Zum Erfolg von Peter Wist
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, positives Feedback von meinen Kunden und meinen Mitarbeitern zu erhalten. Die allgemeine Zufriedenheit der Kunden und Mitarbeiter zeigt mir, dass ich als Unternehmer etwas Positives bewirkt habe. Erfolg ist für mich auch dann gegeben, wenn ich Umsatzzuwächse erziele und neue Kunden akquirieren kann. Somit hat sich der Bekanntheitsgrad gesteigert und kann auf einen Stammkundenteil von fast 70 Prozent verweisen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Prinzipiell betrachte ich mich eigentlich als erfolgreich, wobei mir jedoch durchaus bewusst ist, dass man noch viel mehr erreichen kann.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend für meinen Erfolg waren mein Arbeitseinsatz und mein Wille, mehr zu erreichen. Sehr wichtig für den Unternehmenserfolg ist eine positive Grundstimmung der Mitarbeiter. Wenn Geschäftsführung und Mitarbeiter eine Einheit darstellen, spüren das die Kunden und fühlen sich dadurch wohler. Die Hauptfaktoren meines Erfolges entstanden aus meinen freien Entscheidungen und der Umsetzbarkeit derselben. Der reibungslose Ablauf meines Geschäftsfeldes war unbedingt notwendig, um den Erfolg auch weiterhin erhalten zu können. Sehr wichtig war es in meinem Geschäft auch, ein gutes Verhältnis mit den Behörden zu pflegen und dadurch von außen nicht behindert zu werden. Man braucht, um erfolgreich sein zu können, gut geschulte, selbständig denkende und motivierte Mitarbeiter. Außerdem benötigt man klare, erreichbare Firmenziele.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich empfand mich mit der Übernahme des Unternehmens im Jahre 1988 als erfolgreich. Ich agierte zwar auch als Angestellter höchst zufriedenstellend, sah mich jedoch erst durch meine Entscheidungsfreiheit als wirklich erfolgreichen Menschen an.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Ich schätze beide Möglichkeiten. Wenn man etwas Neues erbringt und es sich im Nachhinein als richtig herausstellt, kann man genauso stolz darauf sein, wie wenn man etwas besser imitiert als es ursprünglich kreiert wurde.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ein Problem ist das Image meines Berufsbildes, welches vor einigen Jahren bei jungen Menschen einen niedrigen Stellenwert hatte. Dieses hat sich jedoch in den letzten Jahren sehr verbessern. Tatsache ist, dass man kaum gutes Personal findet. Das Problem sehe ich weniger in der fachlichen Qualifikation, als in der Einstellung zu Arbeit generell. Für manche junge Mitmenschen ist es keine Selbstverständlichkeit um 7 Uhr mit der Arbeit zu beginnen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Wie bereits erwähnt, ist es ein Problem gute Mitarbeiter zu finden. Bei den sehr jungen Bewerbern ist es ein Sprachproblem. Ernsthaftigkeit, Kontinuität und Willen ist fast nie vorhanden. Wichtig ist mir, sprachliche Ausdrucksfähigkeit, handwerkliches Geschick und der Wille zu Leistung.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Am besten funktioniert die Motivation der Mitarbeiter durch finanzielle Anreize. Ich bezahle meine Mitarbeiter über dem Branchendurchschnitt, daher schätzen sie auch die Möglichkeiten an ihrem Arbeitsplatz und wissen, dass sie bei überdurchschnittlichen Leistungen mit noch größeren Gewinnen rechnen können. Da meine Mitarbeiter auch direkten Kundenkontakt pflegen, schätze ich gute Umgangsformen und Freundlichkeit. Die Mitarbeiter sollen sich in meinem Betrieb wohlfühlen; dadurch entsteht eine Bindung zum Unternehmen und diesen Faktor soll man nicht unterschätzen.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Natürlich ist es mir bewusst, dass ich im Konkurrenzkampf zu bestehen habe, ich pflege jedoch einen guten Kontakt zu meinen Branchenkollegen. Mein Credo war immer, die Kunden entscheiden zu lassen, wo sie sich wohler fühlen, und da wir ein freies Gewerbe sind, gibt es in unserer Branche auch keinen Gebietsschutz. Wir versuchen besser als die Mitbewerber zu sein - und dies zeigt sich im hohen Stammkundenanteil.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die Stärken meines Unternehmens liegen in unserer Genauigkeit, und diese Genauigkeit zieht unsere Stammkundschaft an. Gute Kontakte innerhalb der Branche ermöglicht uns, immer up to date zu bleiben. Ebenso pflegen wir gute Kontakte zu Ärzten und Spitälern. Wir versuchen durch gute Leistungen und Kontinuität den Stammkundenanteil weiterhin hoch zu halten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich versuche authentisch zu bleiben. Dies kein Widerspruch sondern beide Bereiche ergänzen sich.
Wie viel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich sehe die Fortbildung als einen laufenden Prozess. Die Materialen ändern sich und auch die Fertigungsprozesse werden anders. Wichtig dabei ist es, dass man sich die für Neuerungen die nötige Zeit nimmt und diese auch ausprobiert.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich kann nur jedem empfehlen, seine Stärken zu finden und das zu tun, was ihm Spaß macht. Als erfolgreicher Mensch benötigt man gutes kaufmännisches Wissen, den Willen, mehr zu tun als die anderen, und klare Ziele. Jeder Mensch muss seinen eigenen Erfolg definieren und wissen, wie viel er bereit ist, für diesen Erfolg zu geben. Für unseren Beruf zählt Kommunikation und der Begriff des aktiven Zuhören sollte kein Fremdwort sein. Unseren Beruf wird es auch in Zukunft geben, denn Patienten bzw. Kunden wird es auch weiterhin geben, unabhängig davon, dass sich im medizinischen Bereich die Operationstechniken ändern aber auch Krankheiten (Übergewicht, Diabetes, etc) zunehmen werden.