Zum Erfolg von Karl Müller
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist etwas Schönes. In erster Linie muß man mehr tun als die anderen, Glück oder Segen gehören aber auch dazu.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Demut, dienen zu können, immer für den Bauherren da zu sein. Der Architekt ist für ihn alles, er berät ihn, angefangen von den ersten Skizzen, wie er seinen Betrieb, sein Haus haben will, bis zur Finanzierung, und er gibt in allen Belangen Auskunft.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich habe einen Wald, den ich genieße und als Freizeitraum benütze. Überlegungen über Baumfällung, Nachpflanzungen und notwendige Durchforstung sind der Ausgleich für mein berufliches Engagement.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Als ich nicht mehr um jeden Auftrag bangen mußte. Das war Anfang der neunziger Jahre.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Als Architekt trifft man fast täglich Entscheidungen. Zum Teil sind sie richtig, zum Teil sind sie falsch. Man kann nicht immer nur richtig entscheiden.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Man muß beides in sich tragen und damit umgehen können. Kreativ sein, die plötzliche Eingabe haben. Es muß alles zusammenspielen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Als Architekt muß man auf längere Zeit Bauherren binden, und aus diesen beruflichen Beziehungen entsteht meistens auch eine Freundschaft.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich bin 27 Jahre Präsident der Zentralvereinigung der Architekten und wurde 2000 zum Ehrenpräsidenten ernannt. Für die Tätigkeit für die Zentralvereinigung, für das Baugeschehen, und die Baukultur in Kärnten erhielt ich das große Ehrenzeichen des Landes Kärntens. Ich wurde außerdem mit dem Kärntner Landesbaupreis ausgezeichnet, und ich erhielt den Österreichischen Holzbaupreis für Konstruktionen im Holzbau.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Das viele in der Architektur mitreden und mitplanen, ohne ein Studium, Praxis und Ziviltechnikerprüfung zu haben.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Gut - sonst wäre ich nicht 27 Jahre lang Präsident gewesen. Ich verstand es, Jung und Alt zu verbinden, sodaß jeder mit jedem Kontakt hat und pflegt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Man muß sich auf sie verlassen können. Der Mitarbeiter ist für den Erfolg oder Niedergang eines Büros mit entscheidend.Nach welche Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Man sucht nicht, man versucht, er muß lernbereit und für Technik und Kunst aufgeschlossen sein.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir haben ein gutes Klima. Ich glaube, das sagt jeder, aber wir besuchen Veranstaltungen zusammen, wie der Besuch der Architekturbiennale in Venedig.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich habe ein gutes Verhältnis mit ihnen, auch wenn sie bereits ausgeschieden sind.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die Stärken liegen in der hohen Qualität, die dafür sorgt, daß die Aufträge kontinuierlich herein kommen. Wenn man die Qualität bringt, braucht einem um das Büro nicht bange sein.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Es gibt in der Architektur eine gesunde Konkurrenz, und die muß es geben, denn das beste Projekt soll gewinnen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Bei Architekten leidet das Familienleben besonders, da er nie ganz frei ist. Auch am Wochenende und an den Feiertagen ist er mit dem Büro verbunden.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Die muß am Abend oder am Wochenende stattfinden.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Aufgeschlossenheit zu allen Dingen haben und Verständnis für die Baukultur zeigen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich habe noch sehr viele Dinge vor, die derzeit aber noch ein kleines Geheimnis sind.
Ihr Lebensmotto?
Nie den Mut verlieren.