ist es mir egal, wie. Bei mir schreckt niemand zusammen, den ich einen antreffe, wie er gerade gemütlich Kaffee trinkt. Jeder hilft jedem, in der Begeisterung jedes einzelnen Mitarbeiters für seine Tätigkeit und sein Unternehmen sehe ich das wichtigste Element für den Erfolg.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich hatte niemals Probleme, die beiden Bereiche miteinander zu vereinbaren, obwohl meine Familie vielleicht manchmal unter meiner Abwesenheit leidet.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich rate jedem jungen Menschen zu Konsequenz, Ehrlichkeit und Dynamik.
Ihr Lebensmotto?
Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, keine Bildung aber den natürlichen Verstand (Schopenhauer), und: Es gibt auch ein Leben vor dem Tod.