Zum Erfolg von Hans G. Lechner
Wie definieren Sie persönlichen Erfolg? Erfolg ist einmal ein sehr individueller Begriff. Für den einen ist Erfolg, wenn er gesund am Morgen aufwacht, für den anderen, viele Aufträge zu erhalten, eine schöne Bilanz vorweisen zu können. Für den Politiker ist es sicher ein Erfolg, wenn er seinen Arbeitgeber, den Steuerzahler, wieder überreden kann, ihn für die nächste Zeit erneut zu wählen.Würden Sie sich persönlich als erfolgreich bezeichnen? Ich bezeichne mich deswegen persönlich als erfolgreich, weil ich mit dem, was ich machte, beruflich und privat, zufrieden bin.Was soll man auf seinem persönlichen Erfolgsweg besonders beachten? Man sollte beachten, daß an jedem Erfolg meist mehrere Personen oder auch die Umwelt mitbeteiligt sind. Vermeiden sollte man totalen Egoismus, denn man lebt nicht allein auf der Welt, sondern in einer Gemeinschaft. Egal, ob man das jetzt in privater Hinsicht nimmt, denn man lebt auch in einer Familie, einer Gemeinschaft oder, ob man in einer Firma ist, auch egal in welcher Position, letzten Endes lebt man in einer Gemeinschaft.Wie stehen Sie zur Teamarbeit und wie setzen Sie Teamarbeit um? Um mit einer Firma erfolgreich zu sein, muß man das ganze Potential an Wissen und Tatkraft gemeinsam für ein Ziel einsetzen. Das ist automatisch Teamarbeit.Sind Sie in einer Position des Teamleaders und verantwortlich für das was passiert? Gibt es ein Erfolgsrezept? Das Rezept ist eigentlich einfach: Ohne Kommunikation und gegenseitige Information funktioniert kein Team.Wie bringen Sie die Leute - auch Einzelgänger, die es ja gibt - dazu, zu kommunizieren? Natürlich, die wird es immer geben; man muß eben daran arbeiten, diese Einzelgänger zum Team zu führen. Falls wirklich einmal einer dabei ist, bei dem es absolut nicht funktioniert, dann muß man auch im Sinne des Zieles eine Entscheidung treffen, die für den Einzelgänger möglicherweise nicht angenehm ist.Nach welchen Kriterien suchen Sie Ihre engsten MitarbeiterInnen aus? Für mich ist besonders wichtig, daß ein Mensch gute Charaktereigenschaften besitzt, kurz gesagt: ein Mensch ist. Nachdem wir - oder unsere Firma - als Dienstleistungsunternehmen wie alle anderen Firmen auch - rein vom Kunden leben, ist es notwendig, daß alles, was wir tun, auf Kundenorientierung funktioniert.Ist Motivation ein Begriff, den Sie einsetzen? Wenn wir zuerst von Team und Teamfähigkeit gesprochen haben, dann heißt das ja auch, daß das Ziel, das wir setzen, vom Team möglichst mit Begeisterung angenommen und verfolgt wird. Es gehört dann eine gewisse Motivation, motivierende Gespräche, eben Kommunikation, dazu, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.Soll man sich große visionäre Ziele oder eher im unmittelbaren Umfeld kleinere Ziele stecken, also step-by-step vorangehen? Die Erfahrung zeigt, daß jemand da sein muß, der visionäre Ziele hat, auch weit vorausliegende Ziele. Aber im Team kann man diese nur step-by-step verwirklichen. Es ist sicher eine Tatsache, daß es Leute kopfscheu macht, wenn man zu große Ziele vorgibt. Ähnlich wie beim Sportler, der einen Graben überspringen soll: Wenn der Graben zu breit, die dazwischenliegende Strecke zu tief ist, dann wird er Angst haben, den Sprung zu wagen. Geben Sie ihm aber einige Zwischen-Haltepunkte, wird er die Hürde problemlos überwinden.Auf dem Weg zu einem Ziel gibt es unvorhergesehene, unkalkulierbare Quereinflüsse - wie gehen Sie damit um? Ein fixfertiges Kochrezept gibt es nicht. In dem Moment, wo man ein Ziel am Markt verfolgt, hat man diese Quereinflüsse. Es heißt dann, sie möglichst rasch zu erkennen und Gegenstrategien zu entwickeln, um sie zu eliminieren. Die Analyse ist entscheidend.Sie erwähnten eingangs, daß Sie schon in jungen Jahren in Führungspositionen waren; der Fleiß ist eine Sache, aber es gibt viele fleißige Leute, die nicht erfolgreich sind - wo liegen Ihre persönlichen Stärken? Für mich persönlich war es nie eine Anstrengung, mit dem Kunden zu arbeiten. Ich habe mir ein Grundprinzip bis heute erhalten, die sogenannte Handschlagfestigkeit. Es gibt sie noch, aber sie wird immer seltener, das muß man leider dazusagen.Dem Erfolg steht der Begriff Mißerfolg gegenüber - wie begegnen Sie einem Mißerfolg? Natürlich gibt es Mißerfolge, und es wäre gelogen, wenn man behauptet, daß das ganze Leben aus purem Erfolg besteht. Aber aus Mißerfolgen, anschließend analysiert, kann man unheimlich viel lernen, um vielleicht beim nächsten Mal sogar schneller zum Erfolg, dem wir alle nachrennen, zu kommen.Soll man in einer solchen Situation weiter an seinem Ziel festhalten, oder neu positionieren, loslassen? In der logischen Analyse wird sich von Fall zu Fall sicher eine klare Entscheidung fällen lassen, ob es besser ist, ein Team entweder neu zu formieren, andere Wege einzuschlagen, sich einzugestehen, daß es so nicht geht, oder das Projekt neu zu starten.Arbeiten heißt auch Energien einsetzen - gibt es etwas, von dem Sie sagen, daraus beziehen Sie Kraft? Nun, vor einem Jahr war das in etwa, da gab es einen gesundheitlichen Zwischenfall und die erste Erkenntnis, daß man Batterien oder Akkus nicht nur arbeiten lassen soll, sondern auch auftanken muß. Mit dieser neuen Erkenntnis finde ich die Tankstation für meine Akkus in der Natur.Hat es auf Ihrem Weg eine spezielle persönliche Lebensphilosophie gegeben, an der Sie sich orientierten, oder hatten Sie ein Vorbild? Nein, ich bin eigentlich nie einem Vorbild nachgelaufen, aber ich achtete immer darauf, einen kleinen, aber dafür ehrlichen Freundeskreis zu haben. Wie ehrlich Freunde sind, merkt man erst, wenn man wirklich einmal einen Freund braucht.Zum Abschluß ein paar Worte zu Firma Behrens: was macht Behrens und wo liegen ihre Spezialitäten? Die Firma Behrens produziert Druckluftgeräte, mit denen Befestigungsmittel diversester Art - die bekanntesten sind Klammern, Nägel, Stifte, etc. - in magazinierter Form verschossen werden. Die Zielgruppen sind Gewerbe und Industrie; die Spezialität der Firma ist es, nur reine Industriequalität, nur hohe Qualität zu produzieren und verkaufen. An diesem Marketingkonzept soll auch in Zukunft festgehalten werden. Gerade in Zeiten wie diesen zeigt sich, daß diese Strategie positiv von unseren Kunden aufgenommen wird. Billigstprodukte gibt es wie Sand am Meer. Trotzdem: Durch Service und Langlebigkeit unserer Produkte sind uns alle Kunden treu geblieben.Ein paar Worte aus Ihren Erfahrungen für junge Menschen, die am Beginn ihrer Laufbahn stehen - haben Sie ein paar Tips, die Sie denen mitgeben wollen? Ich möchte nicht gerne als Lehrer dastehen, denn ich habe nicht vergessen, wie ich selber begann. Wenn man ehrlich ist, hat man die Ratschläge der Älteren nur nebenbei gehört und mußte erst eigene Erfahrungen machen, die dann wirklich zählten. Es schadet manchmal sicher nicht, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen, aber man muß auch die Stärke haben, sich Fehler, die man machte, einzugestehen.