Zum Erfolg von Gunther Kreuch
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, eine Tätigkeit auszuüben, die mir Spaß macht und mir erlaubt, damit meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, sowie generell meine Ziele zu erreichen. Zufriedenheit geht Hand in Hand mit Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich im Sinne meiner Definition als erfolgreich, weil ich sehr zufrieden und glücklich mit meiner Tätigkeit und mit meinem Privatleben bin.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich habe mir im sportlichen Bereich immer Ziele gesteckt, die ich beharrlich und konsequent verfolgte; diese Konsequenz macht im nachhinein gesehen meinen sportlichen Erfolg aus. Ich arbeite ständig an jenen Dingen, die ich verändern möchte. Ich mußte mich großteils autodidaktisch ausbilden, da ich kaum Trainer für die damals sehr exotischen Sportarten fand, als ich selbst in diesem Bereich begann - ich war erst relativ spät, im Alter von 28 bis 32 Jahren, in meiner Sportart wirklich erfolgreich. Heute bin ich überzeugt, daß ich nur durch Eigeninitiative so erfolgreich werden konnte. Ein wesentlicher Faktor für meinen Erfolg liegt in den Mißerfolgen, die ich erlebte: Weil ich sie entsprechend aufarbeitete, entwickelte ich ein gesundes Maß an Selbstkritik, erkannte die Ursachen und arbeitete daran. Weiters ist es für mich wichtig, daß ich an meine eigenen Vorstellungen glaube und meinen eigenen Weg gehe. Dabei ist es wesentlich, die Phasen des Selbstzweifels zu überwinden und trotzdem weiterzumachen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich traf nach dem BWL-Studium die Entscheidung, nicht in die Wirtschaft zu gehen, sondern meinem Herzen zu folgen und mich dem Sport zu widmen. Das war damals zwar ein gewisses Risiko, doch ich habe diese Entscheidung niemals bereut.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Der wichtigste und prägendste Mensch ist seit vielen Jahren meine Lebensgefährtin Simone. Sie unterstützt mich bei meinen Ideen und Projekten, ist aber auch kritisch, wenn es sein muß.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich erfahre Anerkennung durch die vielen positiven Rückmeldungen meiner Schüler. Besonders stolz bin ich aber, wenn meine Tochter sagt, ich sei für sie wie der Vater von Pippi Langstrumpf.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ich empfinde es als gewisse Problematik, daß meditative Sportarten, wie etwa Qigong oder Taiji, nur vermarktet werden, ohne in die Tiefe zu gehen. Diese Kampfkünste dienen in ihren Ursprungsländern dem Erreichen einer höheren spirituellen Ebene, wobei der Körper nur ein Mittel zum Zweck ist. In Europa werden solche Techniken vielfach auf körperliche Bewegungsformen reduziert; man folgt gewissen Trends, um damit Geld zu verdienen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Unsere Mitarbeiter sind sehr selbständig, einen gewissen Idealismus muß man in einem gemeinnützigen Verein ohnehin voraussetzen. Die Trainer müssen neben der fachlichen Qualifikation eine starke Persönlichkeit mitbringen, eine Vorbildfunktion ausüben und sich mit Engagement um die Schüler kümmern. Ich brauche keine Selbstdarsteller.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Familie spielt eine große Rolle bei meinem Erfolg, weil ein harmonisches Privatleben wichtig für mein allgemeines Wohlbefinden ist und mir Rückhalt bietet.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich absolviere laufend Weiterbildungen in Taiji und Qigong, außerdem beschäftige ich mich in letzter Zeit auch vermehrt mit japanischer Gartengestaltung und Feng Shui.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man soll seine eigenen Ideen und Vorstellungen unbeirrt verfolgen, aber auch Ratschläge annehmen beziehungsweise überdenken, um in seinem Leben glücklich - also erfolgreich - zu werden. Junge Leute sollen sich für das Studium ruhig Zeit nehmen, damit sie zu sich selbst finden und den für sie richtigen Weg wählen können.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte mir in Zukunft neben den sportlichen Aktivitäten mehr Zeit für andere schöne Dinge des Lebens schaffen, die eher in die musisch-künstlerische Richtung gehen.
Ihr Lebensmotto?
Im Zweifelsfall sollte man das tun, wovor man Angst hat.