Zum Erfolg von Werner Robert Schmalvogl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet, alles, was man sich vornimmt, zu erreichen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich zähle sicher nicht zu den Versagern. Unter günstigeren Startbedingungen hätte ich vielleicht noch erfolgreicher sein können.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Man muß von einer Sache begeistert sein und sich darauf stürzen, ohne Rücksicht darauf, ob sie zum Erfolg führt oder nicht - und alle Dinge, die man tun möchte, immer selbst machen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich versuche stets, mir etwas Neues zu überlegen und dies dann auch zu perfektionieren. Ich kämpfe nicht gegen die Dinge an, sondern versuche mich immer den Gegebenheiten anzupassen. Was man mit Gewalt versucht, hat wenig Erfolg.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Eines meiner großen Vorbilder war und ist sicherlich Herr Karl Wlaschek. Seine Bescheidenheit, seine kaufmännischen Fähigkeiten, seine Leistungen sowie seine Menschlichkeit haben mich immer beeindruckt. Er war immer fair, aber immer auch beinhart.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Seit dem EU-Beitritt ist die gesamte Branche im Umbruch. In den südlichen Ländern herrscht ein wesentlich geringeres Lohnniveau, daher können diese natürlich ihren Wein billiger verkaufen. Wenn ich die Kosten vergleiche, so habe ich noch nicht einmal eine Weintraube geerntet, während dort schon die Flasche zum Verkauf angeboten wird. Also habe ich mich von der Billigpreisschiene abgekoppelt und auf Spitzenqualität gesetzt.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Nach Fachwissen und Berufspraxis, aber auch nach Gefühl. Meine Mitarbeiter müssen in die Branche passen.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Zu meinen Mitarbeitern besteht kein enger Kontakt. Alle sollen sich wohl fühlen, der Privatbereich muß aber auch gewahrt werden und vorhanden sein. Ich hole mir die Meinungen anderer sehr wohl ein, Entscheidungen treffe ich allerdings selbst, da ja auch ich den Kopf hinhalten muß, wenn etwas schiefläuft.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Meine Weine sind die Stärke des Unternehmens - alles absolute Spitzenprodukte, mit dem Vorteil und der Garantie, daß sie immer, also unabhängig vom Jahrgang, gleich schmecken. Ich übernehme den Wein von den verschiedensten Vertragsbauern und bringe jeden Tropfen in die Bundesanstalt für Weinbau, wo er amtlich verkostet und bewertet wird. Das Besondere daran ist, daß die einzelne Weinsorte, beispielsweise der Cabernet Sauvignon, sich aus dem Wein verschiedener Weinbauern zusammensetzt. Der Wein von Bauer A und B und ein bißchen von C werden aufeinander abgestimmt und zu meinem jeweiligen „Husaren“ verarbeitet, so kann ich jedes Jahr den gleichen Geschmack garantieren. Das ist zwar teuer für mich, aber ein Qualitätsmerkmal für meine Weine. Ich biete zwölf verschiedene Husaren-Weinsorten, die alle nach verschiedenen Farben benannt sind. Das dient der Identifikation und hat den Vorteil für die Gastronomie, daß die Gäste auf der Weinkarte alle Weine genau beschrieben finden, vom roten bis zum grünen, honiggelben und silbernen Husaren. Die einzelnen Weinsorten schmecken in erster Linie sortentypisch, eben genauso, wie jeder einzelne Wein aufgrund der jeweiligen Traubensorte schmecken soll. Mit dem Verein Gesundes Österreich habe ich eine Plattform geschaffen, in welcher sowohl die suchenden Kunden als auch die anbietenden Betriebe eine optimale Behandlung erfahren.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Die meisten Chancen werden dadurch zerstört, daß sich Menschen von ihrem Umfeld negativ beeinflussen lassen. Es wird immer wieder gesagt, Das geht ja nicht, Das gibt’s ja schon, oder Das hat ja schon einer ohne Erfolg probiert. Dadurch lassen sich die Leute abschrecken und setzen ihre Ideen entweder gar nicht oder nur halbherzig um. Es ist gut, sich andere Meinungen anzuhören, aber man darf sich nicht zu sehr beeinflussen lassen und muß seinen Weg strikt nach seinen eigenen Vorstellungen gehen. Man muß das machen, was man selbst will, und nicht das, was die anderen gerne sehen wollen.
Ihr Lebensmotto?
Um zehn Prozent Erfolg zu haben, muß man 100 Prozent Leistung erbringen.