Zum Erfolg von Maria Hauer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn es mir gelingt, ein Projekt durchzuführen oder in Bewegung zu setzen, das geeignet ist, insbesondere Frauen und Kindern eine positive Lebenssituation und Einstellung näherzubringen, fühle ich mich erfolgreich.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Da es mir gelungen ist, Beruf und Familie zu vereinbaren, ohne daß ein Bereich zu kurz kommt, fühle ich mich erfolgreich. Dies ist sehr wichtig, denn die Familie stellt eine Kraftquelle dar, in der ich neue Energie für berufliche Herausforderungen schöpfen kann - und dieser Rolle kann sie natürlich nur dann entsprechen, wenn ich sie nicht vernachlässige.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Die Abschlußprüfung meines Studienlehrganges für Erwachsenenbildung 1994 stellte ein in Gruppenarbeit konzipiertes Abschlußprojekt dar, das ich für den Innovationspreis des Landes Oberösterreich im Bereich Erwachsenenbildung einreichte, und mit dem ich schließlich den ersten Preis erringen konnte. Diese Tatsache zeigte mir, daß man mit Konsequenz und beharrlicher Arbeit sehr erfolgreich sein kann. Kurz danach wurde ich als Lehrbeauftragte an die Pädagogische Akademie der Diözese Linz berufen.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
In den diversen Gremien, die sich mit Erwachsenenbildung beschäftigen, merke ich durchaus, daß das Verständnis für die Notwendigkeit von reinen Frauenprojekten nicht sehr hoch ist.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Frau Marianne Maier, die Leiterin dieses Hauses zur Zeit meines Eintrittes, hat an meine Fähigkeiten geglaubt und damit mein Selbstvertrauen enorm gestärkt. Aber auch mein Gatte, der mich immer wieder mental unterstützt hat, prägte mich sehr stark.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die Preisgestaltung für Kurse oder Seminare im Rahmen der Erwachsenenbildung, speziell für Frauen, sollte eine Teilnahme von Menschen mit geringen finanziellen Mitteln ermöglichen, denn gerade für diese Gruppe ist Fortbildung von großer Bedeutung.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich glaube, als sehr zielstrebig gesehen zu werden.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Im Unterschied zu anderen Bildungseinrichtungen legen wir großen Wert auf ein christlich orientiertes Weltbild, das wir unserer Tätigkeit zu Grunde legen. Weiters versuchen wir für die verschiedensten Lebensphasen einer Frau immer das richtige Angebot zur Verfügung zu stellen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Es gibt natürlich Zeiten, in denen die Familie zu kurz kommt, aber ich bin gerade auf einem Weg, diesen Umstand durch gutes Zeitmanagement zu kompensieren.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich bilde mich kontinuierlich weiter und verwende für meine Fortbildung rund einen Monat pro Jahr.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Es ist mir ein Anliegen, daß der Blick auf ein Leben in einer Beziehung nicht verloren geht. Dennoch sollte jede Frau Anstrengungen unternehmen, um die eigene wirtschaftliche Überlebensfähigkeit nicht vom Gelingen einer Beziehung oder Ehe abhängig zu machen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Die Präsenz der katholischen Frauenbewegung im Bewußtsein der Öffentlichkeit könnte noch erhöht werden.
Ihr Lebensmotto?
Leben und leben lassen.