Zum Erfolg von Wolfgang Welser
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Meines Erachtens braucht jeder Mensch Erfolgserlebnisse, um sich in seinem Leben wohl zu fühlen. Ich bin begeisterter Sportler und habe verbissen gearbeitet, um erfolgreich zu werden - obwohl ich Mißerfolge schnell verdauen kann und das Überwinden von Rückschlägen als Errungenschaft ansehe. Ich strebe in allen Belangen den Erfolg an, setze mir die entsprechenden Ziele, verfolge sie mit Konsequenz und fühle mich mit dem Erreichen dieser immer wohler.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, natürlich sehe ich mich als erfolgreich. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich kann mit ausgeprägter Beharrlichkeit hart arbeiten und bin ein kommunikativer Mensch, der seine Fähigkeiten am besten im Team entfaltet.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Meine Kollegen wissen, daß sie jederzeit zu mir kommen können, da ich immer für ein Gespräch offen bin. Dabei kann ich Problemlöser oder auch nur Zuhörer sein. Ich würde mich nicht wohl fühlen, müßte ich alles diktatorisch entscheiden. Eine gewisse Struktur und Anpassungsfähigkeit und darauf abgestimmtes Handeln entsprechen meiner Linie. Unsere Schülerzahl hängt davon ab, ob wir eine gute Schule sind und Erfolge verzeichnen können.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Dabei denke ich auch an kleine Erfolge und an den Sportbereich. Erstmals stellte sich das Gefühl, erfolgreich zu sein, bestimmt nach der Matura ein. Auch war ich 25 Jahre Lehrer an der Schule und hatte in der Zeit nie mit jemandem Schwierigkeiten, fungierte auch als gewählter Schulvertrauensmann. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ich erachte generell eine gesunde Mischung aus beidem für sinnvoll, wobei eine situationsbezogene Entscheidung sicherlich angebracht ist. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Der augenblickliche Schülerschwund ist folgenschwer, weil davon auch das Lehrerkollegium betroffen ist. Heuer verlieren wir eine Klasse, nächstes Jahr leider zwei. An unserer Schule gibt es keine Sekretärin, sodaß ich auch mit den administrativen Tätigkeiten befaßt bin, was sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Führungskräfteschulung hätte meiner Meinung nach früher stattfinden sollen, um sich besser auf die Aufgaben vorzubereiten.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine Mitarbeiter spielen eine ganz wesentliche Rolle - ich führte unlängst Mitarbeitergespräche als Novität ein und halte sehr viel von Teamarbeit. Wir veranstalteten kürzlich auch erfolgreich ein Schulfest mit dem Themenschwerpunkt Sport, wobei alle Kollegen tatkräftig mithalfen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Es ist uns schulintern nicht möglich, finanzielle Anreize zu schaffen, daher bleibt es beim ausgesprochenen Dank - oft auch in einem etwas feierlicheren Rahmen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Frau ist sehr verständnisvoll, weil ich als Direktor viele Stunden Mehraufwand zu bewältigen habe. Unsere Eltern stehen uns hilfsbereit zur Seite. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Für mich ist Weiterbildung enorm wichtig - ein Stehenbleiben würde ich als Rückschritt betrachten. Ich besuche viele Seminare zu den Bereichen Management und Konfliktmanagement und befinde mich gerade in der Leadership-Ausbildung des Ministeriums. In Summe wende ich etwa vier Wochen pro Jahr für Weiterbildungen auf, wobei hier auch Wochenendschulungen eingerechnet sind. Ich motiviere auch meine Kollegen, angebotene Fortbildungen in Anspruch zu nehmen. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich finde es schade, daß die Schule heutzutage nicht mehr einen so wichtigen Stellenwert einnimmt. Die Kinder werden in dieser Hinsicht oft negativ von ihrem Elternhaus und den Medien geprägt, obwohl eine gute schulische Ausbildung die Basis für das weitere Leben darstellt.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Wir sind eine Vorzeigeschule, und in diesem Sinne möchte ich weiterarbeiten. Ich bin daran interessiert, Veränderungen am schulischen Sektor mitzugestalten. Hier könnte ich mir auch eine Tätigkeit auf Landes- oder auch auf Bundesebene vorstellen.
Ihr Lebensmotto?
Immer lächeln.