Zum Erfolg von Andreas Scherrer
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Mein Ehrgeiz ist nach wie vor sehr groß, und ich habe durchaus das Gefühl, schon etwas geschafft zu haben. Ich wäre aber gerne noch erfolgreicher.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich habe die sich mir bietende Chance zur Selbständigkeit genutzt. Ich war immer schon ehrgeizig und wollte eines Tages Entscheidungsträger sein, was in schon bestehenden Betrieben mit ihren Strukturen sehr schwer möglich gewesen wäre. Ich bin ein praktischer Mensch und bin der Meinung, daß mich mein gelernter Beruf genauso für diese Stellung qualifiziert, wie so manchen, der ein Studium absolviert hat.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich agiere nach dem Motto 'Geht nicht' gibt's nicht. Wenn man etwas wirklich machen will, den nötigen Ehrgeiz und das nötige Durchhaltevermögen hat, dann schafft man sehr viel.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Bei Gesprächen, in denen ich größere Geschäfte abwickelte und Finanzierungen möglich machte, versuchte ich das Beste herauszuholen - und als mir das gelang, fühlte ich mich auch erfolgreich.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Es ist ganz deutlich zu sehen, daß der österreichische Markt der stärkste auf dem Biomasse-Heizungssektor ist. In Deutschland gibt es nur ungefähr zwei bis drei Hersteller, die solche Systeme produzieren - in Österreich gibt es 20 bis 25 Firmen in dieser Branche. Daher versuchte man die deutsche Gründlichkeit, die es nach wie vor gibt, auf dem österreichischen Markt zu plazieren und anzupassen. Bei Fachmessen wie der Energiesparmesse kann man sehr gut beobachten, daß in zunehmendem Maße auf Qualität geachtet wird. Die Firmen in dieser Branche haben alle ein sehr schnelles Wachstum hinter sich, weil die Umstellung von fossilen auf biogene Brennstoffe einfach sehr zügig vorangegangen ist - da hat jeder zur Entwicklung beigetragen. Wir versuchen das anzubieten, was der Markt fordert, und so flexibel wie möglich zu sein.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Eine Zukunftsvision wäre natürlich, daß man aus diesen biogenen Feuerungen, also Hackschnitzelheizungen, auch noch Strom erzeugen könnte, der für normale Endverbraucher leistbar wäre. Im großen Bereich ist das heute schon möglich. Hier haben wir das Problem, daß die Lobby der Biomasseheizungen gegenüber der Strom-Lobby noch zu schwach ist. Die ganze Sache wird aber noch viel zu eng gesehen, da wir hier nicht nur als Konkurrenz auftreten, sondern Partner sein könnten, wenn es darum geht, erzeugten Strom auch zu verkaufen. Der Preis für Energie wird aber weiterhin stark steigen, und da wird sich auch auf unserem Sektor viel bewegen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Wir sind mit der Firma in unserer Heimatgemeinde geblieben. Man sieht mich sicherlich als erfolgreich, aber ich bin lieber auch ein wenig vorsichtig. Meistens wird nur das Schöne gesehen, und nicht die viele Arbeit, die dahintersteht, daher gibt es oft auch Neider.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Mitarbeiter, die zu 100 Prozent hinter der Firma stehen, tragen einen erheblichen Anteil zum Erfolg bei.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Der Einsatz und die Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiter, auch der Geschäftsführung, zählen zu den großen Stärken des Unternehmens. Wir sind rund um die Uhr erreichbar, was natürlich sehr wichtig ist, denn eine Heizung muß, speziell wenn es kalt ist, immer funktionieren. Falls sie einmal ausfällt, muß der Fehler so schnell wie möglich behoben werden. Der Kunde sollte eine genauso betriebssichere Heizung haben, als würde er mit Strom oder Gas heizen.
Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Unser Mitbewerb ist sehr stark. Was uns heraushebt, ist hauptsächlich die Massivität der Anlagen. Man kann aber auch ganz klar sagen, daß unser Produkt schon seit 25 Jahren erzeugt wird, damit sehr gut eingeführt ist und einen hohen Bekanntheitsgrad hat. Unser Kundenkreis hat im allgemeinen ein sehr hohes technisches Verständnis, und die Kunden wissen genau, worauf sie achten müssen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Da sich der berufliche Bereich noch im Aufbau befindet, muß das Privatleben momentan noch ein bißchen hintanstehen.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Fortbildung erfolgt bei uns hauptsächlich innerbetrieblich. Wichtige Neuerungen werden umgehend an alle Mitarbeiter weitergegeben, da das Verständnis darüber äußerst wichtig ist.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man sollte versuchen, unbeirrbar seinen eigenen Weg zu gehen. Wer seinen Beruf mit Freude und Interesse ausübt, kann sehr viel erreichen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel ist es, aus dieser Firma ein florierendes Unternehmen zu machen, das es wert ist, an die nächste Generation weitergegeben zu werden.