Zum Erfolg von Elisabeth Dostal
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, meine Pläne zu verwirklichen und Freude an meiner Arbeit zu haben.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich bin mit dem Erreichten sehr zufrieden und sehe mich durchaus als zufrieden, weil ich das Gefühl habe, dass ich meiner Intuition gefolgt bin.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Für mich zählte in erster Linie, dass zu tun, was ich wollte und meine medizinische Neugierde zu befriedigen. Das dieser Weg zum Erfolg führte, war eine angenehme Begleiterscheinung.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ja, mein Ehemann ! Neben seiner spezifischen Fachkenntnis im medizinischen Bereich, war er sehr am Wohlergehen seiner Mitarbeiter interessiert und versuchte immer am neuesten Stand der Labortechnik zu sein. Weiters beeindruckte er mich durch sehr hohe Problemlösungskompetenz. Ein „geht-nicht“ – dies war für ihn immer ein Fremdwort.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die momentane und zukünftige Situation betreffend der finanziellen Situation zwischen den Krankenkassen und den Ärzten sehe ich als nicht befriedigend. Die Krankenkassen versuchen die Honorare zu kürzen. Es stellt sich die Frage, wie soll es weitergehen? Die Konsequenz daraus wäre, dass man den Mitarbeiterstab reduzieren müsste und größere Maschinen für die Labortechnik benötigt werden. Weiters geht das Service verloren und die Qualität würde darunter leiden. Darüber hinaus sieht es bei den Labors welche in den Spitälern angesiedelt sind, so aus, dass nur Routinevorgänge praktiziert werden und dies führt u.a. dazu, dass man zwar den Schmerz behandelt aber nicht die Ursachen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Eine sehr große Rolle ! Ich bin sehr stolz darauf, dass das Unternehmen auf ca. vierzig Mitarbeiter verweisen kann, welche nicht nur auf Grund der langjährigen Zugehörigkeit zu den wesentlichen Stützen des Unternehmens zählen, sondern auch Spezialisten auf ihrem Gebiet sind. Auf Grund dieser Konstellation behaupte ich, dass wir uns als einen „Familienbetrieb“ sehen, denn Abgänge von Mitarbeitern gibt es bei uns so gut wie keine.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ein Großteil unserer Mitarbeiter ist bereits über Jahrzehnte bei uns sehr erfolgreich tätig. Somit rückt man einander näher und kennt auch so manche Probleme einzelner Mitarbeiter. Die Erfahrung zeigte, dass ich mich auf die Mitarbeiter verlassen kann und auch umgekehrt. Ich habe immer versucht auf die Mitarbeiter einzugehen und Rahmenbedingungen zu schaffen, innerhalb derer sich die einzelnen Mitarbeiter wohl fühlen.Zukünftig werde ich mich ein wenig aus dem beruflichen Alltag zurückziehen und mit meinem Mann, welcher bereits im Ruhestand ist, die gemeinsame Zeit noch mehr und intensiver genießen. Daraus resultiert, dass meine Stellvertreterin im Unternehmen, Frau Doktor Tamara Kalhs, immer mehr an Aufgaben übernimmt.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die Stärke meines Unternehmens sehe ich darin, dass wir neben der Routinevorgänge eines Labors ein erweitertes diagnostisches Spektrum anbieten, welches den Patienten ermöglicht Risikosituationen und Mangelerscheinungen, welche die Gesundheit und Leistungsfähigkeit einschränken, frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören unter anderem: Redoxserumanalyse, Nachweis von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, Differenzierungen der guten und schlechten Cholesterine durch Bestimmung der LBL-Subfraktionen, Fettsäurestatus bei chronischen entzündlichen Erkrankungen, Ursachen und Folgen von Vitalstoffmangel, zellulärer und humoraler Immunstatus, sowie Analysen aus Vollblut oder Harn zum Nachweis von Schwermetallen. Ebenso zu den Stärken zählt unser qualifizierter Mitarbeiterstab – ohne diese Mitarbeiter wäre Vieles nicht möglich gewesen.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber?Meine Kollegen in der Branche habe ich noch nie als Konkurrenz gesehen. Ich behaupte, dass es für jeden Arzt die „richtigen Patienten“ gibt.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich glaube sehr gut, weil ich momentan und auch zukünftig mehr Zeit für Gemeinsamkeiten mit meinem Mann zur Verfügung habe.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Gehorche deinem Gefühl um herauszufinden, wo dein Weg liegt und lasse dich nicht von Erziehungsmethoden der Anpassung beirren! Wenn man sich in einer Tätigkeit wohlfühlt, wird sie nie anstrengend sein, wenn man etwas gerne tut, erlangt man großes Vertrauen in seine Fähigkeiten. Ich kann jedem empfehlen, eine Entspannungsmethode zu erlernen: Man wird sich wundern, welche Möglichkeiten in einem stecken. Gute Ausbildung eröffnet sehr viele Möglichkeiten und erschließt Dimensionen, die man vorher an sich nicht kannte – wesentlich ist es aber vor allem, seinen eigenen Weg zu finden. Wenn man Interesse an der Labormedizin zeigt und die Absicht hat, nach dem medizinischen Basisstudium, die Fachausbildung zum Facharzt für Labordiagnostik in Angriff zu nehmen, so sollte man sich darüber bewusst werden, dass die Zukunft in diesem Bereich nicht als positiv zu bewerten ist. Die Entwicklungen werden dahin gehen, dass es zu einer Reihe von Zusammenschlüssen kommen wird. Es wird weniger Zeit für die Forschung zur Verfügung stehen, speziell aus finanziellen Gründen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine Ziele bestehen heute darin, meine Arbeiten weiterhin so erfolgreich zu führen, auch wenn ich nicht mehr jene Zeit wie früher für meine berufliche Tätigkeit aufbringen werde, weil die gemeinsame Zeit mit meinem Mann Priorität hat.