Zum Erfolg von Andreas Grabher
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich bin der Ansicht, daß zwischen materiellem und immateriellem Erfolg unterschieden werden muß. Materieller Erfolg bedeutet für mich, einen gewissen Lebensstandard genießen zu können. So gönne ich mir beispielsweise den Luxus, mir wesentlich mehr Tagesfreizeit zu genehmigen als ein Großteil der Unternehmer. Immateriellen Erfolg sehe ich dann gegeben, wenn ich ein Unternehmen betreue, bei dem sich ein positives Wachstum feststellen läßt. Auch wenn ich eine Person erfolgreich coache und diese mit dem Ergebnis zufrieden ist, stellt das für mich einen Erfolg dar. Es war mir beispielsweise möglich, 700 Arbeitsuchende binnen eines Jahres zu vermitteln.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Auch wenn ich noch längst nicht alle meine Ziele erreicht habe, würde ich mich rückblickend als erfolgreich bezeichnen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Vorrangig ist es die erfolgreiche Unterstützung anderer, durch welche auch ich erfolgreich bin. Aber auch die Äußerung meines Vaters: Du wirst nie etwas erreichen, sowie mein Umfeld, das mir immer wieder riet, ein normales Leben zu führen, trugen letztendlich wesentlich zum meinem Erfolg bei. Ich erkannte rasch, daß ein klassischer Nine-to-five-Job und eine Familie nicht meiner Lebensweise entsprechen. Dadurch wurde mein Ehrgeiz geweckt, mit dem Ergebnis, daß ich heute den Erfolg erlebe, den damals niemand für möglich hielt. Auch die Tatsache, daß ich mich als Coach eher im Bereich der Psychotherapie bewege und keine klassischen Motivationstrainings anbiete - wie der Großteil der anderen Coaches - betrachte ich als wesentlichen Faktor meines Erfolges. Meiner Meinung nach ist der Bereich der Psychotherapie unerläßlich, wenn man Menschen verstehen will. Diese Sichtweise teile ich heute vermehrt mit anderen Coaches, da sie nun schon des öfteren in diversen Fachzeitschriften publiziert wurde.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Mit Interesse und Freude, denn schließlich sind es die Herausforderungen, die mich weiterbringen. Es gab bislang noch keinen Tag, der mich gelangweilt hätte.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich war ab dem Jahre 1991 für einige Zeit als Betriebsleiter der Schweizer Firma VALV AG tätig. Nachdem mir bewußt geworden war, daß die Individualität in jenem Unternehmen nachrangig behandelt wird, beschritt ich einen neuen Weg, indem ich mich selbständig machte.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Ich erachte die Verbesserung von etwas Bestehendem und die Neuerfindung als gleichwertig. Das Color Lux Lighttape war beispielsweise eine geniale Idee. Jetzt allerdings geht es darum, diese zu optimieren.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Einen großen Einfluß übte Herr Eugen Märk, Abteilungsleiter bei der Firma Blum, auf mich aus. Er riet mir, mich weiterzubilden und einen anderen Weg einzuschlagen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die größte Anerkennung ist für mich, wenn meine Meinung, These oder auch Theorie auf Anklang stößt. So trat man seitens der Hochschule Liechtenstein an mich heran und fragte mich, ob ich nicht dort unterrichten möchte, da meine Sichtweise genau jene sei, die man suchte.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die fehlende ganzheitliche Sichtweise erscheint mir problematisch. Viele Coaches und Trainer begleiten Menschen fokussiert auf eine Richtung und vergessen die Komplexität des Individuums. Dies kann verheerende Folgen nach sich ziehen, denn die Ursachen der Probleme sind oft versteckt. Auch die Preispolitik würde ich als erhebliches Problem bezeichnen. Kein Coach dieser Welt kann 500 Euro pro Stunde wert sein.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Flexibilität, Individualität und Originalität. Ich entwickle für jedes Problem eine maßgeschneiderte Lösung, da ich mich nicht an starren Richtlinien festmache.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich beachte, betrachte und beobachte sie, gehe aber meinen eigenen Weg. Oft folge ich als Zweitberater meinen Mitbewerbern nach und löse die Probleme, die sie kreiert haben.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich betrachte meinen Beruf als Privatleben. Mein Beruf ist meine innerste Überzeugung, dadurch kann ich die beiden Bereiche nicht voneinander trennen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Zweihundert Jahre alt zu werden, glücklich zu sein und ein schönes Leben zu führen.
Ihr Lebensmotto?
Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter.