Zum Erfolg von Josef Bugnar
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Bei uns kommt der Erfolg hauptsächlich in der Gemeinschaft zustande. Erfolg ist dann gegeben, wenn man die gesteckten Ziele erreicht, wobei es zumeist meine Aufgabe ist, die Ziele vorzugeben. Da unsere Mitarbeiter Freiwillige sind, sind zeitliche Vorgaben meist nicht klar umrissen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, in den fast 20 Jahren meiner Tätigkeit wurde hier sehr viel erreicht. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich kann auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen, den ich im Laufe der Zeit gesammelt habe.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Im Gespräch versuche ich, die Grundursache für ein Problem und danach einen Konsens zu finden. Ich persönlich kümmere mich um die administrativen Dinge, da natürlich zahlreiche Gerätschaften am neuesten Stand und einsatzfähig sein müssen, was eine kontinuierliche Wartung voraussetzt. Die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt ist auch Bezirksalarmzentrale und betreut damit 78 Feuerwehren mit etwa 4.500 Mitgliedern, die allesamt sofort einsatzbereit sind. Meine jetzige Position habe ich nicht gezielt angestrebt, sie hat sich im Zuge der Mitarbeit ergeben. Eine wichtige Voraussetzung ist sicher eine soziale Einstellung und die Motivationskraft den Mitarbeitern gegenüber. Wir haben ja Mitglieder aus den verschiedensten Berufssparten und halten daher unser Haus selbst instand. Unser Aufgabengebiet ist vielseitig, selbst als Schlüssel- oder Aufsperrdienst werden wir gebraucht. Wir sind auch Sachverständige für den Brandschutz und um Konsens mit dem Kunden bemüht. Wir suchen mit ihm gemeinsam nach erforderlichen Alternativen.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ja, meine zwei Vorgänger, die mir ihre Erfahrungen weitergegeben haben, prägten mich sehr.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Die Dienstfreistellungen für die Feuerwehrmitglieder stellen ein Problem dar - vor allem dann, wenn ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr von seiner Firma überraschend nicht frei bekommt. Hier wäre eine bessere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft wünschenswert, was jedoch eine bundesweit einheitliche gesetzliche Regelung erfordert.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Gerade in unserem Beruf sind die Mitarbeiter das Zentrum der Institution. Bei uns stehen Teamgeist und Kameradschaft im Vordergrund. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Kompetenz ist mir in jedem Bereich wichtig. Für den Notruf muß jemand eingesetzt werden, der zumindest der englischen Sprache mächtig ist. Wir haben jedoch auch die Möglichkeit, unsere Mitarbeiter ausbilden zu lassen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich lobe nach Abschluß eines Einsatzes mein gesamtes Team, was für die Motivation sehr wichtig ist.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
In unserem Beruf muß die Familie dahinterstehen, da ein Einsatz nun einmal vorgeht. Da ist großes Verständnis erforderlich, weil wir unsere Aktivitäten nicht planen können. Wir veranstalten alle paar Monate mit den Familienangehörigen einen geselligen Abend, um sie in die Gemeinschaft einzubinden.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich halte selbst Weiterbildungskurse ab, um stets am neuesten Stand zu bleiben.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Der Jugend rate ich, ihre sozialen Kompetenzen auszubauen. Ich sehe oft, daß sich die jungen Menschen abkapseln und im stillen Kämmerlein nur vor Computerspielen oder dem Fernseher sitzen. Wir nehmen Kinder ab zehn Jahren auf, und die Ausbildung wird spielerisch und sehr spannend gestaltet. Den Kindern macht das großen Spaß, und von den Eltern hören wir dann sehr oft, daß das Kind wie ausgewechselt ist.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich wünsche mir, daß auch weiterhin die Finanzierbarkeit des Betriebes gegeben ist. Wir sind hierbei auch auf die Spenden der Bevölkerung und der Wirtschaft angewiesen. Ferner wäre wünschenswert, daß möglichst viele Freiwillige an den Schulungen teilnehmen. Mein größter Wunsch ist jedoch, daß niemandem etwas passiert.