Zum Erfolg von Günter Weißnar
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich in erster Linie etwas bewegen zu können und Negativsituationen zu bereinigen, oder in einen positiven Kontext zu bringen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Was die Bewältigung der Aufgabenstellungen betrifft, sehe ich mich durchaus als erfolgreich. Auch mit meinem bisherigen Werdegang bin ich zufrieden, weil ich mich nie um eine Position bewarb, sondern man immer an mich herangetreten ist, um eine neue Herausforderung anzunehmen. Wenn man unter Erfolg versteht, an die Spitze der Unternehmensführung zu kommen, dann sehe ich mich nicht als erfolgreich. Mein privates Umfeld hat für mich einen sehr hohen Stellenwert und ich wollte nie meinen Lebensmittelpunkt verändern, obwohl ich gern reise.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Wie bereits erwähnt, hatte ich das Glück, dass mir neue Positionen angeboten wurden und ich habe mich nie um einen neuen Job beworben. Zu den Parametern, welche meiner Ansicht nach zum Erfolg führten, zählten zielorientiertes Verhalten, hohes Kommunikationsvermögen, Begeisterung und Freude an der Tätigkeit.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ja, der ehemalige Generaldirektor der Allianzversicherung, Herr Baumgartner hatte die Gabe, Botschaften zu vermitteln und Menschen zu begeistern. Ebenso möchte ich Herrn Dr. Lothar Maierhofer als Vorstandsvorsitzender der Basler Versicherungs AG nennen. Ich bin der Meinung, dass in unserer Branche Vorbilder, zu denen man aufblicken kann, unbedingt notwendig sind.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die Mitarbeitersuche für den Außendienst stellt für unsere Branche ein sehr großes Problem dar. Auf Grund der Tatsache, dass der Großteil der Außendienstmitarbeiter sich dem Pensionsantrittsalter nähert, sollte auf den Nachwuchs größtes Augenmerk gerichtet werden. Tatsache ist, dass so gut wie kein qualifizierter Nachwuchs vorhanden ist. Meiner Meinung nach hat dies damit zu tun, dass keine Personalentwicklungskonzepte existieren, welche der Realität entsprechen. Der Verdrängungswettbewerb in dieser Branche hat enorm zugenommen. Bei vielen jüngeren Vorständen bemerkt man, dass sie die Basisarbeit im Außendienst so gut wie nie kennengelernt haben und dies sehe ich persönlich als großen Nachteil Die Erfahrung zeigt, dass es immer wieder vorkommt, dass die „zweite Führungsebene“ manche Veränderungen nicht akzeptiert und die Umsetzung derer, auch nicht zulässt.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Motivation ist ein sehr großes Thema. Motivation gelingt nur dann, wenn man den betreffenden Mitarbeitern Interesse und Wertschätzung entgegenbringt. Dazu gehört das persönliche Gespräch. Um zu motivieren sollte man die Arbeitsabläufe kennen und sich ein klares Bild davon machen. Nur dann ist man in der Lage Veränderungen herbeizuführen. Von Vorteil ist es, wenn die betreffenden Mitarbeiter in die Veränderungsprozesse integriert werden.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Wir arbeiten zurzeit mit ca. 60 verschiedenen Versicherungsunternehmen zusammen und praktizieren einen fairen Umgang. Meine persönlichen Kontakte mit Führungspersönlichkeiten in dieser Branche erleichtern sicherlich den beruflichen Alltag.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Mein Privatleben hat für mich einen sehr hohen Stellenwert und daher halte ich eine Trennung dieser Bereiche für sinnvoll. Von Montag bis Freitag stehe ich meiner beruflichen Tätigkeit voll zur Verfügung und
die Wochenenden gehören meiner Familie.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wenn man sich entschließt in dieser Branche seine berufliche Zukunft zu finden sollte man sich über wesentliche Dinge und Tatsachen bewusst werden. Freude an der Kommunikation und Lernbereitschaft sind die Parameter des Erfolges für die Tätigkeit eines Außendienstmitarbeiters. Ebenso zählen Pflichtbewusstsein, zielorientiertes Handeln und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, zu den wichtigen Eigenschaften. Erfolgreich wird in dieser Branche nur derjenige, der es schafft die fachliche Kompetenz zu den richtigen Themen, gepaart mit Sensibilität, dem Kunden näherzubringen. In Anbetracht der Tatsache, dass man es mit unterschiedlichsten Menschen zu tun hat, sollte man aktiv zuhören.