Zum Erfolg von Reinhard Friedrich Hoch
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, daß meine wirtschaftlichen Ideen angenommen werden und ich sie möglichst perfekt umsetzen kann.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, als ich ab einem bestimmten Punkt begann, beruflichen Ehrgeiz zu entwickeln, war es mein Traum, vom kleinen Installateurlehrling ganz nach oben zu kommen. Das ist mir gelungen, und heute leite ich mein eigenes Unternehmen. Ich bin auf dem richtigen Weg. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Wenn ich ein Ziel vor Augen habe, will ich es auch erreichen - ich stecke mir aber Ziele, die tatsächlich erreichbar sind. Ich will nicht unrealistischen Visionen und Träumen hinterherlaufen, bis ich irgendwann frustriert aufgeben muß, sondern verfolge eine Strategie der kleinen Schritte. Außerdem bin ich ein geselliger Mensch, der gut mit Leuten umgehen kann; auch das ist in meiner Branche ein Erfolgskriterium. Wichtig ist vor allem, dem Kunden zuzuhören, um herauszufiltern, was seine konkreten Vorstellungen sind. Und dann muß man ihm vermitteln, daß seine Ideen gut sind und berücksichtigt werden. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ich halte eine Mischung aus beidem für zielführend. Man kann seine eigene Originalität einbringen, aber auch bewährte Abläufe und Ideen übernehmen bzw. weiterentwickeln. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Die meisten Vorgesetzten, die in der Hierarchie und auf der Karriereleiter über mir standen, waren in gewisser Weise Vorbilder, weil ich es ähnlich weit bringen wollte wie sie. Ich wurde also durch andere erfolgreiche Menschen geprägt, weil sie meinen Ehrgeiz und meine Motivation anspornten. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Es gibt leider viele „Totengräber“, die mit absolut unrealistischen Dumpingpreisen die Branche ruinieren. Ich würde mir wünschen, daß bei uns eine ähnliche Einigkeit herrscht wie in der Maklerbranche - Immobilienmakler verlangen drei Prozent Honorar, darunter geht nichts. Das hat sich so eingespielt und wird auch akzeptiert. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich erwarte von einem Mitarbeiter oder Partner, daß er ebenso zielorientiert ist wie ich. Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, sollten kreativ sein, selbständig arbeiten und unternehmerisch denken. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Ich als Unternehmer habe das Baunebengewerbe von der Pike auf gelernt. Ich weiß, wie es auf einer Baustelle zugeht, wo Probleme liegen können, worauf ich achten muß - und das ist sicher eine große Stärke. Als Ein-Mann-Firma bin ich extrem flexibel, verfüge über ein umfassendes Netzwerk und hole mir für das jeweilige Projekt die besten Spezialisten. Damit kann ich für den Kunden all inclusive anbieten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Frau ist Juristin und eröffnete 2006 ihre eigene Anwaltskanzlei. Sie kennt also den zeitlichen Aufwand, den man als Jungunternehmer investieren muß, und bringt auch entsprechendes Verständnis für meinen beruflichen Einsatz auf. Außerdem kooperieren wir in rechtlichen Fragen. Das Wochenende ist uns aber heilig, da werden Beruf und Geschäft strikt ausgeklammert. Von Home-Work halte ich nichts. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Weiterbildung war während meines gesamten Berufslebens immer ein wichtiges Thema. Als nächstes werde ich die Bauträgerkonzessionsprüfung ablegen, da ich künftig auch eigene Projekte kreieren möchte. Auch die Prüfung zum gerichtlich beeideten Sachverständigen für Sanitäranlagen ist noch eines meiner Ziele. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Aus eigener Erfahrung rate ich, Matura und berufliche Ausbildung möglichst sofort zu absolvieren und nicht erst auf dem zweiten Bildungsweg. Beim Einstieg ins Berufsleben sollte man die Branche von der Pike auf kennenlernen und überall mit anpacken - nur so kann man später auch mitreden oder die Leistung der Kollegen überhaupt beurteilen. Viele in hohen Positionen vergessen, wo sie eigentlich herkommen, oder wo sie selbst vor 20 Jahren standen.
Ihr Lebensmotto?
Lebe deine Träume!