Zur Karriere von Luigi Barbaro
Wie war Ihr Werdegang?
Als eines von fünf Kindern einer neapolitanischen Arbeiterfamilie schnupperte ich schon im Alter von 13 Jahren in die Gastronomie und fand daran großen Gefallen, somit war auch schon mein beruflicher Weg vorgezeichnet. Nach fünfjähriger Gastronomiefachschule mit Maturaabschluß entschloß ich mich anschließend sofort, in den Arbeitsprozeß der gehobenen Gastronomie einzusteigen. Durch gute Lehrer und beste Praxisausbildung wurden mir diese Möglichkeiten geboten. Nach einer anstrengenden Saison nahm ich mir vor, zwei Monate lang Europa kennenzulernen. Meine erste Station sollte Wien sein, um einen befreundeten Neapolitaner zu besuchen und meine Deutschkenntnisse zu verbessern. So war es dann auch. 1981 kam ich nach Wien. Wien war für mich ein Gegenpol zu Neapel, noch sehr provinziell. Der Gedanke, daß man hier sehr viel aufbauen könne, kam mir in den Sinn. Aus einer bestimmten Wirtschaftspolitik betrachtete ich mein Umfeld und verlängerte meinen Aufenthalt. Ich wurde im La Cavalline in Wien Innere Stadt tätig, um ein Maximum an Erfahrungen zu sammeln, die Mentalität der Wiener kennenzulernen. Nach zweieinhalb Jahren faßte ich gemeinsam mit einem Freund den Entschluß zur Selbständigkeit. Wir kauften im achten Bezirk ein Kaffeehaus und wollten es zu einem Restaurant umgestalten. Eine Woche nach dem Kauf stellte sich heraus, daß wir nicht kochen durften. Also machten wir das Beste daraus. Somit waren wir Wiens erster Gastronomiebetrieb, der Tramezzini, Antipasti, Käse,... - eben kalte italienische Speisen anbot. Innerhalb kürzester Zeit war das Lokal ein voller Erfolg. Das Betätigungsfeld war uns jedoch zu klein und eigentlich ein Hindernis. Ein Jahr später bot sich die Gelegenheit des Verkaufes. Ich faßte den Entschluß, meinen Weg alleine weiterzugehen, um meine Visionen zu verwirklichen. Ich eröffnete ein Lokal namens La Ninfea. Mein Selbstbewußtsein, die Erkenntnis, daß ich es kann und die Überlegung, ein weiteres Lokal zu eröffnen, stellten sich ein. Mein zweites Lokal nannte ich La Ninfea 2, ich war zu 50 Prozent beteiligt. Kurz danach bekam ich das Angebot einer Lokalität im ersten Bezirk. Mein Traum wurde wahr. Beide Lokale wurden verkauft, und La Ninfea in der Schauflergasse wurde im Oktober 1991 eröffnet, mit Schwerpunkt italienischer Fischspezialitäten. Innerhalb kürzester Zeit wurde mein Gastronomiebetrieb zum besten Fischlokal, zum beliebtesten italienischen Restaurant und zum Treffpunkt vieler Politiker und Wirtschaftsleute, also ein Toplokal mit einer Haube. Ich bemerkte, daß die Wiener Italien mit Fisch verbinden und fragte mich, wo denn die unzähligen italienischen Fleischgerichte blieben. Eines Tages spazierte ich durch die Innere Stadt, kam am Palais Harrach vorbei, einer Riesenbaustelle. Das Ambiente gefiel mir, ich kontaktierte die zuständige Person, bewarb mich und eröffnete im September 1994 das Restaurant Martinelli mit dem Schwerpunkt italienische Fleischspeisen. Es war ein ebenso gewaltiger Erfolg wie das erste Lokal. 1997 trat man an mich heran, im Palais Esterhazy ein Lokal zu kreieren, wieder ein neues Konzept mit dem Schwerpunkt neapolitanische, aufgewertete Pizza für die mittelgehobene Gesellschaft. Alle meine Hoffnungen setzte ich in ein Billigprodukt und machte daraus ein Edelprodukt. Ich eroberte die Pizza. Am 15. Jänner 1998 eröffnete ich die Pizzeria Regina Margarita. Der Erfolg stellte sich augenblicklich ein. Das Projekt Steffl wurde mir im gleichen Jahr angeboten, ich sollte die Gastronomiebetriebe übernehmen. Innerhalb weniger Monate wurde ein Wunder geschaffen: Barbaro's Restaurant und Sky-Bar und die Fashion Bar gingen im Oktober 1998 in Betrieb. Auch hier gibt mir der Erfolg recht.