Zum Erfolg von Georg Hattinger
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich die Summe aus wirtschaftlichem Erfolg und privater Zufriedenheit, wobei für mich beides unmittelbar miteinander verknüpft ist.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Nachdem die betriebswirtschaftlichen Zahlen in meiner Filiale stimmen, ich glücklich verheiratet bin und mit meinen fünf Kindern ein gutes Verhältnis habe, sehe ich mich durchaus als erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich habe meinen Beruf sozusagen von der Pieke auf gelernt und durch verschiedene Menschen sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht viel Erfahrung gesammelt.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich habe sehr früh gelernt, nichts auf die lange Bank zu schieben, sondern die Herausforderungen des beruflichen Alltags anzunehmen und die notwendigen Arbeiten sofort zu erledigen, egal wie lange es dauert.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Nachdem ich immer wieder mit neuen Aufgaben innerhalb der Firma betraut wurde, hatte ich schon früh das Gefühl, daß ich gebraucht werde und daß man mir einiges zutraut.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Eine Schlüsselentscheidung war das von mir vorangetriebene Vorhaben, das Lagerhaus auszubauen, obwohl landläufig die Meinung vorherrschte, daß diese nicht unbeträchtliche Investition ein hohes Risiko bedeutet. Wie sich herausstellte, war diese Entscheidung eine sehr erfolgreiche.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Beides. Ich bin der Meinung, daß man sich durchaus an erfolgreichen Menschen und erfolgreichen Projekten orientieren kann und es unklug wäre, dies nicht zu tun. Daß man nicht alles eins zu eins kopieren kann, sondern auf seine eigene Situation umlegen muß, ist dabei für mich klar.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Vom ehemaligen Filialleiter im Lagerhaus Lohnsburg, also meinem Vorgänger, habe ich mir das Rüstzeug für diese berufliche Herausforderung angeeignet.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung erfahre ich einerseits von unseren Kunden, die sich immer wieder in Fachfragen vertrauensvoll an mich wenden, und natürlich von der Geschäftsleitung, weil unsere Filiale in Lohnsburg erfolgreich wirtschaftet.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Es ist leider so, daß die aktiven Landwirte, speziell in unserem Gebiet, wegen der kleinen Strukturen dramatisch immer weniger werden. Diese waren traditionellerweise immer schon unsere Hauptklientel. Um dem entgegenzuwirken, ist eine Sortimentserweiterung, die auch andere Schichten anspricht, permanent notwendig.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Nachdem ich aus einer Landwirtsfamilie stamme und in der Landwirtschaft meiner Frau mitarbeite, bin ich mit den Problemen in diesem Beruf vertraut. Unsere Kunden wissen das, und vertrauen auf meinen Rat.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Eine wesentliche. Alleine kann man in diesem Beruf nichts erreichen, daher bin ich glücklich, daß wir in unserer Filiale sehr kompetente Mitarbeiter beschäftigen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Vor allem durch Lob und das Zugestehen eines gewissen Maßes an Eigenverantwortlichkeit. Natürlich ist die Beziehung zwischen Vorgesetztem und Mitarbeitern immer ein Balanceakt, und man muß irgendwo auch Grenzen ziehen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere größte Stärke ist die Verbundenheit mit unseren Kunden. Die meisten sind uns persönlich bekannt, und wir kennen die Bedürfnisse der Menschen sehr gut. Unsere Mitarbeiter stammen alle aus der unmittelbaren Region, was unserer Philosophie der regionalen Institution entspricht.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir versuchen unsere speziellen Stärken einzusetzen und dabei Fairneß zu bewahren. Im Übrigen ist es oft sinnvoller einen gemeinsamen Weg mit örtlichen Mitbewerbern zu finden.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ein bis zwei Wochen im Jahr verwende ich vor allem für fachspezifische Weiterbildung, um im Sinne unserer Kunden immer am laufenden zu bleiben.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Mein Rat an die nächste Generation ist, über den Tag hinauszudenken. In den Tag hineinzuleben, ohne an morgen zu denken, halte ich für nicht verantwortungsvoll.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Oberstes Ziel ist es, unseren Betrieb im Sinne der Menschen in unserer Region trotz den Problemen in der Landwirtschaft und dem damit verbundenen Strukturwandel aufrecht zu erhalten.
Ihr Lebensmotto?
Leben und leben lassen.