Zum Erfolg von Sonja Ehart
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich empfinde es als Erfolg, wenn das Geschäft gut läuft und meine Kunden zufrieden sind - das gibt mir Genugtuung und steigert das Selbstvertrauen. Auch die Freiheit, meine eigenen Entscheidungen treffen zu können und nicht von Vorgesetzten abhängig zu sein, trägt zu meinem Erfolgsgefühl bei.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, das Hundestudio hat sich vom Start weg bestens entwickelt, und ich bin mit dem Geschäftsgang sehr zufrieden - vor allem wenn man bedenkt, daß ich bald nach dem Schritt in die berufliche Selbständigkeit meinen Sohn Julian bekam. Bereits eine Woche nach der Geburt nahm ich ihn mit ins Geschäft. Außerdem erachte ich das Angebot, die Ausbildung für Hundefriseure am WIFI abzuhalten, als schönen Erfolg. Immerhin gibt es in Wien noch über 40 andere Hundesalons.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Es ist natürlich immer ein gewisses Risiko, sich als Kleinunternehmerin selbständig zu machen. Ich habe von Anfang an stark auf Werbung gesetzt, den 13. Bezirk mit Plakaten fast zugeklebt und auch auf der Straße viele Menschen mit Hunden persönlich angesprochen. Es war also ganz entscheidend, die Zielgruppe auf mich aufmerksam zu machen - und das hat auch toll funktioniert. So konnte ich mit dem Hundestudio vom ersten Tag an positiv bilanzieren. Ich habe die Erwartungen der Kunden erfüllt oder übertroffen, sodaß sie mich weiterempfahlen und ich rasch einen großen Kundenstock aufbauen konnte.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Nein, in meiner Branche als Hundefriseurin habe ich diesbezüglich keinerlei Probleme.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
In meinem Fall ist es zweifellos die Originalität. Ich will mich ja von den Mitbewerbern abheben und nicht das Konzept anderer Salons abkupfern.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Mann Thomas war die treibende Kraft hinter dem Projekt Hundestudio Lina. Er hatte die Idee dazu, er motivierte mich und vertraute mir. Ohne ihn würde ich möglicherweise heute noch immer in einem Reisebüro sitzen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Meine schönste Anerkennung sind die Zufriedenheit und das Lob der Kunden. Auch mein Mann ist stolz auf mich, was mich sehr freut. Und wenn meine Mitarbeiterin sagt, eine Chefin wie mich kann man sich nur wünschen, ist das ebenfalls eine wunderbare Anerkennung.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich habe eine Mitarbeiterin, mit der ich sehr zufrieden bin, und die auch meine Philosophie perfekt in die Praxis umsetzt. Ohne sie hätte ich nur den halben Erfolg.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich schaffe ein angenehmes Arbeitsklima, in dem wir uns beide wohl fühlen. Meine Mitarbeiterin kann auch eigene Ideen oder Vorschläge einbringen, sie erhält eine leistungsgerechte Bezahlung und zwischendurch auch einmal eine kleine Belohnung.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir arbeiten beim Schneiden, Scheren oder Trimmen ohne den sogenannten Galgen - der Hund hängt also nicht in einem Gestell, sondern kann sich frei am Tisch bewegen. Wir verabreichen auch keine Beruhigungsmittel, falls das Tier nervös ist. Mit Liebe und Geduld erreicht man viel mehr. Außerdem sind wir sehr kreativ und erfüllen gerne individuelle Sonderwünsche, sofern dies für den Hund vertretbar ist. Selbstverständlich bieten wir das komplette Programm der Hundepflege, von Baden, Bürsten, Föhnen bis zur Ohren-, Augen- und Krallenpflege. Auf Wunsch holen wir die Hunde auch von zu Hause ab und bringen sie wieder zurück, oder wir führen die notwendige Pflege beim Kunden vor Ort durch. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Prinzipiell sehr offen. Da ich auch angehende Hundefriseure ausbilde, bilde ich ja meine künftigen Mitbewerber aus. Ich glaube, ein Miteinander ist immer besser als das Gegeneinander.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das klappt mit ein wenig Organisation und entsprechender Termineinteilung recht gut. Da ich ja selbständig bin, ist es auch kein Problem, wenn mein Sohn nach dem Kindergarten ein paar Stunden im Geschäft verbringt. Er hat hier sogar ein eigenes, kleines Zimmer, wo er spielen oder später einmal seine Hausaufgaben machen kann.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich besuche nach wie vor Weiterbildungsseminare, die am Wochenende stattfinden. Sonst informiere ich mich in regelmäßigen Abständen auch im Internet über Neuheiten und Trends.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Haltet an euren Zielen fest, glaubt an euch, kämpft und laßt euch nicht unterkriegen. Denkt nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich will das Geschäft weiterhin erfolgreich führen und strebe ein kontinuierliches, gesundes Umsatzwachstum an. Auch eine zweite Filiale liegt im Bereich des Möglichen, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht spruchreif.