Zum Erfolg von Hans Iby
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, anderen zu helfen, sei es im wirtschaftlichen oder privaten Bereich. Ich setzte mich immer sehr stark für andere Menschen ein, und es ist sehr befriedigend für mich, mich sinnvoll einbringen zu können.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
In gewissem Sinne ja, allerdings könnte ich noch wesentlich erfolgreicher für die Gemeinde sein, wenn nicht Kapital und Zeit fehlen würde, um gewisse Projekte umzusetzen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Wenn ein Problem auftritt, hinterfrage ich zuerst immer die Situation, höre mir dann die Argumente der Gegenseite an und versuche schließlich, eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden. Je länger man Probleme auf die lange Bank schiebt, umso unlösbarer werden sie, daher versuchte ich immer, zu einer raschen Lösung zu kommen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Es gab bisher keinen Zeitpunkt, an dem ich mich wirklich erfolgreich fühlte, da alles, was ich bisher umgesetzt habe, eine Selbstverständlichkeit für mich war. Außerdem denke ich, daß es an anderen ist, meinen Erfolg zu beurteilen. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Es gab sicherlich gewisse Vorbilder. Mutter Teresa ist ein gutes Beispiel, wie man mit Bescheidenheit und Zufriedenheit integer durchs Leben gehen und, wo immer es möglich ist, andere unterstützen kann.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung erfuhr ich eher im Bereich meines Betriebes, wo wir verschiedene Zertifizierungen umsetzen konnten, eine lange Liste renommierter Betriebe bis nach Italien zu unseren Kunden zählen und dadurch einen sehr guten Ruf in der Branche genießen. Im politischen Bereich war meine Wahl zum Bürgermeister eine Form der Anerkennung.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Die Politik nimmt zu starken Einfluß auf die selbständigen Winzer, indem beispielsweise das Roden von Rebstöcken subventioniert wird, was für viele Betriebe einem Todesstoß gleichkommt. Es ist nicht nachvollziehbar, daß für die Vernichtung eines Produktes Geld bezahlt und somit vielen Winzern die Lebensgrundlage genommen wird.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich hätte ohne die Unterstützung meiner Familie den Betrieb nicht aufbauen können, überdies hatte ich immer sehr qualifizierte Mitarbeiter, die die Kunst der Rebveredelung mit Hingabe betrieben.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich gab meinen Mitarbeitern immer die Perspektive, langfristig in unserem Betrieb zu arbeiten und zahle zu Weihnachten Prämien für gut geleistete Arbeit aus, die sicher einen Motivationsfaktor darstellen.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Eher als umgänglicher Vorgesetzter oder sogar hoffnungsloser Optimist, dem es ab und zu an der nötigen Härte fehlt.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich versuchte immer eine strikte Trennung zwischen meiner Arbeit in der Gemeinde und dem Leben zu Hause. Da meine Frau mit der derzeitigen Situation nicht besonders zufrieden ist, würde ich sie niemals mit Problemen aus dem Gemeindeamt belasten. Überdies bin ich als Bürgermeister beruflich sehr viel unterwegs und nehme unzählige Termine wahr, was sich durchaus negativ auf das Privatleben auswirkt.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ein junger Mensch soll nicht nur Träume haben, sondern diese auch in die Tat umsetzen. Positives Denken ist eine wichtige Grundeinstellung, um ein zufriedenes Leben zu führen. Man muß die Gelegenheiten, die sich einem bieten, am Schopf packen!
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte noch eine Periode Bürgermeister bleiben und mich anschließend wieder auf den eigenen Betrieb konzentrieren, da ich meinen Sohn noch bei der Umsetzung einiger Projekte unterstützen möchte.
Ihr Lebensmotto?
Plane für die Zukunft, und bleibe dabei flexibel.