Zum Erfolg von Peter Weinelt
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Die größten Erfolge spielen sich nicht in der Firma ab. Mein wichtigster Erfolg ist mein Privatleben. Persönlich befriedigt hat mich vor einigen Jahren beispielsweise die Teilnahme an einem Marathon. Solche Dinge sind für mich mit einer sehr starken inneren Zufriedenheit verbunden und deshalb wichtig, weil sie ein stabiles Fundament bilden, das es mir ermöglicht, meine teilweise aufreibende Tätigkeit, die mit einem zwölfstündigen Arbeitstag und teilweise mit hohem Frustrationspotential verbunden ist, so zu überstehen, daß ich trotzdem Freude an meinem Beruf habe.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja. Im Sinne meiner Definition von Erfolg sehe ich mich als sehr erfolgreich.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend für meinen Erfolg ist neben meinem glücklichen Familienleben die berufliche Befriedigung über die Entwicklung der Firma und der Mitarbeiter. Ein Erfolgskriterium liegt für mich darin, zu sehen, wie eine Geschäftsidee gemeinsam mit Partnern aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen umgesetzt wird.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? In Wien ist der Wettbewerbsdruck am stärksten, weil jeder Anbieter auf kleinstem Raum sehr viele Kunden ansprechen kann und die Kundenstruktur eine sehr vielfältige ist. Da in der Bundeshauptstadt viele Großfirmen ihre Zentrale haben und daran interessiert sind, eine zentrale Lösung für ihre Filialen zu finden, gilt es den Vertrieb entsprechend auszurichten. Wir haben eine klare Unternehmensstrategie definiert, wobei die beiden wichtigsten Punkte Kundenorientierung sowie das Erreichen von Kosten- und Leistungsführerschaft lauten. So führten wir ein völlig neuartiges EDV-System ein, das es uns ermöglicht, einen Großkunden wie den REWE-Konzern mit allen bundesweiten 2.700 Filialen abzurechnen. Dieses System ist eines der Basisinstrumente für einen kundenorientierten Vertrieb, denn wenn der Kunde zufrieden ist, geht es auch dem Unternehmen gut. So ist der Wettbewerb letztendlich sehr motivierend, weil er das Finden von außergewöhnlichen Lösungen erfordert.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Die Koordination von Beruf und Privatleben ist ein ewiger Kampf mit wechselnden Gewinnern. Ich halte private Termine, die mir wichtig sind, wie zum Beispiel die Teilnahme an einem Elternsprechtag, genauso ein wie berufliche; sie sind in meinem Terminplan mit der selben Priorität wie beispielsweise Meetings eingetragen und werden langfristig geplant. Zudem fahre ich, obwohl ich einen Firmenwagen habe, sehr viel mit dem Zug, wo ich die Zeit zum Lesen und somit an anderer Stelle wieder Zeit gewinne. Ich widme mich dem Ausdauersport, der mir sehr wichtig ist, für mein zweites Hobby, das Tanzen, das ich mit meiner Frau teile, halte ich mir eisern einen Abend pro Woche frei.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich lese mindestens ein Buch im Monat, das mir zur persönlichen Fortbildung dient (beispielsweise über neue Trends, Zukunftsforschung, etc.). Zehn Tage im Jahr reserviere ich für Workshops, Erfahrungsaustausch und ähnliche Weiterbildungsmaßnahmen. Konzernintern gibt es zudem ein für alle Führungskräfte verpflichtendes Weiterbildungsprogramm mit Bildungszielen über zwei bis drei Jahre, das ich selbst als Mitglied des Kernteams konzipiert habe.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich würde allen jetzt Studierenden raten, die Möglichkeiten der Europäischen Union zu nutzen. Ich hatte seinerzeit als Student große Schwierigkeiten, mir Prüfungen, die ich an anderen Universitäten abgelegt hatte, anrechnen zu lassen und höre, daß dies nun viel einfacher geworden ist. Ich würde jungen Menschen außerdem raten, auch andere Bildungswege in Betracht zu ziehen. Eine universitäre Ausbildung ist nach wie vor sehr gut, aber es gibt auch an Fachhochschulen exzellente Ausbildungen, die zudem oft kürzer dauern. Grundsätzlich soll man offen für alles Neue sein. Die EU-Osterweiterung sollten gerade junge Menschen als Chance begreifen, nicht ohne die kritischen Töne dazu zu hören. Der europäische Kontinent hat nie bei Österreich geendet, und ich denke, daß es an der Zeit ist, Europa als Einheit zu sehen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich habe mir einige private Ziele gesteckt, so möchte ich beispielsweise an einem Triathlon-Bewerb teilnehmen. Beruflich habe ich mir vorgenommen, in den nächsten Jahren die Internationalisierung verstärkt voranzutreiben, um die WIENSTROM GmbH in ein internationales Geflecht einzubringen und unsere Stärken entsprechend umsetzen zu können. Unter dieses Ziel fällt die Beteiligung an verschiedenen Unternehmen ebenso wie die Errichtung von Kraftwerksstandorten. Ein drittes wichtiges Vorhaben besteht darin, die Veränderungen, in denen wir uns befinden, sehr konsequent umzusetzen, aber dabei die Mitarbeiter mitzunehmen. Ich kann ihnen den Druck nicht ersparen, möchte ihnen aber die Chancen dieser Veränderungen aufzeigen.
Ihr Lebensmotto?
Aufgegeben wird nur ein Brief!