Zum Erfolg von Bernhard Zinner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn Patienten und Kunden zufrieden sind, bestätigt mich dies darin, richtig gehandelt zu haben. Berufliche und private Zufriedenheit bedeutet für mich Erfolg. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Persönlicher Einsatz, Flexibilität, viel Überzeugungskraft und Tatkraft. Wenn ein Problem vorhanden ist, dann widme ich mich diesem sofort und nehme die Lösung in Angriff. Eines meiner großen Anliegen war schon immer, Menschen zu helfen. Die Nächstenliebe motiviert und leitet mich.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Mit persönlichem Einsatz, Tatkraft und Wille. Zum Beispiel vergaß ein Spital einmal, einen bestimmten Katheter zu bestellen, und ich setzte mich persönlich mit einem anderen Spital in Verbindung, lieh mir den Katheter dort aus, und die Operation konnte durchgeführt werden. Der allgemeinen Emailflut begegne ich gelassen, denn 50 Prozent erledigen sich von selbst. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Herr Finn, den ich beim Flug nach Bangkok kennenlernte, hat mich sehr geprägt. Für mich ist er mein Vater in der Nephrologie.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Viele Dankesschreiben von Patienten. Auf unserer Homepage findet sich ein Reisebericht von einem Patienten, den wir auf seiner Reise quer durch Europa und Asien in mehr als 15 bis 20 Länder belieferten. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Die Gesetzgebung, insbesondere die Refundierung der Kosten im Bereich der Heimdialyse (Peritonealdialyse) für die ärztliche Versorgung und für die Produkte, ist in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt. Dieses kaum durchschaubare und komplizierte System bedarf auch vom wirtschaftlichen Standpunkt gesehen einer Anpassung.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Als eine Person, die sich bei Schwierigkeiten persönlich einsetzt und alle Hebel in Bewegung setzt, um eine Lösung zu finden.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Gerade in unserem Bereich treten auch Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden außerhalb der Arbeitszeit auf, und ich bin für meine Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar. Unser Service ist unser Markenzeichen - natürlich kann aber kein Mitarbeiter dazu gezwungen werden, an den Wochenenden in Bereitschaft zu sein.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Für mich ist es wichtig, Vorbild zu sein, und ich zeige meinen persönlichen Einsatzwillen und jederzeitige Bereitschaft. Für zusätzlich geleistete Arbeit erhalten die Mitarbeiter auch eine Sonderabgeltung und eine Zeitgutschrift. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Alles, was zur Nierenersatztherapie benötigt wird, erhält der Kunde aus einer Hand. Eine Vorreiterrolle erwarben wir durch Verträge mit der Krankenkasse. Heute können wir 300 Heimdialysepatienten optimal versorgen. Wir liefern alles, was der Patient im Rahmen der Nierenersatztherapie benötigt, wofür viel Überzeugungsarbeit nötig war. Unseren Qualitätslevel halten wir durch eine permanente Temperaturüberwachung bei der An- und Auslieferung als auch bei der Lagerung. Der Patient steht mit unserem Kundendienst in Kontakt, und unser Travelservice ist einmalig. Wir sind in mehr als 100 Ländern weltweit vertreten und liefern das benötigte Equipment an den Urlaubs- und Dienstort des Patienten. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ausbildung, Information, Produkte und Service heben uns von der Konkurrenz ab.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Frau steht immer hinter mir und gibt mir den nötigen Rückhalt für mein berufliches Engagement. Einen wichtigen Ausgleich hole ich mir bei meinem Hobby, dem Laufen, auch auf Reisen ist meine Laufausrüstung immer dabei. Für Notfälle bleibt mein Handy immer eingeschaltet.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Die Regelung der gesetzlichen Refundierung der Heimdialyse ist ein großes Ziel. Ich investiere viel Zeit für Lobbying und Informationstätigkeit und versuche österreichweit durch persönliche Gespräche die zuständigen Landespolitiker zu gewinnen, denn Österreich ist im Bereich der Heimdialyse sehr rückständig, bewirkt durch den weitgehend nicht vorhandenen Kostenersatz für Heimdialysepatienten. Mein Anliegen ist es, die Vorteile der Heimdialyse sowohl in medizinischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht aufzuzeigen und eine einheitliche Regelung zu bewirken. Als Befürworter des Projekts konnte ich bereits den Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse gewinnen, und wir setzten durch ein PD-Konsensuspapier in Zusammenarbeit mit drei österreichischen Universitätskliniken den ersten Schritt.