Zum Erfolg von Norbert Hüttler
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich habe mir zum vorrangigen Ziel gesetzt, als echter Waldviertler den Standort des Sägewerkes Brand zu erhalten, eventuell auszubauen und die Arbeitsplätze zu sichern. Dazu möchte ich auch einen Beitrag leisten. Die hiesige Infrastruktur auszubauen und das Straßennetz zu verbessern - das ist meine persönliche Vision. Auf der Karriereleiter nach oben zu steigen ist nicht unbedingt mein Ziel.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, absolut. Nach der Fusion haben wir bemerkt, daß der eingeschlagene Weg absolut richtig ist, da wir nun flexibler und schneller agieren können. Als Waldviertler bin ich ein zäher Typ, der Dinge, die er für richtig erachtet, mit Konsequenz durchzieht.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Durch mein Interesse und meine Strebsamkeit mußte ich mich um die nächste Position nicht bewerben, ich habe sie immer automatisch bekommen. Eine Abteilung, ein Thema perfekt zu durchschauen und zu beherrschen, macht den Kopf frei für andere, strategische Dinge. Zu meiner Philosophie gehört es, täglich etwas zu tun, womit ich mich schon länger nicht beschäftigt habe - das kann auch eine Kleinigkeit sein, aber es führt mich weg von der Routine.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Das wichtigste ist, ein Problem zu erkennen, es auszudiskutieren und anschließend einer Lösung zuzuführen. Durch meinen täglichen Kontakt zu meinem Team erfahre ich eventuelle Probleme sofort.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ja, mein früherer Chef, Herr Gerald Schweighofer, hat mich sehr geprägt. Ebenso haben mich meine Eltern sehr beeinflußt, besonders mein Vater, der mein Vorbild war. Auf sein Wort konnte man sich verlassen, und das, wovon er sprach, lebte er auch tatsächlich. Heute vermittle ich auch meinen Mitarbeitern, daß man nicht etwas verlangen kann, was man nicht selbst vorlebt, da man sonst nicht mehr glaubwürdig erscheint.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Hier sehe ich das größte Problem in der Nutzung der vorhandenen Rohstoffe, was in der Holzindustrie mit den Besitzverhältnissen zu tun hat. Die Waldbesitzer müssen motiviert werden, die jährlichen Waldzuwächse besser zu nützen. Damit können wir wiederum Standort, Arbeitsplätze und Konkurrenzfähigkeit erhalten. Sämtliche Energien haben an Wert gewonnen, sind auch teurer geworden, was ich nicht für so schlecht halte. Holz im speziellen als erneuerbare Energie ist im Aufwärtstrend begriffen und wird zunehmend mehr industriell genutzt. Für die Zukunft rechne ich mir hier gute Chancen aus.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Nur eine motivierte Truppe garantiert, daß sich ein Unternehmen der Konkurrenz gegenüber behaupten kann. Meine Mitarbeiter sind äußerst loyal und engagieren sich von selbst für die Firma.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Durch Kommunikation, aber auch durch Ausschüttung von diversen Prämien. Ich informiere meine Mitarbeiter ständig über den Stand der Dinge und lobe sie auch zu gegebener Zeit - somit können sie sich als Teil des Ganzen sehen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Der Firmenname Schweighofer war immer schon ein Begriff, 1983 kam der Standort Ybbs an der Donau dazu, später Sollenau und die tschechischen Betriebe. Wir arbeiten mit 27 Sägewerken zusammen. Nach einer Neustrukturierung der Firma wurde ich 1987 mit der Betriebsleitung betraut. Obwohl der Standort Brand oft angezweifelt wurde, konnte ich zu einem Ausbau unserer Stärken beitragen. Inzwischen erwirtschaftet der Standort einen jährlichen Umsatz von 120 Millionen Euro. Vom technischen Standard her sind wir unter den Besten Europas einzureihen. Der Produktionslevel kann auf hohem Niveau gehalten werden, indem wir uns auf Qualitätssicherung eingeschworen haben. Wir beliefern auch den japanischen Markt, der bekannt für seine hohen Anforderungen ist, und haben noch keine einzige Reklamation erhalten, was uns besonders stolz macht.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
In jungen Jahren stand der Aufbau der Karriere im Vordergrund. Heute versuche ich, Beruf und Privatleben besser auszubalancieren, damit die Familie nicht zu kurz kommt.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich wende dafür etwa ein bis zwei Wochen pro Jahr auf, wobei ich Seminare besuche, die mich persönlich interessieren. Ich bin generell jedoch eher ein Mann der Praxis.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Für mich war es schlimm, geschulmeistert zu werden, daher unterlasse ich dies und sage meinen Mitarbeitern nur, sie sollen sich meine Arbeitsweise anschauen und ihre Schlüsse daraus ziehen. Man muß sich die sprichwörtlichen Hörner selber abstoßen und Verantwortung übernehmen dürfen, damit man später größere Entscheidungen treffen kann.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Vorrangiges Ziel ist die Standortsicherung, um den jungen Leuten der Region eine Perspektive für die Zukunft zu geben.