Zum Erfolg von Rudolf Höller
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich gegenseitige Wertschätzung auf der Beziehungsebene. Sowohl meine Kunden als ich selbst sollen sich wohlfühlen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Eigentlich schon, denn meine Entwicklung ist kontinuierlich bergauf gegangen. Wir fingen in der Agentur zu dritt an, jetzt arbeiten wir zu sechst.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend waren unter anderem mein Aufwachsen in einem christlichen Elternhaus, wo uns Grundwerte vermittelt wurden aber wo wir auch die Arbeit von Grund auf lernten. Natürlich auch meine eigene Einstellung zur Arbeit, mein Durchhaltevermögen und meine ständige Bereitschaft zur Weiterbildung.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
In Anlehnung an das Zitat Das schlimmste von allen Dingen ist die Unentschlossenheit begegne ich allen Problemen relativ frontal und unmittelbar. Meine Entspannung finde ich dann beim Laufen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Erst mit ca. 40 Jahren, nach Abschluß der
Fachakademie, der Studienberechtigungsprüfung und dem Versicherungsstudium an der Kepler – Uni.Das war ein Erfolgserlebnis für mich, das mich aufbaute. Ich lernte dort meinen Geschäftspartner kennen, der mir irgendwie seelenverwandt ist. Umsätze und Geld waren für mich nie das Entscheidende.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Originalität ist der bessere Weg. Imitation hinkt immer hinten nach. Man muß den Mut haben und originär sein.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung bekomme ich von meiner Familie, meinen Mitarbeitern und von meinen Kunden. Der Kundenkreis ist hauptsächlich durch Mundpropaganda gewachsen, und das ist für mich eine Bestätigung, daß wir unsere Arbeit gut machen.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ständig kommen Mitbewerber auf den Markt, die primär nur das schnelle Geld sehen und dann wieder vom Markt verschwinden. Das sind Leute, die nur mit Geld motiviert werden und zum Beispiel Lebensversicherungen verkaufen, die sich Kunden nur ein halbes Jahr leisten können, um dann gekündigt werden müssen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Als Einzelkämpfer könnte ich erstens das Büro nicht finanzieren und zweitens sind wir ein wunderbares Team, daß sich gegenseitig motiviert.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Da vertraue ich auf Bauchentscheidungen, und das hat bisher immer blendend funktioniert. Charakter und Persönlichkeit sind mir wichtiger als tolle Zeugnisse. Ein Versicherungsberater muß offensiv agieren, aber auch zuhören können, er muß argumentieren können. Die Kunden haben Sorgen, ich lasse sie ihre Bedürfnisse erzählen. 25 Prozent der Gespräche sind geschäftlich, drei Viertel drehen sich um die Hintergründe - man muß Vertrauen erwecken, Stimmung machen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir legen Wert auf eine gute Teamatmosphäre. Wir verbringen Zeit miteinander, etwa im Rahmen von Radwandertagen, Grillabenden, etc.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Sie sehen mich nicht als streng, sondern eher als Freund, denn bei uns gibt es keine Hierarchien.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Das sind die absolute Loyalität der Mitarbeiter, die Verläßlichkeit und die angenehme Atmosphäre im Team, die sich sehr positiv auf die Kunden auswirkt.
Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Grundsätzlich lautet unser oberstes Gebot, nichts Negatives über die Konkurrenz zu sagen. Wissen über die Mitbewerber verwerten wir positiv.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich bin eher ein Workaholic, das Privatleben kommt daher zu kurz.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Normalerweise sehr viel, momentan fehlt mir die Zeit. Ein Philosophie-Studium in Salzburg ist immer noch mein großes Fernziel.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Jungunternehmer sollen grundsätzlich ein Konzept entwickeln und dazu braucht man Ruhe. Am Besten ist, einen Monat in die Wüste gehen, abschalten, in sich hineinhorchen und dann die Wünsche und Ideen zu Papier bringen. Die normale Tagesarbeit frißt die Kreativität. Ich hol mir oft die guten Ideen beim Laufen.
Ihr Lebensmotto?
Echte Autorität ist nicht Gewaltausübung und Machtanspruch, sondern Vorbild und Beispiel (Erwin Ringel), und Don't critisize, what you can't understand, you never walked in that man's shoes (Indianerweisheit, von Elvis Presley zitiert).