Zum Erfolg von Daniel Neubauer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich in einem Beruf tätig sein kann, der mich interessiert, und der mir ein halbwegs vernünftiges Leben ermöglicht, erachte ich das als Erfolg. Unter halbwegs vernünftiges Leben verstehe ich, daß das Verhältnis zwischen Freizeit und Verdienst stimmt. Natürlich ist es erforderlich, oft auch abends oder am Wochenende zu arbeiten, nur sollte das nicht zur ständigen Routine werden.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Momentan sehe ich eher meinen Vater als erfolgreich, ich stehe ja noch am Anfang meiner Karriere und versuche, seinem Beispiel zu folgen und meine Karriere ebenso erfolgreich zu gestalten. Das Ziel ist natürlich, den Erfolgslevel der Kanzlei zu halten oder sogar noch zu erhöhen. Bisher läuft es sehr gut, und ich denke, daß ich auf dem richtigen Weg bin.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Um als kleine Kanzlei große Klienten zu gewinnen, muß man ein besonderes Service bieten und auch eine persönliche Beziehung zu den Klienten aufbauen. Ich glaube, daß ich als Anwalt auch über gewisse Managementqualitäten verfügen muß. Mein Vater und ich delegieren nicht blind an Konzipienten, sondern haben in alle Mandate den notwendigen Einblick. Es ist ja unser unternehmerisches Interesse, unseren Klienten ein perfektes, fehlerfreies Service zu bieten. Ich nenne das Management of legal affairs, und meine damit einen Zustand, wo der Klient sich um kaum etwas kümmern muß, sondern wir ihm vieles abnehmen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Vater ist sicher die prägende Persönlichkeit meines Berufslebens. Wir stehen in keinem Konkurrenzverhältnis, sondern kommen sehr gut miteinander aus.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Der juristische Erfolg der Kanzlei, speziell im Bereich der Wirtschaftstransaktionen, hängt doch zum Großteil von meinem Vater und mir ab. Die Mitarbeiter in Sekretariat und Administration tragen aber sehr viel zum reibungslosen Ablauf bei, und ohne eine funktionierende Organisation ließe sich nicht ordentlich arbeiten.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir pflegen einen vernünftigen Umgang untereinander und haben ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern. Das ist in den meisten Anwaltskanzleien nicht unbedingt üblich. Meines Erachtens trägt ein angenehmes Arbeitsklima stark zur Motivation bei.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unser Businesskonzept ist es, uns als kleine Kanzlei im Bereich großer, auch internationaler Wirtschaftstransaktionen zu etablieren - und zwar durch persönlichen Einsatz, Engagement und Service. Das ist eine unserer wichtigsten Stärken. Darüber hinaus sind wir bestens organisiert und technisch auf dem letzten Stand. Wir verfügen auch über eine große Zahl von Supportpersonal im Verhältnis zu den Juristen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wir haben zwei kleine Kinder, denen ich natürlich die entsprechende Zeit und Aufmerksamkeit geben möchte. Im großen und ganzen stimmt für mich das Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
In den Rechtsgebieten, in denen man tätig ist, muß man natürlich ständig am Ball bleiben. Ich studiere juristische Fachliteratur, Seminare besuche ich nur in speziellen Anlaßfällen. Der größte Teil der Fortbildung passiert durch die tägliche Arbeit, wo man immer wieder mit neuen Dingen konfrontiert wird.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Globalisierung ist heute ein wichtiges Thema, und auch als Anwalt muß man sich internationalisieren. Die Liberalisierung der Zulassung in Ländern Innerhalb und außerhalb Europas wird weiter voranschreiten, das Berufsbild des Anwalts ändert sich - der allgemein praktizierende Anwalt wird über kurz oder lang verschwinden. Die Spezialisierung auf nationaler und internationaler Ebene gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Wir werden zwar noch einige Juristen aufnehmen, aber wir wollen keine Großkanzlei werden. Überschreiten die Aufträge ein gewisses Arbeitsvolumen, braucht man viel Personal und kann nicht mehr alles persönlich kontrollieren - das ist nicht unsere Philosophie.