Zum Erfolg von Michael P. Jordan
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich kontinuierlich arbeite, ehrlich und freundlich zu Kunden, Partnern und Mitarbeitern bin, kommt das zurück. Sind bei einer Veranstaltung der Kunde, die Künstler und das Publikum gleichermaßen zufrieden, ist das für mich Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Jein, ich bin noch nicht ganz zufrieden. Ich bin extrem innovativ und habe zwei bis drei Projekte in der Lade, die bislang aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden konnten.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Es war immer meine große Stärke, Leute im Gespräch zu begeistern und ihr Vertrauen zu gewinnen. Ich bekam bei der Firmengründung keinerlei Förderungen, sondern habe mir alles mit unglaublichem Einsatz selbst erarbeitet. Die kontinuierliche Arbeit ist sicher der wesentlichste Erfolgsfaktor. Es ist mir gelungen, innerhalb von drei Jahren den Umsatz um 300 Prozent zu steigern. Außerdem bin ich ein absoluter Perfektionist, ein Workaholic und von meiner Branche begeistert. Die Arbeit macht mir riesigen Spaß, und ich sehe jeden Tag, was wir in Zukunft noch alles machen könnten.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Die dänische Firma Martin, der weltweit größte Hersteller von intelligenter Lichttechnik, und Betriebe wie das Salzburger Unternehmen Audio Kain sind für mich vorbildhaft. Allerdings strebe ich nicht deren Größe an, sondern will weiterhin klein und schlagkräftig an interessanten Projekten arbeiten.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Im Februar 2007 wurden wir von der Wirtschaftskammer als innovativster Betrieb Wiens nominiert. Wir haben zwar nicht gewonnen, waren aber in der engeren Auswahl - und das ist eine schöne Anerkennung. Auch die Euro Label Certification als erster europäischer Fachbetrieb in der Veranstaltungstechnik sehe ich als tolle Auszeichnung. Ganz besonders freut mich natürlich, daß unsere Kunden extrem zufrieden sind. Die Bewertung unseres Unternehmens in den ersten fünf Jahren ergab eine Kundenzufriedenheit von 99,63 Prozent.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Es gibt Menschen, da spürt man schon nach wenigen Minuten, daß die Chemie nicht stimmt. Auch wenn so ein Bewerber bestens qualifiziert ist, würde eine Zusammenarbeit nicht klappen. Die Mitarbeiter müssen mit mir auf einer Wellenlänge liegen und natürlich so wie ich in der Materie aufgehen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Stand By ist heute keine klassische Verleihfirma mehr, obwohl ich so begonnen habe. Wir betreuen Veranstaltungen aller Art im Bereich Licht und Ton vom Equipment bis zum Personal und sind außerdem in Planung, Installation und Verkauf tätig. Im Vordergrund stehen Qualität, Verläßlichkeit, faire Beratung, Service und das individuelle Eingehen auf die Wünsche des Kunden. In puncto Qualität sehe ich unsere Firma als Pionier in Österreich. Wir haben auch schon einige Aufträge nicht bekommen, weil wir einfach ehrlich waren. Ehrlichkeit ist vielleicht der steinigere, aber der bessere Weg, um langfristig erfolgreich zu sein. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich besuchte einmal gemeinsam mit einer Mitarbeiterin getarnt als interessierter Kunde einige unserer Mitbewerber. Dabei stellte ich fest, daß bei den meisten Firmen der persönliche Zugang, das Interesse am Kunden fehlt. Hier unterscheiden wir uns ganz deutlich von den Mitbewerbern.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich arbeite normalerweise durchschnittlich 60 bis 80 Wochenstunden, da bleibt leider nicht allzu viel Freizeit. Wir haben aber Ende 2006 ein kleines Mädchen bekommen, und seither bemühe ich mich schon, etwas mehr zu Hause zu sein und weniger zu arbeiten. Auch meine Lebensgefährtin bremst mich jetzt ein, wenn wieder der Workaholic in mir durchbricht.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Am Beispiel von Falco sieht man, daß es auch für kreative Österreicher auf der ganzen Welt Chancen gibt. Ich kann Menschen nicht verstehen, die sagen, sie finden keine Arbeit oder wissen nicht, was sie verkaufen sollen. Nicht jammern, sondern einfach probieren und aktiv werden!
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich will, daß sich unsere Kunden bei uns wohlfühlen. Ich möchte jeden einzelnen Kunden in ein oder zwei Jahren anrufen und fragen können wie es ihm geht, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Das ist mir bisher gelungen und ist auch weiterhin ein wichtiges Ziel. Vielleicht ergibt sich in absehbarer Zukunft auch eine Partnerschaft mit einer anderen Firma, wo wir Synergien nutzen können. Außerdem gibt es bereits Gespräche, unsere Aktivitäten Richtung Tschechien, Bulgarien und Rumänien zu erweitern.