Zum Erfolg von Ingeborg Huber
Was ist für Sie Erfolg? Für mich ist es schon Erfolg, daß ich diese Stelle angeboten bekam, denn dieser Betrieb soll eine unserer Vorzeigefilialen werden. Der Erfolg ist für mich nicht nur das Realisieren der entsprechenden Zahlen für unser Unternehmen. Erfolg wird sich sicher erst in einem halben Jahr feststellen lassen, wenn wir sehen, daß alles so funktioniert wie geplant.
Ihr Erfolgsrezept?
Das Umgehen mit Menschen, besonders mit Kunden und mit dem Personal - und meinem Dickschädel. Dann das Kämpfen und nicht Aufgeben, das typisch für mich ist. So wie es im Sport Entwicklungen und Trends gibt, so ist es auch im Berufsleben. Das Rad dreht sich immer schneller, und man muß versuchen mitzukommen, um nicht aus der Kurve geschleudert zu werden. Es gibt zwar immer Partner, die einem helfen, aber es gibt auch immer wieder neue Gegner - die Konkurrenz.In welcher Situation haben Sie sich erfolgreich entschieden? Die erste große und richtige Entscheidung war der Umstieg vom Lebensmittel- in den Sportartikelhandel. Die zweite wichtige Entscheidung war, meine Zelte abzubrechen und nach Wien zu gehen.Werden Sie von Ihrem Umfeld als erfolgreich gesehen? Es gibt viele Leute, die mir zu meinen Erfolgen gratulieren, es gibt aber auch viele, die nicht verstehen, warum ich mir das alles antue. Es leiden natürlich durch diese intensive Tätigkeit der Bekannten- und Freundeskreis.Was war für Ihren Erfolg als Frau ausschlaggebend? Es ist sicher als Frau schwieriger. Man kann sich als Frau gegen Männer durchsetzen, wenn man alles kann, das heißt, man muß auch handwerklich Bescheid wissen, also muß man auch Skibindungen montieren können. Als Frau muß man sich mehr beweisen, als Männer es müssen, und man kann sich keine Leerphasen erlauben.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ich sehe mich als erfolgreich, weil ich in der Sportbranche und noch dazu als Frau in diese Position gekommen bin. Man muß sich da schon durchkämpfen. Erfolg erreicht man nur durch Hartnäckigkeit, und dafür sind wir Frauen bekannt.Welche Rolle spielen Familie oder Bekannte? Eine gut funktionierende Familie ist sicher für den Erfolg förderlich. Das bringt eine gewisse Ausgeglichenheit, und die ist bei der Bewältigung der täglichen Arbeit unumgänglich. Das paßt bei mir, und deshalb hat sich wahrscheinlich auch der Erfolg eingestellt.Welche Rolle spielen Mitarbeiter? Das wichtigste ist der persönliche Kontakt zu jedem Mitarbeiter. Man muß immer für die Mitarbeiter Zeit haben, auch etwas in ihr Privatleben hineinblicken. Und man muß immer wieder ein paar persönliche Worte mit ihnen sprechen. Leider ist die Arbeitsmoral in Wien nicht so hoch, wie ich es aus den Bundesländern gewohnt bin. Ich kämpfe sehr mit Mitarbeiter-Krankenständen, aber da muß man den Mitarbeitern erklären, daß das kein Urlaub ist. Und zwar so erklären, daß er nicht beleidigt ist und sich unter Druck gesetzt fühlt.Welche Rolle spielt für Sie Anerkennung? Anerkennung ist das Brot jeden Geschäftsmannes. Für mich ist Anerkennung die beste Motivation. Leider ist in Positionen, wie ich sie bekleide, Anerkennung eher selten, denn der Erfolg ist Voraussetzung. Wenn ich Lob bekomme, gebe ich es postwendend an meine Mitarbeiter weiter, denn auch sie sollen sich mit mir freuen.
Wie gehen Sie mit Niederlagen um?
Als erstes muß man analysieren und dann daraus lernen. Bei meinen Niederlagen weiß ich immer, daß es wieder weitergeht und ich mich nicht unterkriegen lasse.Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft? Da ist mein Partner, aber auch immer noch der Sport. Ihre Vorbilder? Ich habe mich immer an meinen Eltern orientiert, sie haben klein angefangen und sich langsam hochgearbeitet.