Zum Erfolg von Günther Johann Bruckbauer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, ein Objekt zu entwerfen und zu gestalten, das meinem Kunden gefällt und seinen Ansprüchen gerecht wird.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja. Jedes einzelne Stück, das ich je herstellte, ist ein Unikat und wurde von mir entworfen. Auch durch die Preise, die mein Betrieb gewann, wurde mir mein Erfolg bestätigt.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Mein Durchhaltevermögen war hier von großer Bedeutung. Es gibt ja während eines Berufslebens doch immer wieder Situationen, wo man das Gefühl hat, nicht mehr weiter zu können, einer Herausforderung vielleicht nicht gewachsen zu sein. Man muß lernen, über diese Zeiten hinwegzukommen, denn danach geht es wieder bergauf, und alles läuft zufriedenstellend. Unsere Branche ist auch aus finanzieller Sicht ein hartes Geschäft. Die Arbeit an einem Stück ist enorm zeitaufwendig, da jedes Detail in Handarbeit hergestellt wird, was natürlich auch den Preis für ein Werk ansteigen läßt. Hier ist man gefordert, mit Konkurrenzbetrieben mitzuhalten, die mehr mit maschineller Fertigung arbeiten und deshalb auch günstiger anbieten können. Hier ist stets die Kreativität gefordert, um einen Weg zwischen Topqualität und einem für den Durchschnittskunden leistbaren Preis zu finden.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich versuche, Phasen, in denen ich nicht so stark und nicht so belastbar bin, einfach zu überbrücken und aus den guten Phasen soviel Nutzen wie möglich zu ziehen.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ein Vorbild war mir mein Lehrherr Herr Wolfgang Pöttinger, von dem ich in fachlicher Hinsicht enorm viel lernen konnte, was für meine weiteren beruflichen Möglichkeiten sehr von Vorteil war. Außerdem war mir meine Frau Waltraud die wichtigste Stütze auf meinem Weg. In der ersten Zeit der beruflichen Selbständigkeit arbeitete sie mit mir im Betrieb, den es ohne ihre Hilfe wohl nicht gäbe.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Unser Betrieb gewann drei Mal den Handwerkspreis der Oberösterreichischen Wirtschaftskammer. Diese hohe Auszeichnung ist sehr schwer zu gewinnen. Unter allen Handwerksarten und -betrieben, die mit ihren unterschiedlichen Projekten teilnehmen, werden die drei besten Arbeiten ausgewählt und prämiert. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Ein Problem für unsere Branche sind gewisse Modetrends, die heute der klassischen Schmiedekunst nicht mehr förderlich sind. Derzeit sind eher gerade, puristische Linien und Formen modern und nicht mehr so sehr barocke und verschnörkelte Designs. Hier ist man gefordert, sich diesen Entwicklungen anzupassen und entsprechende Produkte anzubieten.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Neue Betriebe arbeiten oft mit ungeheuerlich niedrigen Preisen, da sie noch kein Personal, keine Betriebsstruktur zu erhalten haben. Ich verhalte mich dann so, daß ich auf ein Geschäft verzichte, wenn ich an ein bestimmtes Preislimit gedrückt werde. Ein Defizitgeschäft mache ich nicht, nur um dabei zu sein.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Der Beruf des Kunstschmieds ist ein schöner, aber auch ein harter Beruf. Das Schöne daran ist, daß jeder Arbeitsschritt eine neue Herausforderung darstellt, Routinearbeiten kommen eher nicht vor. Man steht nie an einer Maschine und produziert tausend gleiche Teile, sondern man fertigt immer ein Einzelstück.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich stehe heute kurz vor meiner Pensionierung, und mein Ziel, daß meine Söhne den Betrieb einmal weiterführen werden, ist schon erreicht. Für die Zukunft habe ich vor, sie in ihrer Arbeit zu unterstützen, wo ich kann.