Zum Erfolg von Anna Maria Convalexius
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Mein persönlicher Erfolg ist meine Karriere. Ich kam vor 28 Jahren nach Österreich und konnte mich hier sehr gut etablieren, wobei ich auch ein sehr glückliches und erfülltes Privatleben führe, das für mich ebenfalls Bestandteil des Erfolges ist. Sehr stolz bin ich auf meine Tochter, die selbst Medizin studiert hat und daneben noch sehr schön singt.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Im Sinne meiner Definition sehe ich mich als erfolgreich. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend für meinen Erfolg waren meine Disziplin und meine Korrektheit. Ich war immer sehr zielstrebig und konsequent, auch weil ich meinen Eltern eine Freude bereiten wollte, indem ich eine gute Schülerin war. Wesentlich war auch, daß ich nie Probleme mit dem Lernen hatte, auch Sprachen fielen mir immer leicht. So wollte ich ursprünglich Dolmetsch studieren, allerdings gab es dieses Studium damals in Krakau nicht. Grundsätzlich bin ich der Ansicht, daß es immer einen Weg gibt, wenn man etwas wirklich will - so lernte ich privat Fremdsprachen. Von vornherein zu sagen „Das geht nicht“ ist für mich persönlich keine Option. Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Nein, weil ich ein sehr selbstbewußter Mensch bin. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein Mann, mit dem ich mittlerweile 28 Jahre verheiratet bin, hat mich zu Beginn meiner Karriere nicht nur menschlich, sondern auch finanziell unterstützt, sodaß ich meine Ausbildung absolvieren und meine Praxis auf- und ausbauen konnte. Ohne ihn hätte ich das alles sicher nicht schaffen können. Prägend waren auch meine Eltern, die mir und meiner Schwester ein sehr schönes Leben boten, obwohl damals der Kommunismus in Polen herrschte. Beide waren Gynäkologen, ich selbst bin Hautärztin, und meine Tochter ist nun in der dritten Generation Ärztin. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? In unserer Gesellschaft wird durch die Medien ein Idealbild von Schönheit vermittelt, das mit der Realität wenig zu tun hat. Für ein jugendliches Äußeres sind Disziplin, eine gesunde Lebensweise - kein Nikotin, wenig Sonne, Sport, etc. - und eine gute genetische Veranlagung verantwortlich. Die kosmetische Dermatologie und die plastische Chirurgie allein können da keine Wunder bewirken. Ich rate meinen PatientInnen daher, Prioritäten zu setzen und sich ausreichend Zeit für sich selbst zu nehmen, was für mich Luxus bedeutet. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich kann aus eigener Erfahrung sagen und gebe das auch an meine jungen KollegInnen weiter, daß man sich zu Beginn einschränken muß, wenn man etwas erreichen möchte. Man muß insbesondere als Arzt davon ausgehen, daß der Weg zum Erfolg lang ist und die Dinge ihre Zeit brauchen. Ich selbst habe meine gesamte Ausbildung in Mindestzeit absolviert, dennoch mit 34 Jahren erstmals gut verdient. Ganz generell möchte ich der jungen Generation raten, auf die Umwelt zu achten und in Frieden zu leben. Wenn jeder bei sich selbst anfängt, ist der wichtigste Schritt für eine bessere Welt schon getan. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, daß ein gewisses soziales Engagement fixer Bestandteil im Leben jedes einzelnen sein sollte.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich würde mich freuen, wenn meine Tochter ihre Facharztausbildung beendet und eine eigene Familie gründet, in der sie glücklich ist. Meine beruflichen Ziele habe ich zur Gänze erreicht; ich möchte nun weiterhin so arbeiten wie bisher und wünsche mir, gesund zu bleiben.
Ihr Lebensmotto?
Leben und leben lassen.