Zum Erfolg von Gerhard Kitzler
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich ein gutes Fortkommen auf verschiedenen Ebenen und das Erreichen von gesetzten Zielen. Natürlich spielt dabei auch Anerkennung eine wichtige Rolle, wobei ich mich früher eher dagegen wehrte, bis ich erkannte, daß darin doch auch ein wichtiger Motor liegt. Insbesondere als Maler und als Schriftsteller ist Anerkennung für mich natürlich ein wesentlicher Maßstab des Erfolges.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich denke, ja. Zum Erfolg gehört es ja auch, eine Zukunft zu haben, und ich richte meinen Blick vor allem nach vorn.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich begann immer damit, mir zunächst kleine Ziele zu setzen, und da ich organisatorisch ganz geschickt bin, gelang es mir, diese der Reihe nach auch zu erreichen. Während ich früher meinte, alles selber machen zu müssen, erkannte ich mit der Zeit, daß es wichtig ist, mit den Leistungen anderer gut umgehen und auch delegieren zu können. Ab dem Moment, da ich dies beherzigte, gelang es mir sehr schnell, weiterzukommen und meine verschiedenen Aktivitäten unter einen Hut zu bekommen. Es ist auch wichtig, Ideen nicht nur zu haben, sondern sie auch umzusetzen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich würde sagen, erfolgreich fühle ich mich seit etwa drei, vier Jahren.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ganz sicher mein um sechs Jahre älterer Bruder, der Kinderfacharzt ist und mich von Anbeginn an sehr stark beeinflußte und prägte. Vorbilder oder Mentoren im medizinischen Bereich habe ich sonst keine. Als Maler habe ich einen Mentor, Kurt Kramer, ohne den ich sicher niemals begonnen hätte, auszustellen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Der ständige Patientenzuwachs - die Ordination wächst auch heute noch - ist sicherlich ein wesentliches Zeichen der Anerkennung. Darüber hinaus motivieren mich vor allem die Studenten und Turnusärzte, die bei mir arbeiten und die mich eigentlich dazu angeregt haben, auch lehrend tätig zu werden. Aus der Lehrtätigkeit ergab sich dann auch Anerkennung in der Kollegenschaft. Auch gewann ich die letzten vier Jahre mehrmals einen Kongreßpreis in Graz und erfreue mich in Fachkreisen eines guten Rufes.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Als ein großes Problem in der Gesundheitspolitik der letzten Jahre sehe ich die Entwicklung hinsichtlich der Medikamentenverschreibung. Der Druck der Krankenkassen und die Zunahme der Bürokratie sind weiters ein wachsendes Problem für uns niedergelassene Ärzte. Es wäre wünschenswert, wenn bei der Erstellung neuer Regelungen nicht irgendwelche Gesundheitsexperten, sondern vielmehr jene zu Rate gezogen würden, die in der täglichen Praxis damit arbeiten müssen.Welche sind die Stärken Ihrer Ordination? Ich denke, ich bin so gut organisiert, daß es bei mir eine relativ kurze Wartezeit gibt, obwohl ich mehr als hundert Patienten pro Tag behandle. Außerdem habe ich das Glück, sehr gute Ordinationsassistentinnen zu haben. Schließlich kann ich mich auch auf meine Frau verlassen, die für einen reibungslosen Ablauf in der Ordination sorgt.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Da ich eine umfassende Lehrtätigkeit habe und in vielen Gesellschaften tätig bin, wende ich natürlich relativ viel Zeit für meine Fortbildung auf.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich würde sagen, es ist wichtig, seinen Weg gezielt zu verfolgen, aber man kann auch aus jeder Tätigkeit, die außerhalb des Berufsfeldes liegt, immer lernen. Es gibt keine Tätigkeit, aus der man keine Vorteile für sich ziehen könnte. Es wird in Zukunft immer wichtiger werden, die eigenen Interessen und Tätigkeiten möglichst breit zu streuen. Schließlich leben wir auch in einem europäischen Umfeld, in dem es wichtig ist, sich nicht nur auf das kleine Österreich zu konzentrieren, sondern sich auch diesen neuen Herausforderungen zu stellen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte meinen Weg sowohl auf medizinischem als auch auf künstlerischem Gebiet weiter gehen wie bisher und möglichst ausbauen. Ich überlege auch, mich noch mehr wissenschaftlich zu engagieren und vielleicht auch noch zu habilitieren. Ich möchte noch mehr Bücher schreiben und noch bekannter werden, glaube aber auch, auf dem besten Weg dorthin zu sein.
Ihr Lebensmotto?
Erfahrungen sollte man haben, bevor man sie macht.