Zum Erfolg von Wolfgang Karlinger
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, meinen Betrieb so wirtschaftlich als möglich zu führen und in zweiter Linie Selbstverwirklichung. Wenn ich meine Ziele erreichen kann, bin ich erfolgreich.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich auf einem erfolgreichen Weg.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend waren sicher meine Stationen bei Gastronomiepersönlichkeiten wie Eschlböck, Viehhauser und Wörther, die sich auch selbständig gemacht haben, um sich selbst zu verwirklichen. Als Gastronom ist man ja auch ein Künstler in der Küche und ein Schauspieler im Service. Das gelingt mir durch die renommierten Häuser, in denen ich Station gemacht habe, ganz gut.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Jeder Tag ist eine neue Herausforderung, denn man muß sich individuell auf jeden Gast einstellen.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Erfolgversprechender ist sicher die Originalität, wobei man in der Küche im Grunde nichts Neues mehr erfinden kann, denn die Eß- und Trinkkultur ist die zweitälteste Kultur überhaupt. Sicher hat dabei jeder eine eigene Linie, genauso hat man aber seine Anhaltspunkte und Erfahrungen wie ein Gericht am Besten zur Geltung kommt. Von den verschiedenen Schulen, die es gibt, muß man das Geeignete für sich herausfiltern, und dann kommt es zu einer eigenen Linie.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ich versuchte aus jedem Betrieb das Beste mitzunehmen und ein eigenes Konzept zu finden, daß an die Region angepaßt ist.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
In den achtziger Jahren waren die Leute eher bereit, Geld für gutes Essen auszugeben. Mittlerweile sind die Werte der Menschen ganz anders situiert. Familie, Haus, Auto und Urlaub ist vorrangiger als ein schönes Essen zu genießen. Zeit ist Geld, Fastfoodketten leben daher auf. Der Genußfaktor in unserer Branche hat sich gegenüber früher sehr reduziert.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ohne gute Mitarbeiter könnte ich keine großen Erfolge erzielen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich bin der Erste im Betrieb und gehe als Letzter nach Hause. Den Mitarbeitern versuche ich das Gefühl zu geben, daß ich nicht nur der Arbeitgeber bin, sondern genauso viel arbeite wie sie selbst. Meine Mitarbeiter haben einen großen Freiraum, und die Erfolge sind nicht meine, sondern unsere Erfolge.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir haben ein absolut einmaliges Preis-/Leistungsverhältnis. In anderen Gegenden in Österreich zahlt der Gast oft das Doppelte für die selbe Leistung.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Zur Zeit gibt es für mich nur das Berufsleben. Ich stehe am Beginn, da ist Freizeit rar, aber meine Arbeit macht mir Spaß. Ich arbeite daran, ein paar Stunden mehr Zeit für mich zu haben.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
In meiner Branche scheitern viele, und ich denke, das hat betriebswirtschaftliche Gründe. Der jungen Generation würde ich daher zu einer fundierten Ausbildung vor dem Schritt in die Selbständigkeit raten.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte das Haus dorthin bringen, wo es aufgrund seiner Lage und seine Angebotes sein sollte, und wirtschaftlichen Erfolg damit erzielen. In dieser Region möchte ich einer der führenden gastronomischen Betriebe werden.