Zum Erfolg von Ewald Prießnitz
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, Anklang und Anerkennung bei meinen Patienten zu finden, weil sie sich von mir umfassend betreut fühlen. Dies hängt mit meiner Fähigkeit als Diagnostiker zusammen, was mir immer wieder bestätigt wird.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich bin ein sehr jovialer Mensch und kenne durch meine 25-jährige Tätigkeit praktisch jeden Einwohner von Korneuburg. Ich gehe sehr offen auf andere zu, man kennt und schätzt mich auch in der Öffentlichkeit, da ich sehr oft auf diversen Veranstaltungen anzutreffen bin. Mein Beruf bereitet mir sehr viel Freude, obwohl er manchmal auch sehr belastend ist. Ich gehe grundsätzlich mit einem gewissen „Schmäh“ auf meine Patienten zu. Ich denke, daß meine Praxis deshalb so beliebt ist, weil wir uns wirklich eingehend mit den Patienten beschäftigen, und uns für jeden viel Zeit nehmen: Das schafft einen hohen Grad an Vertrauen. Außerdem herrscht ein sehr gutes und humorvolles Betriebsklima, das sich sicherlich nach außen auswirkt. Darüber hinaus ist meine Ordination sehr lange geöffnet. Ich denke, daß ich durch meine verschiedenen Tätigkeiten auch im Gemeinderat meinen Horizont sehr stark erweitern konnte; Eingleisigkeit finde ich langweilig.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja. Ich habe in meinem Leben viel erreicht und fühle mich erfolgreich.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Wenn ein Problem auf mich zukommt, überschlafe ich die Situation erst einmal, weil am nächsten Tag doch alles wieder ganz anders aussieht. Ich bespreche schwierige Situationen meist mit meiner Frau, das ganze Team brauche ich dazu nicht. Ganz am Anfang hatte ich hier mit gewissen Problemen zu kämpfen, weil ich als „Auswärtiger“ nach Korneuburg kam – heute werde ich sehr geschätzt.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Es ist mir besonders wichtig, daß in meiner Ordination alle miteinander – und nicht gegeneinander – arbeiten, weil sich ein positives Arbeitsklima wie bereits erwähnt auf die Patienten auswirkt. Selbstverständlich lege ich großen Wert auf fachliche Qualifikation.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Fortbildung spielt für mich eine große Rolle, deshalb besuche ich sehr viele Seminare und ähnliches. Ich bin einer der wenigen Ärzte Niederösterreichs, der bereits zum zweiten Mal die dreijährige Ausbildungsbestätigung von der Ärztekammer erhielt. Diese wird von der Ärztekammer empfohlen, es geht dabei darum, binnen drei Jahren 100 Stunden Fortbildung zu absolvieren; ich absolvierte beide Male Stunden im Ausmaß von 160 beziehungsweise 145 Stunden.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Wenn mich ein junger Mensch fragen würde, was er tun soll um erfolgreich zu werden, würde ich ihm eines raten: Kämpfen! Ich beobachte viele junge Leute und merke, daß diese Generation durchschnittlich gesehen eine sehr laxe ist. Vielleicht tragen die Schulen und das Umfeld eine gewisse Mitschuld daran; ich würde jedem wärmstens ans Herz legen, Ausbildung wirklich zu nutzen und mit Engagement ins Berufsleben einzusteigen. Junge Menschen müssen heute sehr flexibel sein, da es den Beruf auf Lebenszeit nicht mehr geben wird: Wer in seinem Beruf gut ist und arbeiten will, wird nie arbeitslos werden. Der Schlüssel liegt im eigenen Engagement und in einer gewissen Leistungsbereitschaft.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel besteht darin, meinen Beruf so lange wie möglich auszuüben. Je nach Gesetzeslage möchte ich mittelfristig mit einem zweiten Arzt zusammenarbeiten; ich führe bereits Gespräche bezüglich einer Gruppenpraxis, könnte mir aber auch vorstellen, meine Praxis zu erweitern und einen Arzt anzustellen. Dabei geht es mir darum, daß sich die Patienten noch besser betreut fühlen sollen. Meine privaten Ziele betreffen das Reisen.