Zum Erfolg von Peter Piffl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich Freude an der Arbeit habe, Hobby und Beruf verbinden kann und dabei meinen Lebensunterhalt verdiene, sehe ich das als Erfolg. Seit ich mich mit meiner Lebensgefährtin selbständig gemacht habe, unterscheide ich nicht mehr zwischen Arbeit und Freizeit. Es ist für mich ein Riesenerfolg, daß ich den ganzen Tag mit Dingen, die ich mag, verbringen kann. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich mußte zuerst draufkommen, was ich nicht machen will. Es war in meinem Beruf als Flugzeugtechniker ein langer Prozeß, ehe ich merkte, daß das Geldverdienen allein nicht mit Erfolg gleichzusetzen ist. Als ich dann meinen Weg gefunden hatte, beruhte der Erfolg jeweils zur Hälfte auf Glück und harter Arbeit. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Meine Lebenspartnerin Claudia hat meinen Berufsweg ganz entscheidend geprägt. Wäre sie nicht auf die Idee mit den Seifen gekommen und hätte sie nicht konsequent daran festgehalten, wäre mein Leben ganz anders verlaufen. Die zweite prägende Persönlichkeit war mein früherer Chef Niki Lauda. Er kümmerte sich um jedes Detail und ist ein echter Perfektionist. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Eines der größten Probleme ist der wirtschaftliche Einfluß der klassischen Kosmetik beziehungsweise der EU-Lobby in Brüssel. Es werden Gesetze verabschiedet, die den Einsatz von natürlichen Zutaten erschweren oder verbieten. Die Vorgangsweise ist absurd: Beispielsweise wird ätherisches Rosenöl, das erwiesenermaßen seit vielen Jahrhunderten ein natürlicher Balsam für Körper und Seele ist, in seine chemischen Bestandteile zerlegt. Dann nimmt man eine der chemischen Verbindungen, testet ein synthetisch hergestelltes Äquivalent und kommt zu dem Ergebnis, daß es allergieerregend ist. Das ist völlig aus dem Zusammenhang gerissen, auf der Verpackung muß dann aber stehen: Kann Allergien auslösen. Und die Herren in der EU denken sich täglich neue derartige Unsinnigkeiten aus. Demnächst soll Teebaumöl, eines der ältesten Naturheilmittel, verboten werden. Es gibt zwar Vereine, die sich dagegen wehren, aber ein Kampf gegen die Industrielobby in Brüssel ist nahezu aussichtslos. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Unser Familienbetrieb ist kompromißlos auf Qualität ausgerichtet. Alle unsere Produkte entsprechen den strengen Naturkosmetikrichtlinien. Wir verwenden ausschließlich natürliche Rohstoffe pflanzlichen oder mineralischen Ursprungs. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Naturseife und industriell hergestellter Seife: Bei der Naturseife werden in einem langsamen Prozeß pflanzliche Öle mit Natronlauge kalt verrührt. Bei der Industrieseife werden synthetisch hergestellte Aromen und Zusatzstoffe regelrecht verkocht und in Form gegossen. Sie enthalten Konservierungsstoffe, die die natürliche Schutzschicht der Haut zerstören. Naturseifen sind wesentlich hautfreundlicher, biologisch vollkommen abbaubar, und die in den Ölen vorhandenen Wirkstoffe und Spurenelemente bilden eine Schutzschicht auf der Haut. Unsere Produkte sind nicht nur am Naschmarkt erhältlich, sondern weiterhin auf diversen Weihnachtsmärkten und online über das Internet. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich kann nur raten, in sich hineinzuhören. Was gefällt mir, wovon bin ich überzeugt? Auch die Intuition sollte man berücksichtigen, auch wenn sie vielleicht nicht logisch erklärbar ist. Hat man seinen Weg, seine Nische gefunden, ist es zwar harte Arbeit bis zum Erfolg, aber diese Arbeit macht unheimlich viel Freude.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Entwickelt sich das Geschäft weiterhin gut, möchten wir nach dem Franchise-System im Raum Salzburg-München gerne noch ein bis zwei Filialen eröffnen. Viel weiter wollen wir aber nicht expandieren, Alles Seife soll ein Familienbetrieb bleiben. Durch Optimierung verschiedener Abläufe möchten wir künftig mehr Zeit für uns selbst gewinnen.
Ihr Lebensmotto?
Lasse jeden tun, was er will, solange er niemandem damit schadet.