Zum Erfolg von Armando Minassian
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn Patienten gut versorgt wurden und mit meinen Arbeiten zufrieden sind, ist das mein persönlicher Erfolg. Der Leistungsfaktor muß natürlich auch stimmen, damit ich meine Familie standesgemäß versorgen kann.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich bin stolz darauf, daß ich mich an Behandlungen traue, die andere Kollegen zuvor abgelehnt haben. Wenn meine Therapie erfolgreich verlauft, bin ich zufrieden. In der Branche bin ich als Retter in scheinbar aussichtslosen Fällen bekannt.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Meine großen Zahnschmerzen als Kind bewogen mich dazu, den Zahnarztberuf anzustreben. Ich nehme mir immer Zeit für meine Patienten und bemühte mich, sanft und zart zu arbeiten.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Der große Prof. Karl Hollmann war erster Oberarzt im AKH und ein einmaliger Chirurg. Er konnte mit seinen extravaganten Methoden oft die besten Heilerfolge erzielen und war absolut mein Vorbild.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Meine Mitarbeiter müssen zu den Patienten freundlich sein, der erste Kontakt entscheidet immer. Die fachliche Kompetenz ist natürlich wichtig, ich schicke meine Assistenten gerne zu Fortbildungen und erwarte mir dafür Loyalität. Zeugnisse besehe ich mir, sie sind aber nicht ausschlaggebend.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich lebe für meinen Beruf und bin es nicht gewöhnt, frei zu sein. Freizeitaktivitäten müssen für mich genau vorprogrammiert werden, damit keine Zeit verloren geht. Mit meinem fortschreitenden Alter mache ich mir allerdings schon Gedanken, ob meine Einstellung zum Privatleben die beste ist.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Meiner Weiterbildung messe ich große Wichtigkeit zu. Jedes Jahr im Winter besuche ich einen Kongreß, der eine Woche dauert und für Diskussionen bestimmt ist. Ich lese Fachliteratur und bilde mich durch das Internet stets fort. Auf dem neuesten Stand zu bleiben, gehört zu meinem Leben.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Die junge Generation sollte mehr auf ältere, erfahrene Menschen hören. Wir sind eine Konsumentengesellschaft, jeder will mehr haben und keiner ist bereit, etwas zu geben. Es ist schwer, für andere da zu sein, was beim ärztlichen Beruf aber in erster Linie gefordert wird. Jederzeit für Patienten verfügbar zu sein, hat in unserem Beruf erste Priorität. Es ist sehr schwierig und langwierig, ein Medizinstudium durchzustehen, der Arztberuf selbst ist sehr anspruchsvoll und verlangt viel Verzicht. Es gibt für Leute mit weniger Geduld leichtere und rascher zu Erfolgen führende Studien als Medizin. Die Matura gehört heute zum Standard, damit eine gewisse Allgemeinbildung gesichert ist. Ein Handwerker kommt heutzutage zu seinem sicheren Erfolg, wenn er auch gewisse schulische Leistungen nachweisen kann.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine Praxis und meinen Tätigkeiten möchte ich nicht weiter ausbauen. Meine Patienten halten mir jahrelang die Treue, und ich stehe ihnen mit meinen ärztlichen Diensten stets zur Verfügung. Ich möchte eher lernen, eine gewisse Auszeit zu nehmen, um meiner Familie näherzukommen.
Ihr Lebensmotto?
Güte, Gerechtigkeit und Schönheit - diese drei Tugenden führen durch das Leben.