Zum Erfolg von Gerald Moritz
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Für mich bedeutet Erfolg, Ziele nach allgemein üblichen Kriterien zu definieren und diese innerhalb meiner beruflichen Tätigkeit zu erreichen. Hierfür bedarf es eines hohen Maßes sozialer Kompetenz innerhalb eines ausgereiften Führungsstils, gepaart mit Beharrlichkeit. Vor allem der Umgang mit Produkten, die mit dem Tod zu tun haben, erfordert soziale Kompetenz. Unser Unternehmen ist ein unabhängiges Beratungs- und Gutachterunternehmen auf dem Gebiet der Betrieblichen Altersvorsorge und -vergütung. Unser Stammhaus beschäftigt mehr als 300 Experten aus den Bereichen Versicherungsmathematik, Recht, Informatik, Wirtschaftswissenschaft, Vergütungsmanagement, Versicherungswesen und Betriebswirtschaft. Strategisches Denken und zielgerichtetes Arbeiten zeichnen diese Mitarbeiter aus. Die internationale Rechnungslegung hat auch das österreichische Rechnungswesen erfaßt. Bewertungen für multinationale Unternehmen nach internationalen Bilanzierungsstandards wie IAS oder US-GAAP werden immer wichtiger. Nur die Zufriedenheit unserer Kunden zählt und gibt uns die Motivation, den eingeschlagenen Weg auch weiterzuführen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Die Arbeit macht mir Spaß und Freude, und ich beziehe hohe Befriedigung aus dem positiven Erledigen meiner Aufgaben zugunsten unserer Kunden. Es ist mir aber auch wichtig, die richtige Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Eine Mischung aus zielgerichteter Tätigkeit und dem Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Erfolg hängt ja nicht nur vom persönlichen Engagement, sondern sehr stark auch von anderen Faktoren ab. Ich glaube, daß neben der fachlichen die soziale Kompetenz einen wesentlichen Bestandteil darstellt, wenn man Erfolg haben möchte. Während meines Studiums wußte ich bereits, daß ich sicherlich nicht Anwalt werden möchte. Auf meiner Suche nach Alternativen entdeckte ich die Versicherungsbranche, und bereits vor Abschluß meines Studiums hatte ich mein Tätigkeitsfeld gefunden, nämlich den für mich spannenden Bereich der Betrieblichen Altersvorsorge.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Meine Arbeit und meine Leistungen werden von den Eigentümern des Unternehmens gut anerkannt. Sonst beziehe ich meine Anerkennung aus der täglichen Arbeit und aus der Lösung von Problemen. In meiner Funktion ist ein hohes Maß an Selbstmotivation gefragt. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Neben der fachlichen Qualifikation ist sicherlich die Kompatibilität mit dem bestehenden Team ein wichtiger Faktor.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Je kleiner die Anzahl der Mitarbeiter, desto stärker spielt die Chemie eine Rolle. Es gibt so gut wie keine Reibungsverluste, d.h. jeder Mitarbeiter arbeitet zielorientiert an den Aufgabenstellungen. Die klassischen Führungsinstrumente kann man bei sechs Mitarbeitern nicht einsetzen. Wir planen aber in nächster Zukunft eine Aufstockung des Personals. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Buck Heissmann ist Bestandteil eines internationalen Netzwerkes mit zahlreichen Niederlassungen und Partnern weltweit. Wir können unabhängig, rasch und flexibel agieren, sind sehr kompetent und zuverlässig. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir sehen im Bereich der Betrieblichen Altersvorsorge einen großen Wachstumsmarkt und haben zu den Mitbewerbern grundsätzlich ein gutes Verhältnis. Ich denke, daß der Kuchen groß genug für alle ist - daher gibt es keinen Grund, nicht vernünftig und fair miteinander umzugehen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Familie ist für mich eine wesentliche Quelle der Kraft. Ich möchte die Zeit der Entwicklung meiner Kinder nicht missen und verbringe daher viel Zeit mit ihnen. Meine Familie ist mir enorm wichtig, und ich lasse mir gewisse Zeitfenster auch nicht mit Terminen zupflastern. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Fortbildung in unserem Bereich ist stark von den Erlässen und Gesetzesänderungen geprägt. Es ist ein permanenter Prozeß, denn mit jeder Entscheidung, die heute ein Finanzamt auf diesem Sektor trifft, muß man sich eingehend auseinandersetzen. Grundsätzlich investiere ich in der Woche mindestens fünf Stunden, um mich auf dem neuesten Stand zu halten und meine Aufgaben gewissenhaft erfüllen zu können. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Den Universitäten möchte ich ins Stammbuch schreiben, daß sie sich mehr mit der Praxis beschäftigen sollen, dies gilt besonders für die Rechtswissenschaften. Es wäre sowohl zielführend, Wissen zu fokussieren, als auch die internationale Verwendbarkeit zu berücksichtigen. Sprachen und Auslandsaufenthalte sind meiner Ansicht nach unbedingt notwendig, um auch internationalen Weitblick zu bekommen. Ein Wirtschaftsstudium schadet sicher nicht, wenn man sich in dieser Branche erfolgreich entwickeln möchte. Kompetenz ist erst in der Praxis zu erwerben, denn der Universitätsbetrieb - so wie er heute organisiert ist - beschäftigt sich zu wenig mit der Praxis. Die Erfahrung mit Fachhochschulen und neuen Studienlehrgängen zeigt, daß man sich schon während der Ausbildung intensiver mit der Praxis beschäftigen kann und damit auch früher einsetzbare Mitarbeiter für die Unternehmen bekommt.