Zum Erfolg von Bernhard Müller
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, jene Ziele, die ich mir gesteckt habe, auch zu erreichen. In meinem Amt als Bürgermeister der Stadt Wiener Neustadt sehe ich meine Ziele im besonderen darin, eine Weiterentwicklung zu ermöglichen und zur Gestaltung der Stadt beizutragen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Der Wahlerfolg wird sich erst zeigen, da ich ja bisher noch keine Wahl zu schlagen hatte. Ich sehe mich aber immer dann als erfolgreich, wenn es mir gelingt, Projekte, von denen ich überzeugt bin, auch umzusetzen, und in dieser Hinsicht kann ich mich durchaus als erfolgreich bezeichnen. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich bin sehr beharrlich, sehr konsensfähig und versuche, die Dinge im Dialog zu gestalten. Wenn ich erfolgreich bin, dann sicherlich durch meine Gesprächsbereitschaft und durch meinen Gestaltungswillen. Gleichzeitig bin ich aber auch entscheidungskräftig - ich bin kein Zauderer.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich höre auf zahlreiche Stimmen, die ich in meine eigene Sichtweise einbeziehe. Ich versuche meinen Horizont zu erweitern und mich so auf die verschiedenen Herausforderungen einzustellen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Es war eine erfolgreiche Entscheidung, mit dem Land Niederösterreich Verhandlungen zu führen, um das Krankenhaus der Stadt Wiener Neustadt in die Landesklinikenholding einzugliedern. Diese Verhandlungen konnten erfolgreich abgeschlossen werden, und so wird das Krankenhaus der Stadt Wiener Neustadt mit 1. Jänner 2008 als Landeskrankenhaus geführt. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Meine Lebensgefährtin Edda Schneider prägte meinen Lebensweg besonders. Ohne ihre Unterstützung auch im privaten Bereich wäre vieles nicht möglich und machbar.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die schönste Anerkennung für mich ist der Zuspruch der Bevölkerung durch persönliche Kontakte, Mails und Telefonate. Weiters war es eine schöne Anerkennung, für meinen Sozialfonds Löwenherz, den Sozialpreis des Landes Niederösterreichs, zu erhalten. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Ein bisher ungelöstes Problem ist sicherlich der zeitliche Aufwand - bei gleichzeitig inadäquater Bezahlung -, den ein Job in der Kommunalpolitik erfordert, sodaß es kaum noch Personen gibt, die diese Aufgabe übernehmen möchten. In den kleinen Gemeinden erhält man als Bürgermeister so wenig Bezüge, daß man sich gut überlegt, ob man sich den enormen Aufwand neben dem Brotberuf antun soll. Meines Erachtens wird dies irgendwann ein demokratiepolitisches Problem, denn es werden sich für diesen Beruf nur noch jene finden, die finanziell völlig unabhängig sind und reinen Lobbyismus betreiben wollen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich glaube, daß mich mein Umfeld als sehr offenen, kritikfähigen Menschen sieht. Man weiß, daß ich für jedes Problem immer ein offenes Ohr habe.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich bin ein Teamplayer, und ohne meine politischen Amtskollegen und meine Mitarbeiter ließen sich keine Erfolge erzielen. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Es wird ein klares Anforderungsprofil erstellt, was die Qualifikation, aber auch die soziale und menschliche Kompetenz betrifft.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Neben gemeinsamen geselligen Unternehmungen bin ich bestrebt, meine Mitarbeiter durch Lob und auch konstruktive Kritik - wo angebracht - zu motivieren. Ich zeige, daß ich die Leistungen meiner Mitarbeiter schätze. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Die Stadt Wiener Neustadt verfügt über Einrichtungen auf allen Gebieten - Gesundheit, Sport, Kultur, Freizeit und Familie - und verzeichnet dadurch auch ein enormes Bevölkerungswachstum. Wiener Neustadt ist mittlerweile die elftgrößte Stadt Österreichs. Eine weitere Stärke ist die sehr starke Wirtschaftskraft, was die Ansiedlungen von Betrieben betrifft. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Mir ist ein Klima der sachlichen Diskussion im Gemeinderat sehr wichtig, und daher habe ich zu allen anderen Fraktionen eine völlig korrekte Gesprächsbasis. Es ist nicht so, daß wir als deutliche Mehrheitsfraktion alle Ideen der anderen Parteien niederstimmen. Es werden alle Ideen aufgegriffen. Ich bin ein sehr liberaler Mensch, sicher kein autoritärer. Ich weiß aber auch, wo meine Ziele liegen, und wann wir uns als Sozialdemokratie vom Mitbewerb deutlich abzugrenzen haben.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Es gibt sehr wenig Freizeit, doch ich habe gelernt, diese effizient zu nutzen. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich lese sehr viel und besuche immer wieder Seminare, wie zum Beispiel Führungs- oder Rhetorikseminare, und das summiert sich im Jahr auf mindestens zehn Tage. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Das Grundrecht der freien Wahl kann nicht hoch genug geschätzt werden, da man nur so am politischen Prozeß teilnehmen kann. Politisches Engagement ist ein essentieller Bestandteil der Demokratie, und es lohnt sich auch, sich für andere einzusetzen.Welche Ziele haben sie sich gesteckt? Das kulturelle Flair der Stadt zu bewahren, das soziale Herz laut schlagen zu lassen, aber gleichzeitig den Bogen zu einer modernen, weltoffenen, zukunftsfähigen Stadt zu schlagen.
Ihr Lebensmotto?
Mein Lebensmotto ist, ein soziales Gewissen zu haben, tolerant und weltoffen zu sein und die Menschen zu achten.