Zur Karriere von Herbert Garber
Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Nach der Matura an der HTL für Hochbau in Innsbruck im Jahre 1976 studierte ich vier Semester Betriebswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck. Neben dem Studium stieg ich bereits ins Berufsleben ein und entschied mich dann, mein Studium abzubrechen. Meine dreijährige Praxis absolvierte ich bei dem Wiener Architekten Herrn Armin Dolesch, der das Sanatorium in Rum baute. Ich war dort als Zweitbauleiter beschäftigt, erkannte jedoch sehr schnell, daß mich die reine Tätigkeit als Hochbauleiter nicht wirklich forderte. Ich suchte eine neue Tätigkeit und arbeitete in der Folge als Außendienstmitarbeiter bei der Firma Lang in Vomperbach, wo ich in Innsbruck Baumeisterbetriebe und Architekten beriet. Anfang der achtziger Jahre beendete ich mein Arbeitsverhältnis in gutem Einvernehmen, da ich erkannte, daß ich nicht mehr weiter aufsteigen konnte. Außerdem nützte ich die Chance, in eine Marktnische - die Montage von industriell gefertigten Innentüren - einzusteigen. Ich machte mich 1982 in diesem Bereich selbständig. 1995 begannen Preisprobleme am Markt, was auch mit ein Grund war, weshalb ich dieses Unternehmen schließlich 1998 auflöste - natürlich wurden laufende Verträge erfüllt. Parallel dazu schuf ich mir in der Türkei erfolgreich einen Namen in der Baubranche, ab 1988 flog ich immer wieder nach Istanbul und arbeitete dort mit verschiedenen Partnern zusammen. Ich erkannte die Chance, die sich mir hier bot. Ich schloß einige Großaufträge ab, die mich auch nach Libyen führten, wo ich bei einem Bauauftrag ein Auftragsvolumen von 27.000 Türen verzeichnete. Weiters betreute ich auch Baustellen in Nordafrika und Rußland. Meine Firma in Innsbruck lief sehr gut, was es mir ermöglichte, regelmäßig im Ausland tätig zu sein. Die politische und wirtschaftliche Situation der Länder, an die ich lieferte, veränderte sich, weshalb ich mich aus diesem Geschäftsbereich wieder zurückzog. Ich habe aber immer noch sehr gute Kontakte zur Türkei. In weiterer Folge wurde ich in Innsbruck als Bauträger tätig, erwarb Liegenschaften und sanierte sie. Weiters entwickelte ich gemeinsam mit Architekten verschiedene Projekte, so realisierte ich zum Beispiel ein Projekt in Innsbruck an der Höhenstraße und eines in Rum oberhalb des Sanatoriums. Zwischen 1991 und 1996 war dies meine Haupttätigkeit. Dann veränderte sich der Markt in Bezug auf die Preissituation der Bauträger und für kleine Bauträger, wie ich einer war, wurde es immer schwieriger Gewinne zu schreiben. 1996 erlangte ich den Befähigungsnachweis zum Immobilientreuhänder und Bauträger, 1997 gründete ich eine Firma in Bozen, baute Ferienwohnungen am Gardasee und schließlich auch eine Tiefgarage in Sterzing. Ich reagierte immer sehr rasch auf den Markt, weshalb ich mich 2000/01 aus diesem Geschäftsbereich zurückzog. Seitdem beschäftige ich mich nur mehr mit Projektentwicklung, Betriebsansiedelungen und deren Baureifmachung. Weitere Schwerpunkte sind Konfliktmanagement im Bauwesen und Planung und Mediation in Wirtschaft und Bauwesen. Von September 2002 bis Jänner 2004 absolvierte ich einen berufsbegleitenden Diplomlehrgang für Mediation. Beim Bau des Schloßhotels Kitzbühel war ich der zuständige Claim Manager und kam mir hier mein Wissen über Konfliktmanagement sehr zur Hilfe. Durch konsequentes und professionelles Claim Management kann man ein gespanntes Verhältnis zwischen Auftraggeber und -nehmer verhindern. Mit Vertragsabschluß ist der Erfolg eines Projektes keineswegs sichergestellt, die Herausforderung liegt darin, ob der Vertrag hält und ob er qualitativ, quantitativ und zeitlich erfüllt wird.