Zum Erfolg von Elisabeth Wechtitsch
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich abends aus der Firma komme und weiß, der Tag ist gut gelaufen, die Kunden und Mitarbeiter waren zufrieden, sehe ich das als Erfolg. Das ist ein tolles Gefühl.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, sehe ich mich schon als erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich habe in unserem Betrieb eine umfassende Ausbildung in allen Bereichen genossen und überall mit angepackt. Ich machte Abrechnungen, putzte Autos, war im Verkauf, am Telefon und überall dort, wo ich gebraucht wurde und Neues lernen konnte. Ich kenne alle Facetten dieses Geschäftes und weiß, wie man Kunden zufriedenstellt. Um als Unternehmer erfolgreich zu sein, braucht man aber auch die richtige Einstellung zum Leben und zum Beruf.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Speziell in der von Männern dominierten Autobranche hat es eine Frau schon schwerer. Da braucht man sehr viel Rückgrat und Durchhaltevermögen, um sich dauerhaft durchzusetzen. Ich hatte es vielleicht ein bißchen leichter, weil schon meine Eltern in dieser Branche selbständig waren und ich die Möglichkeit hatte, langsam in den Betrieb hineinzuwachsen. Ich selbst habe heute diesbezüglich keine Probleme mehr, weil die Kunden und Mitarbeiter meine Kompetenz respektieren.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Im Laufe meines Berufslebens hatte ich immer wieder schöne Erfolgserlebnisse. Ich verkaufe beispielsweise sehr gerne Lkws und Firmenfahrzeuge, und seit 2007 gehören wir zu den 14 besten Nissan-Lkw-Stützpunkthändlern österreichweit. Das ist das Ergebnis von Fleiß und Einsatz.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Meine Eltern waren ein Vorbild für mich, von ihnen konnte ich sehr viel lernen. Im geschäftlichen Bereich war es vor allem mein Vater, der meinen Werdegang entscheidend prägte.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich versuche, mir im Rahmen des Vorstellungsgespräches ein möglichst umfassendes Bild von dem Bewerber zu machen. Ich lege auch bei einem Mechaniker Wert auf ein halbwegs gepflegtes Äußeres und eine vernünftige Ausdrucksweise. Manchmal hat man Glück und die Entscheidung war richtig, ein anderes Mal täuscht man sich eben.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich bin keine Chefin, die am Montag früh in ihrem Büro verschwindet und von dort aus Anweisungen erteilt. Mir ist die ständige Kommunikation mit den Mitarbeitern sehr wichtig, ich halte sie über alle relevanten Vorgänge am laufenden. Wenn ich bemerke, daß ein Mitarbeiter Probleme oder Sorgen hat, versuche ich zu helfen. Auf der anderen Seite erwarte ich natürlich entsprechende Leistung.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich kann Beruf und Privatleben eigentlich nicht trennen. Wer einen eigenen Betrieb führt, beschäftigt sich gedanklich auch nach Feierabend damit. Sogar im Supermarkt werde ich von Leuten angesprochen, die eine Frage zum Thema Auto haben. Das ist für mich aber keine Belastung, weil ich den Beruf mit Herz und Seele lebe.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Frauen sollten sich nicht einschüchtern lassen, wenn sie sich für einen Beruf entscheiden, wo sie es hauptsächlich mit Männern zu tun haben. Auch ich selbst habe nie daran gezweifelt, daß ich es schaffen werde.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein wichtigstes Ziel ist es, gesund zu bleiben. Gesundheit ist die Grundvoraussetzung für Glück, Zufriedenheit und beruflichen Erfolg. Was konkret die Firma betrifft, möchte ich weiterhin so erfolgreich sein wie bisher - oder im besten Fall unsere Ergebnisse immer weiter verbessern. So wollen wir den Autoverkauf weiter ausbauen und werden dafür auch noch Personal aufnehmen.
Ihr Lebensmotto?
Das Leben ist schön!