Zum Erfolg von Paul Fanto
Was ist für Sie Erfolg?
Zufriedenheit mit meiner Tätigkeit, für die ich ausdrücklich gelobt werden will - das gibt
mir Befriedigung - und dafür will ich auch bezahlt werden.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Mittelmäßig. Man könnte mehr verwirklichen, mehr verdienen und ein Denkmal in der Innenstadt haben. Ich bemerke aber, dass ich früher im Großkonzern weit mehr Energie aufwenden musste als jetzt als Unternehmer, um am Markt erfolgreich zu sein.
Wie sieht Sie Ihr Umfeld - als erfolgreich?
Ja, obwohl viele aus meiner Generation konsterniert sind, dass ich mir das in meinem Alter noch antue. Dadurch falle ich aus dem Rahmen, und die anderen verstehen das nicht.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Entscheidungen sind Zufälle. Für mich war die Entscheidung, von Argentinien weg in die USA oder nach Europa zu gehen, richtig, weil hier die Rahmenbedingungen für eine Karriere besser waren. Die Entscheidung meiner Eltern, dass ich eine technische Laufbahn einschlagen sollte, war gut, weil ich dadurch weltweit arbeiten konnte und nicht ortsgebunden war, wie z.B. als Notar. Letztlich war auch die Entscheidung, in einen Weltkonzern wie ITT einzutreten, wesentlich für meine internationale Karriere.
Was ist für Ihren Erfolg ausschlaggebend?
Mein Gespür für die richtige Technik und absolute Konsequenz - daraus entsteht eine ständige Aufwärtsentwicklung. Ich schätze, dass die Iris-Recognition in den nächsten ein bis zwei Jahren sich zu einem absoluten Renner entwickeln wird, da hier sehr viele Einsatzmöglichkeiten bestehen. Auch das System der Entfernungsmessung - Überprüfung der Fahrabstände - wird ein wichtiges Thema, da das Abstandhalten der nächste Gesetzesschwerpunkt nach der 0,5 Promille-Grenze werden wird. Dieses System ist auch für andere Anwendungen wie z.B. das automatische Abstandhalten zwischen Fahrzeugen anwendbar, und ich denke, daß es eine große Zukunft haben wird.
Was macht Ihren spezifischen Erfolg aus?
Ich rede gern mit Menschen, will als Chef lenken, bin aber kein Einzelkämpfer.
Haben Sie diese Tätigkeit angestrebt?
Zu 50 Prozent bin ich Techniker, der Rest war meine kaufmännische Ader, die sich immer mehr entwickelte.
Welche Rolle spielt die Familie? In der Familie darf man keine Probleme haben, die Duldung und Unterstützung der Arbeit ist wichtig. Die familiäre Front muß gediegen sein, um freie Kapazitäten für die Arbeit zu haben. Probleme belasten mich sehr.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich muss das Gefühl haben, dass sie verlässlich sind.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich gebe ihnen Verantwortungsgefühl - das geht in einem kleinen Betrieb leichter als in einem Konzern, und das wird von meinen jungen Mitarbeiter geschätzt.
Kennen Sie Niederlagen?
Sie treffen mich schwer, ich brauche lang, um sie wegzustecken und werde dann leicht depressiv und passiv.
Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft?
Physisch aus dem Essen als Energiezufuhr, mental aus der positiven Reaktion der Umwelt.
Ihre Ziele?
Zu überleben, in der nächsten Zeit bequem Erfolge zu haben und nicht viel kämpfen zu müssen.
Haben Sie Anerkennung erfahren?
Ja, im Konzern bekam ich Medaillen, Möglichkeiten zu Kursbesuchen und Reisen, und viele Schlüsselpersonen haben sich für mich eingesetzt. Anerkennung ist für mich eine wichtige Triebfeder.
Ihr Erfolgsrezept?
Konsequenz, Konstanz und das Wissen, dass für den Erfolg auch Zufälle zusammenspielen
müssen.
Haben Sie Vorbilder?
Nur negative, die nicht als "Vorbild" wirken, sondern zeigen, wie man es besser machen kann.
Ein Ratschlag zum Erfolg?
Für Erfolg ist das Umfeld, das sich ständig ändert, mit ausschlaggebend. Die heutige Jugend kann nicht so weit planen, weil ihr Umfeld auch immer komplizierter wird. Ich würde mich nicht allzu sehr in die Computer- und Softwarementalität mit einbinden lassen. Das Lernen all der elektronischen Hilfsmittel erfordert so viel Zeit, die zu Lasten der Kreativität geht. Das sehe ich als Gefahr.