Zum Erfolg von Stefan Schennach
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Für mich bedeutet Erfolg, etwas zu bewegen, Mißstände zu verändern, Positives und Gerechtes zu erreichen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
In manchen Bereichen sehe ich mich als absolut erfolgreich - vor allem, wenn ich zurückdenke an den kleinen Bub, der einmal aus dem Außerfern in die Bundeshauptstadt zog. Prägend waren sicherlich die unterschiedlichen Bereiche meiner Tätigkeit: Sozialarbeit, Nord-Süd-Dialog, Politik, Kultur und Musik. In allen Bereichen fand ich viel Anerkennung. Die Zeit mit Prof. Van der Bellen war bestimmt sehr wichtig, aber auch meine Zusammenarbeit mit Freda Meissner-Blau, Madeleine Petrovic, Christoph Chorherr oder Peter Pilz, um nur die Parteichefs zu nennen, deren Kommunikationschef ich insgesamt 14 Jahre lang war.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Mir ist wesentlich, vernetzt zu denken. Networking ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, um Dinge zu bewegen. Ich verfüge über einen offenen Geist, bemühe mich immer, neues Wissen zu erlangen und meinen Standpunkt zu reflektieren.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich entwickelte im Laufe meiner Zeit als Verlagschef ein feines Gespür dafür, was möglich ist und was nicht. Ich glaube, ich war nie abgehoben, habe nie den Blick auf die realen Probleme in der Gesellschaft verloren. Das war wichtig, egal ob in Österreich oder im Rahmen der Entwicklungspolitik in Afrika.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Politiker erhalten persönliche Vorzugsstimmen, werden gewählt. Viele Menschen schätzen mich und vertrauen mir. Das ist viel Anerkennung, die mir mehr wert ist als mein Einkommen. Im Kulturbereich ist es ein Kämpfen mit knappen Budgets, die aber gleichzeitig vielen Menschen in freien Ensembles ein regelmäßiges Einkommen sichert. Ich freue mich über jeder Kritik nach einem Konzert, über jede Rezension einer CD-Produktion.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich bin kein Anhänger einer One-Man-Show. Ich verfüge daher über ein ausgezeichnetes Verhältnis zu meinen Mitarbeitern und fördere diese nach Kräften. Das ist ein Geben und Nehmen - aber auf fairer Basis.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Sicherlich nicht aufgrund von Zeugnissen. Mich interessieren Persönlichkeit, Kritikfähigkeit, eine schnelle Auffassungsgabe und natürlich fachliche Kompetenz.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich gebe meinen Mitarbeitern zu verstehen, daß ich ihnen Eigenverantwortung übertrage und sie in meine Tätigkeit einbinde.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
In der Politik bin ich streng, was die Trennung dieser Bereiche betrifft, im Kulturgeschäft gibt es kaum eine Trennung. Aber es gibt keine zwei Welten, nur eine Welt, die aus beiden Teilen besteht.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Die eine Hälfte der Welt kann ohne die andere nicht überleben. Die Politik braucht Visionen, und die Chance der nächsten Generationen liegt im Bewußtsein, daß nur Nachhaltigkeit und die Ablehnung von Ausländerfeindlichkeit das Überleben sichern. Und wer politisch tätig werden will, sollte der Ehrlichkeit verpflichtet sein und niemals seine Visionen aufgeben. Trotzdem benötigt man auch eine Distanz zur Rolle, muß fähig sein, in den Spiegel zu schauen und manchmal über sich selbst den Kopf zu schütteln.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich will dem Orchester Wiener Akademie, den MusikerInnen des Orchesters und den Ensembles von Daphne eine künstlerisch und ökonomisch gesicherte Zukunft bieten. Außerdem möchte ich dazu beitragen, daß es zur ersten Regierungsbeteiligung der Grünen in Österreich auf Bundesebene kommt. Ich will immer neugierig bleiben, mir immer neue Herausforderungen suchen, nie rosten und nicht auf die Pension warten.
Ihr Lebensmotto?
Es gibt ein Buch mit dem Titel: Das Abseits als der sichere Ort - mein Lebensmotto ist das Gegenteil. Ich will dabei sein und mitspielen.