Zum Erfolg von Robert Müllegger
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Am Anfang steht eine Idee, eine vage Vision. Dann beginne ich mit der konkreten Arbeit an diesem Projekt, suche geeignete Studienpatienten, führe Untersuchungen oder Laboranalysen durch, werte Statistiken aus und schreibe die Publikation dazu. Und eines Tages wird aus der ersten Vision Wirklichkeit - diese Umsetzung von Zielen bezeichne ich als Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Es wäre mir selbst gegenüber ungerecht zu behaupten, ich sei nicht erfolgreich. Ich gehöre aber zu den Menschen mit eingebauter Triebfeder, die ständig so unter Spannung steht, daß mir das Erreichte nie genug erscheint. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ohne das berühmte Glück des Tüchtigen wird auch ein intelligenter, ambitionierter und motivierter Mensch nur schwer zum Erfolg kommen. Neben einem Bündel an fachlichen Fähigkeiten ist vor allem die kommunikative und soziale Kompetenz ein wesentlicher Faktor. Das ist eine Veranlagung, die man mit zunehmender Erfahrung und durch Feedback ständig verbessern kann. Ganz entscheidend für den Erfolg ist auch die Persistenz, also die Beharrlichkeit und Beständigkeit. Wer sich durch Rückschläge oder Mißerfolge abschrecken läßt und aufgibt, wird in seinem Beruf nicht erfolgreich werden. Trotzdem darf man nicht stur mit dem Kopf durch die Wand wollen, sondern muß sich auch kleine Abweichungen von seiner persönlichen Linie gestatten, wenn es erforderlich ist. Der Rest sind Fleiß und Einsatzbereitschaft.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Als ich mit meinem Forschungsprojekt in die USA ging, hatten einige Experten wegen der labortechnisch komplexen Studie Zweifel, ob dieses Projekt erfolgreich sein würde. Wir konnten das Projekt aber erfolgreich realisieren, und ab diesem Zeitpunkt verspürte ich auch ein gewisses Erfolgsgefühl.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Entscheidung, neben dem Studium als wissenschaftlicher Assistent bei Dr. Millner zu arbeiten, war hundertprozentig richtig. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Professor Millner, bei dem ich während des Studiums als Assistent tätig war, brachte mir nicht nur die Grundregeln der wissenschaftlichen Arbeit bei, sondern war mir auch ein Vorbild im Umgang mit Patienten. Seine gesamte Persönlichkeit war, wenn vielleicht auch nur unbewußt, prägend für meinen Berufsweg. Aus unserer Zusammenarbeit entwickelte sich sogar eine Freundschaft. Leider verstarb Dr. Millner im Jahr 2004 an Lungenkrebs. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich versuche, etwas über den Charakter und das Verhalten eines Bewerbers im beruflichen Alltag herauszufinden. Ich konfrontiere den potentiellen Mitarbeiter beispielsweise mit einer fiktiven Situation, in der die von mir erfundene Schwester Doris über ein Fehlverhalten eines Arztkollegen berichtet. Dann frage ich, wie der Bewerber in dieser Lage reagieren würde. Aus diesen Antworten kann man sehr viel herauslesen. Natürlich spielt auch das Bauchgefühl bei der Entscheidung eine gewisse Rolle.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Zunächst versuche ich, ein positives und angenehmes Arbeitsumfeld zu gestalten - paßt das Umfeld nicht, wird der Mitarbeiter über kurz oder lang unzufrieden sein. Außerdem sind alle meine Entscheidungen transparent und geradlinig, sodaß sich meine Mitarbeiter daran orientieren und halten können. Und unter diesen Voraussetzungen kann ich dann auch loben oder tadeln.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Durch meine sehr verständnisvolle Frau sind Beruf und Privatleben eigentlich sehr gut vereinbar. Außerdem bin ich ein Mensch, der sehr gut abschalten kann - sobald ich die Klinik verlasse oder den Computer ausschalte, bin ich Privatmann. Natürlich beschäftigen mich gewisse Themen oder Probleme weiter, aber nicht in der Form, daß sie mein Privatleben belasten. Wenn ich daheim bin, stehen meine Frau und die Kinder im Mittelpunkt, hier kommt Qualität eindeutig vor Quantität. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Fleiß, Aufrichtigkeit, Moral und Benehmen sind Werte, zu denen ich stehe und die ich versuche, meinen Studenten weiterzugeben. Das lebe ich auch vor, denn man kann nicht Wasser predigen und Wein trinken.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich habe zwar eine hohe Position erreicht, trotzdem ist es mein Ziel, ein immer noch besserer Dermatologe und Arzt zu werden. Auch in den medizinischen Wissenschaften möchte ich weiterhin wertvolle Beiträge leisten.